2. KAPITEL
OWEN
Diese Woche war mein Kopf nicht zu gebrauchen.
Ich hatte zum ersten Mal in meiner Laufbahn jemanden zu der falschen Immobilie gebracht. Außerdem hatte ich einen Kunden an einen Mitbewerber verloren. Und ich war mehrmals zu Kundenterminen zu spät gekommen. Auf die Tour war ich verdammt noch mal nicht zu einem der besten Luxusmakler der Stadt geworden.
Aber ich wusste genau, woran es lag. In den vergangenen Tagen waren meine Gedanken völlig fixiert gewesen auf einen der besten und zugleich schlechtesten Abende meines Lebens – auf den Abend, an dem ich diese faszinierende Frau mit den kastanienbraunen Haaren und dem Boho-Stil kennengelernt hatte. Und an dem sie mich … sitzen gelassen hatte. Es gibt für alles ein erstes Mal, nicht wahr?
Wie hatte ich sie nur gehen lassen können? Aber was hätte ich tun sollen? Ihr hinterherlaufen? Das war nicht meine Art. Owen Dawson jagte Frauen nicht nach. Die Frauen jagten mir nach, und in der Regel hatte ich nicht das geringste Interesse an ihnen. Doch seit der Nacht mit Devyn waren drei Tage vergangen, und ich dachte immer noch an sie. Es war schon ironisch, dass die erste Frau, die etwas in mir entfacht hatte nach so vielen Monaten – besser gesagt Jahren – der Empfindungslosigkeit, gleich danach spurlos verschwunden war.
Es ergab einfach keinen Sinn. Devyn und ich hatten uns angeregt unterhalten und viel gelacht, und als wir gemeinsam die Bar verlassen hatten, war ich sicher gewesen, dass dies der Beginn einer potenziell gigantischen Geschichte war. Wir waren ins nächstbeste Hotel gegangen, nur ein paar Häuser weiter, denn die Chemie zwischen uns war so explosiv gewesen, dass wir es verdammt eilig gehabt hatten. Und was dann geschehen war, sobald wir die Tür hinter uns geschlossen hatten, ließ sich nur als euphorischer Rausch beschreiben.
Trotzdem stand ich nun allein da, nur mit ihrem Vornamen und der Erinnerung an ihren Geschmack und Geruch und daran, wie gut es sich angefühlt hatte, tief in ihr zu sein.
Ich hatte früher schon One-Night-Stands gehabt, aber noch nie hatte ich mir dabei gewünscht, die Zeit verlangsamen zu können, um keinen einzigen Moment zu verpassen. Exakt so hatte ich mich mit ihr gefühlt – auch schon vor dem Sex. Die Sache war nämlich die: Es warnicht nur der Sex. Es waralles. Und ich wollte mehr als einen Abend. Mir war nicht ein einziges Mal in den Sinn gekommen, dass sie davonlaufen könnte, ohne mir ihre Telefonnummer zu geben. Devyn war wie Aschenputtel, nur dass sie keinen Schuh oder irgendeinen anderen Hinweis zurückgelassen hatte. Nichts außer ihrem Vornamen.
»Tut mir leid.«
Das war alles, was sie gesagt hatte, bevor sie mich allein in dem Hotelzimmer zurückgelassen hatte – sprachlos, immer noch hart und erregt.
Ich fragte mich, was ihr leidgetan hatte. Es war verdammt noch mal der beste Sex meines Lebens gewesen, und selbst wenn ich sie niemals wiedersah, war ich