: Mara Anders
: Wie du frech, wild und wunderbar jung bleibst beim Älterwerden
: Edition Forsbach
: 9783959042017
: 1
: CHF 15.00
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 200
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Du musst nicht frech und wild werden, um wunderbar zu sein Aber eine gehörige Portion dieser Eigenschaften hilft enorm, damit dein eigenes Alter erfüllend, bewegt und magisch werden kann. Denn gutes Älterwerden ist eine Frage der Energie - nicht der Konservierung. Mara Anders , seit 28 Jahren über 50, packt mit dir gemeinsam drei Geschenke aus, die dein Alter in neuem Licht erscheinen lassen: Wir schauen uns die unausgesprochenen Regeln an, die unser Älterwerden bestimmen. Wir untersuchen Weichen, die gestellt werden können. Und wir drehen dann ein paar Schrauben. Alles mit dem Ziel, immer im besten Alter zu sein.

Mara Anders, erfahrene Optimistin, die gründlich gelernt hat, aus Stroh Gold zu spinnen. Seit 28 Jahren über 50, Schulversagerin, Au-Pair-Mädchen in England, Journalistin, Abiturientin, Studentin der Psychologie und Pädagogik. 40 Jahre als Dozentin an einer pädagogischen Akademie für Quereinsteiger zuständig, d. h. entsprechend lang Erfahrung mit Menschen im Umbruch. Intensive eigene Auseinandersetzung mit dem Thema, mangels Vorbildern langwierig und von Umwegen geprägt. Ehefrau, Mutter eines Adoptivsohnes, Pflegemutter einer Enkelin und immer im besten Alter.

DREI GESCHENKE DER WISSENSCHAFT

… die leider niemand auspackt

Natürlich ist das ein bisschen übertrieben. Irgendjemand muss sie ja ausgepackt haben, sonst könnte ich nicht darüber berichten. Und es gibt mit Sicherheit noch sehr viel mehr Geschenke, die uns helfen, frech, wild und wunderbar älter zu werden.

Aber ich konzentriere mich hier mal auf die in meinen Augen wichtigsten. Weil – die sind auch noch nicht so besonders bekannt. Diese Geschenke kommen aus drei wissenschaftlichen Disziplinen, sind teilweise ganz neu und teilweise schon ein wenig älter. Aber alle drei sind sehr hilfreich.

Denn was nützt dir meine Behauptung, dass die besten Jahre noch vor dir liegen können, wenn du nicht glauben kannst, dass das möglich ist? Was nützt es, wenn ich dir versichere, es funktioniert, du aber Zweifel im Hinterkopf hast. Du denkst: „Jaaa, bei dir vielleicht, bei mir nicht.“

Wissenschaftliche Untersuchungen haben da hohe Überzeugungskraft, denn sie basieren auf Studien, die mit vielen Menschen und über Jahre durchgeführt wurden. Und was so viele Menschen können, kannst du auch. Dann musst du mir nicht einfach nur glauben.

Das erste Geschenk: im Kopf elastisch bleiben

Kennst du diese Sprüche? Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Altern ist nichts für Feiglinge. Oder aber: Alt werden ist gar nicht so schlimm, wenn man die Alternative bedenkt. Daraus folgt dann öfters: Wer alt ist, ist einsam. Alte braucht man nicht. Im Alter ist flirten peinlich. Besonders beliebt bei älteren Menschen: Ein Unglück kommt selten allein, einen alten Baum verpflanzt man nicht und so weiter und so fort.

Ich höre hier direkt auf, denn allein vom Aufschreiben könnte ich deprimiert werden. Aber genau das wollen wir ja nicht. Du weißt ja ohnehin, was ich meine. Ein Gang durch die Stadt, und dir begegnen vielfältige Illustrationen der Glaubenssätze über das Alter. Doch, einen noch: Wenn jemand Älteres etwas vergisst, wird vorschnell kommentiert: Jaja, die Verkalkung schreitet fort. Oder aber: Leise rieselt der Kalk.

Und genau da hat die Hirnforschung angesetzt und herausgefunden, dass dieser Glaubenssatz nicht stimmt. Das sind doch gute Nachrichten – oder?

Es gibt sehr viele Studien zum Thema, aber eine möchte ich doch genauer beschreiben, damit du siehst, was ich meine. Der Neurologe Arne May vom Uniklinikum Hamburg wollte Anfang der 2000er Jahre wissen, was sich verändert, wenn Menschen etwas Neues lernen. Also suchte er eine Gruppe seiner Studenten zusammen, die nur eine Bedingung erfüllen mussten: Keine Kenntnisse im Jonglieren. Das sollten sie nämlich unter wissenschaftlicher Beobachtung erst lernen. Wie du dir denken kannst, war es nicht besonders schwer, Studenten zu finden, die diese Geschicklichkeitsübung noch nie gemacht hatten. Ist ja eher eine ungewöhnliche Disziplin. Also eine gute Wahl von Arne May.

Die Studie wurde dann so durchgeführt: Mit bildgebenden Verfahren wurden die Gehirne der Teilnehmer zu Beginn der Studie untersucht. Dann lernten sie das Jonglieren. Und zwar drei Monate lang. Ziemlich lange Zeit. Und danach wurden sie noch einmal untersucht. Dabei stellte man fest, dass zwei Hirnareale nach dem Training deutlich angewachsen waren. Allein das war schon eine erhellende Erkenntnis. Unser Hirn verändert sich entsprechend unserer Tätigkeiten. Die spannende Frag