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Den Schulhof hatte sie schon längst verlassen und sich auf den Heimweg gemacht. Mit einem eigenen Taschentuch aus den Tiefen ihres Zeltkleides wischte sie sich notdürftig ab. Die Haare verklebt, das Kleid total hin. Als sie die weiß-braune Masse genauer in Augenschein nahm, stellte sie fest, dass man sie mit Mohrenköpfen beworfen hatte. Arschlöcher!
Als sie durch die Straßen des Dorfes nach Hause ging, glaubte sie die Blicke der Leute auf ihrer Haut zu spüren. Da konnten sich die Klatschmäuler ja mal wieder bestätigt fühlen.
He, Leute! Aufgepasst! Da geht ’ne Schlampe aus der Lumpensiedlung! Haben wir’s nicht schon immer gesagt? Aus dem Viertel kann nichts Gutes kommen!
In den Augen der Dorfhonoratioren gehörten sie und ihre Mutter zum Pack.
Wenn ihre Mutter getrunken hatte, machte sie Alexandra dafür verantwortlich.
»Du bist schuld an der ganzen Misere. Du bist schuld, dass sie mit Fingern auf uns zeigen. Wenn du nicht immer so viel gequakt hättest, wäre dein Vater nicht abgehauen. Was bist du denn? Eine fette Schlampe ist aus dir geworden. Ich hätte dich ertränken sollen!«
Alexandra sah noch die Schnapsflasche in der Hand ihrer Mutter, hörte die lallende Stimme … Heftig zwinkerte sie mit den Augen, um die Bilder, die in ihrem Innern entstanden, zu vertreiben.
Plötzlich fand sie sich mitten in der Lumpensiedlung wieder.
Sie stand dort auf dem Bürgersteig neben den kurz geschorenen, verbrannten Rasenflächen und ballte die Fäuste so fest, dass ihre Knöchel weiß hervorstachen. Sie sah die ordentlich aufgestellten Blumenkübel, mit den ewig gleichen Geranien, die Büsche gestutzt und in Reih und Glied gesetzt, zum Appell herangezogen. Sie ignorierte die herumtobenden Kinder, deren Spiele so mancher Blume das Leben kosteten.
Sie sah die jungen Mütter und Väter mit dem alten Gesicht, wie sie hilflos und gleichgü