Eins
Es war einer dieser schönen Tage, an dem das Leben einfach nur Spaß machen sollte: Die See war ruhig und die Sonne zauberte glitzernde Lichtpunkte auf die glatte Wasseroberfläche.
Auch die Bewohner im Nordatlantik – jenem großen Meer zwischen Nordamerika und Europa – spürten, dass es das Wetter heute besonders gut mit ihnen meinte. Noch einige Meter tief (zumindest tiefer, als man im Schwimmbad tauchen kann) leuchtete die See in schillernden Blau- und Grüntönen. Und das sonst so kalte Wasser im Nordatlantik war heute fast so warm wie in einem Freibad im Sommer.
„Ach, wie schön“, denkt ihr jetzt?
Na ja, auf den ersten Blick war bei den Delfin-Kindern in der Blauen Bucht auch alles in Ordnung.
Schließlich waren die Bedingungen zum Aus-dem-Wasser-Springen, Wasserfontänen-Pusten oder Steinchen-am-Meeresboden-Verstecken einfach perfekt.
Wenn es da nicht einen gegeben hätte, der wieder einmal beim Spielen fehlte: Sammy.
Alina machte sich inzwischen richtig Sorgen um ihren Freund.
„He Sammy, komm doch mit uns spielen!“, rief das Delfin-Mädchen ihm schon zum x-ten Mal zu.
Doch wie schon in den Tagen zuvor reagierte Sammy nur mit einem lustlosen Kopfschütteln, um dann gedankenverloren einen kleinen Stein mit seiner kurzen Schnauze über den sandigen Meeresgrund zu stupsen.
Wie bei allen Großen Tümmlern sah Sammys Schnauze wie eine Art bauchige Flasche aus. Kein Wunder also, dass man diese Delfinart auch „Bottlenose Dolphin“ („Flaschennasen-Delfin“) nennt.
Und Sammy wusste seine „Flaschennase“ gut einzusetzen. Zwar war er kein so berühmter Fußballspieler wie Ronaldo, Lionel Messi oder Thomas Müller. Doch er war äußerst geschickt darin, Steine mit seiner Schnauze hochzuwirbeln und anschließend ins gegnerische Tor zu bugsieren, bei dem zwei große Steine links und rechts als Eckpfosten dienten.
Wie er das schaffte, wusste keiner so genau. Und das würde wohl auch auf ewig sein Geheimnis bleiben. Denn Wasser ist ja ziemlich träge. Und da ist es eigentlich unmöglich, darin einen Gegenstand einfach so wie einen Fußball hin und her zu schießen.
Die anderen Delfine hatten ihn für diese Fähigkeit bewundert und ihn beim Delfin-Fußball stets als Ersten in ihre Mannschaft gewählt. Mit Sammy an ihrer Seite konnten sie sicher sein, jedes Spiel zu gewinnen.
Doch diese Zeiten waren aus und vorbei, denn: Sammy spielte nicht mehr mit. Das hatte er beschlossen. Basta!
Anstatt sich mit ihm jeden Nachmittag nach der Schule am Fußballplatz jenseits des großen Felsens zu treffen, waren es auch Sammys Freunde inzwischen leid, ihn zu fragen oder auf ihn zu warten. Sie hatten einfach keine Lust mehr auf seine schlechte Laune.
„Hat er doch selbst schuld“, „Spielverderber“ und „Blödmann“ waren nur einige Kommentare, die sich Alina über ihren Freund anhören musste.
Zugegeben: Es ist schon ziemlich merkwürdig, dass ein Delfin, der wegen seiner nach oben gezogenen Mundwinkel immer zu lächeln scheint, überhaupt so etwas wie schlechte Laune haben kann. Noch dazu, wenn er in Freiheit lebt und gute Freunde hat.
Doch man muss bedenken, dass Delfine besonders intel