––Verstehen––
WIR ALLE SIND NUR MENSCHEN
Wir möchten gerne, dass du nicht nur verstehst, was wir machen, sondern vor allem, dass du verstehst, warum wir machen, was wir machen. Wir lehren diesen Weg, weil wir beide selbst den Weg gegangen sind und seinen großen Nutzen erfahren haben. Gar nicht, weil wir das unbedingt wollten, sondern weil es der einzig verbleibende Weg war und wir nur noch diesen Weg gehen konnten! So wie man auch nicht aus reinem Spaß zum Zahnarzt geht oder weil man das so cool findet. Man geht zum Zahnarzt, weil man ein Problem mit seinen Zähnen hat oder vielleicht unter höllischen Schmerzen leidet.
Es ist wichtig, das zu verstehen, weil der Weg bisweilen doch sehr fordernd sein kann und uns möglicherweise einiges abverlangt. Oder wie Arnold Schwarzenegger zu mir gesagt hat, als ich ihn mit 15 Jahren beim Mr. Olympia in München zum ersten Mal getroffen habe:
»Boy, you’re already abodybuilder, you’ve proven that. But always remember, there isno such thing as free food in this life – everydecision you make, has its price!«
Wie recht er hatte, sollte ich bald darauf erfahren, aber erst einmal der Reihe nach.
Viele Publikationen dieser Art haben ein zentrales Problem. Es wird oft hingebungsvoll vonBewusstsein undAchtsamkeit gesprochen, vomins Hier und Jetzt kommen und von derinnerenMitte, um nur einige Beispiele für Worthülsen der immer heftiger anbrandenden Spiritualitätswelle zu nennen. Bei der Erklärung wird dann allerdings selten die nötige Tiefe – bei gleichzeitig mangelnder Praktikabilität – erreicht, um auch tatsächlich selbstbestimmt und zielführend üben und praktizieren zu können. Das macht viele Bücher, die im Grunde sehr gut sind, völlig nutzlos, denn sie wollen uns nur glauben machen, dass wir noch mehr Wissen bräuchten, um etwas zu können, und über die oberflächliche Freude darüber vergessen wir völlig, dass wir praktisch nichts davon selbst erfahren haben und noch weniger davon auch tatsächlich TUN. Damit du dies besser greifen kannst, hier ein paar Beispiele:
Wir möchten deinem Verständnis gerne ein paar dieser Begrifflichkeiten zugänglich machen, weil es sonst nicht funktionieren kann!
Begleitend zu diesem Buch biete ich dir eine kostenfreie Videoserie an. Im fünften Video dieser Serie spreche ich über Achtsamkeit, die innere Mitte und das Hier und Jetzt. Du findest die Videoserie unter www.bewater.jetzt
Du brauchst nicht viel zu wissen. Du musst nur das, was du weißt, verstehen und vor allem praktizieren. Ayya Khema, eine sehr bekannte, wunderbare buddhistische Lehrerin und Nonne, die hier bei uns im Allgäu gewirkt hat (und leider schon 1997 verstorben ist), sagte im Rahmen ihrer so menschlichen Unterweisungen und Meditationskurse stets:
»Der Buddha hat weit über 40 Meditationspraktiken gelehrt. Es genügt völlig, wenn wir davon drei tief durchdringen, zweitatsächlich erlernen, und wenigstens eine davon täglich – zumindest morgens undabends – gewissenhaft praktizieren.«
Und genau deshalb liebe ich Ayya Khema. Sie bringt die Dinge mit einfachsten Worten auf den Punkt, macht keine große Sache daraus und tut einfach die Dinge, die gedeihlich sind! An ihr möchte ich mir ein Beispiel nehmen und in diesem Buch zeigen, wie man ins TUN kommt und wie man tatsächlich üben und praktizieren kann. Und zwar so, dass es auch den individuell gewünschten Erfolg für ein selbstbestimmtes Leben in Frieden, Glück und Wohlbefinden zeitigt.
Dafür benötige ich allerdings deine Hilfe! Bitte beachte ab jetzt bei allem, was du hier liest, aber auch allgemein in deinem täglichen Leben, zwei sehr wichtige Shaolin-Prinzipien.
Wenn wir verstehen möchten, warum wir sind, wie wir sind, und warum wir so geworden sind, dann müssen wir uns zunächst einmal klarmachen, welche Faktoren bei der Ausbildung unseres individuellen Selbst, also beim Prozess des Aufbaus desPersonseins, derPersonwerdung (Personalisation), in dessen Verlauf der Mensch lernt, sich als Individuum zu begreifen und sich selbst zu akzeptieren, wirksam werden. Denn vielen Menschen ist die Tatsache nicht klar, dass dieser Prozess bereits lange vor der Zeugung beginnt und dassErziehung (Enkulturation, Sozialisation, Personalisation) undBildung (von fast allen wesentlichen Bildungstheorien als »ein reflektiertes Verhältnis zu sich selbst, zu anderen und zur Welt …« definiert) bereits Einfluss auf die Qualität von Samen- und Eizelle haben. Überhaupt ist das mit der Zeugung so eine Sache. Hatte ich schon erwähnt, dass es unsere eigenen Eltern sind, die uns bereits durch die Zeugung zum Tode verurteilen? Das ist kein schwarzer Humor; diese Erkenntnis ist vielmehr d