3. Kapitel
Nach dem obligatorischen Bin-heil-angekommen-Anruf bei meiner Familie reiße ich sämtliche Fenster im Erdgeschoss und im ersten Stock auf, lasse das Wasser laufen, bis es nicht mehr braun aus der Leitung kommt, und schleppe mein Gepäck die Treppe hinauf in das Gästezimmer, das ich immer in den Ferien bewohnt habe. Allerdings will ich nicht dauerhaft darin schlafen. Es ist nämlich der kleinste Wohnraum von sechs im Haus.
Ich nehme noch einmal mein Handy, um Grandma anzurufen. Sie hat mir zwar ihr Okay für Veränderungen im Haus gegeben, aber ich will nicht alles allein entscheiden. Ihr altes Schlafzimmer umzugestalten, verlangt Fingerspitzengefühl.
Als ich aufgelegt habe, schaue ich aus dem Küchenfenster zur Straße in die Dunkelheit hinaus. Unter der einzigen Straßenlaterne am Haus steht eine hochgewachsene Gestalt. Ich erstarre mit dem Smartphone in der Hand. Die Person schaut zu mir herein in den spärlich beleuchteten Raum. Ich kann keine Details in ihrem Gesicht erkennen, aber ich bin mir auf einmal sicher, dass es Finlay ist. Spätestens als der bärtige Mann seine Kapuze herunternimmt und mir einmal zunickt. Sein dunkles, lockiges Haar ist unv