: Ute Mrozinski
: Menschenleben - Band 1 Nur ein ferner, dunkler Traum
: TWENTYSIX CRIME
: 9783740742782
: 1
: CHF 7.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 206
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Alexandra und Iris, siebzehn Jahre alt, sind Freundinnen. Alexandra stark übergewichtig, Mutter Alkoholikerin, Vater nach der Geburt abgehauen, Sozialhilfeempfängerin. Iris dürr wie ein Stecken, Haus in der Villensiedlung, Vater Chefarzt, Mutter an ihrer Drogensucht gestorben. Beide werden von ihren Klassenkameraden gemobbt. Alexandra wird sogar eines Abends von einer Gruppe ihrer Klassenkameraden fast vergewaltigt. Doch Iris kann gerade noch die Polizei rufen. Die Jungs und ihr Anführer der arrogante Andreas Bergmann werden verhört. Die Polizei hofft ihnen auch Drogenmißbrauch nachzuweisen. Doch die Beweise sind dürftig. Andreas Vater der Bauunternehmer und Bürgermeisterkandidat Siegfried Bergmann, hat gute Anwälte. Die Polizei ist hilflos. Andreas und seine Freunde kommen ungeschoren davon. Da geschieht etwas Unerwartetes. Andreas Bergmann sprengt sich bei einem Ausritt mit dem neuen Motorrad in die Luft. Siegfried Bergmann verschwindet spurlos. Die Kommissare Greta Lindenstein und Heiko Bungert ermitteln erneut. Gleichzeitig kommt die Journalistin Bea in die Stadt um ihrer Nichte Alexandra beizustehen, denn deren Mutter ist gerade verstorben. Plötzlich ist auch Alexandra verschwunden. Bea, die gerade einem Kinderschänderring auf der Spur ist, hat da ein ganz schlechtes Gefühl!

Die Autorin: Ute Mrozinski wurde 1961 in Düsseldorf geboren, ist verheiratet und lebt seit 1978 in Monheim am Rhein. Sie ist Altenpflegerin, doch das Schreiben ist ihre Passion. Dies hier ist ihr erster Psychothriller. Sie hat bisher Fantasy- und Science-Fiction geschrieben, liest und schreibt aber gerne vielfältig. Ihre Texte sind poetisch, spannend, engagiert. Ihre jüngste Veröffentlichung, außer dem vorliegenden Band, ist der Science-Fiction Roman »Raumzeitlegende«. Mehr über ihre Werke finden sie auf: http://www.foto-literatur-pla et.eu

2

Den Schulhof hatte sie schon längst verlassen und sich auf den Heimweg gemacht. Mit einem eigenen Taschentuch aus den Tiefen ihres Zeltkleides wischte sie sich notdürftig ab. Die Haare verklebt, das Kleid total hin. Als sie die weiß-braune Masse genauer in Augenschein nahm, stellte sie fest, dass man sie mit Mohrenköpfen beworfen hatte. Arschlöcher!

Als sie durch die Straßen des Dorfes nach Hause ging, glaubte sie die Blicke der Leute auf ihrer Haut zu spüren. Da konnten sich die Klatschmäuler ja mal wieder bestätigt fühlen.

He, Leute! Aufgepasst! Da geht ’ne Schlampe aus der Lumpensiedlung! Haben wir’s nicht schon immer gesagt? Aus dem Viertel kann nichts Gutes kommen!

In den Augen der Dorfhonoratioren gehörten sie und ihre Mutter zum Pack.

Wenn ihre Mutter getrunken hatte, machte sie Alexandra dafür verantwortlich.

»Du bist schuld an der ganzen Misere. Du bist schuld, dass sie mit Fingern auf uns zeigen. Wenn du nicht immer so viel gequakt hättest, wäre dein Vater nicht abgehauen. Was bist du denn? Eine fette Schlampe ist aus dir geworden. Ich hätte dich ertränken sollen!«

Alexandra sah noch die Schnapsflasche in der Hand ihrer Mutter, hörte die lallende Stimme … Heftig zwinkerte sie mit den Augen, um die Bilder, die in ihrem Innern entstanden, zu vertreiben.

Plötzlich fand sie sich mitten in der Lumpensiedlung wieder.

Sie stand dort auf dem Bürgersteig neben den kurz geschorenen, verbrannten Rasenflächen und ballte die Fäuste so fest, dass ihre Knöchel weiß hervorstachen. Sie sah die ordentlich aufgestellten Blumenkübel, mit den ewig gleichen Geranien, die Büsche gestutzt und in Reih und Glied gesetzt, zum Appell herangezogen. Sie ignorierte die herumtobenden Kinder, deren Spiele so mancher Blume das Leben kosteten.

Sie sah die jungen Mütter und Väter mit dem alten Gesicht, wie sie hilflos und gleichgü