: Nika S. Daveron
: Unendlich: Wie viele Leben brauchst du?
: epubli
: 9783758416514
: 3
: CHF 3.60
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
: 326
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als Xenia nach ihrem Tod vor dem Tor der Unendlichkeit steht, muss sie feststellen, dass man sie nicht einlässt. Sie hat vor Jahrhunderten einen Liebesschwur getätigt - und solange dieser nicht erfüllt oder eingelöst wird, bleibt ihr das Jenseits verschlossen. Dumm nur, wenn man keinerlei Erinnerung an den Geliebten hat. Und nun gezwungen ist, noch einmal von vorn anzufangen. Und noch einmal. Und noch einmal.

Nika S. Daveron stellte bereits im frühen Alter von 8 Jahren fest, dass das Beste am PC die Tastatur war - neben dem väterlichen Gratisvorrat an leeren Blättern. Geboren 1985 im schönen Köln, lebt sie derzeit in Neuss und verkauft ihren Kunden IT Lösungen. Wenn sie sich nicht gerade im Sattel oder auf den deutschen Galopprennbahnen herumtreibt, glüht die Xbox oder die Maus; Computerspiele können auch schon mal den Schlaf kosten. Krach geht bei ihr durchaus als Musik durch, wenn sie sich auf Industrial-Partys die Nacht um die Ohren schlägt.

Tag 1.0


Ich schlage die Augen auf und sehe eine Zimmerdecke. Mein Blick wandert. Eine hässliche Tapete mit Blümchenmuster. Habe ich das ausgesucht? Muss wohl. Das hier ist ein Teil meines Lebens. Neugierig setze ich mich auf. Meine Decke fällt herunter. Ich trage ein schlabberiges T-Shirt und Shorts. An der Wand gegenüber hängt ein Spiegel und ich kann mich zum ersten Mal ansehen. Ich bin jung. Vielleicht siebzehn? Meine Haare sind lang und lockig. Meine Haut irgendwo zwischen Karamell und exotisch. Vielleicht Latina. Ich sehe eigentlich ganz gut aus. Auch wenn ich nicht davon angetan bin, so jung zu sein. Das erschwert einiges. Reisen, Autofahren, und so weiter.

Heiße ich immer noch Xenia? Hoffentlich. Ich springe auf und durchsuche mein typisches Mädchenzimmer, mit Teddybären, Postern, Postkarten, Fotos und Schminkutensilien nach einer Handtasche. Irgendwo muss doch ein Portmonee sein. Triumphierend greife ich neben den Schreibtisch und ziehe ein feines Gucci-Täschchen in die Höhe. Offenbar sind meine Eltern in diesem Leben ganz gut betucht.

Hektisch krame ich nach einem Portmonee und werde fündig. Zumindest habe ich einen Schülerausweis. Ich gehe auf die Lake City-Creek High School und heiße Xenia Cervantes. Yes! Wenn man alles weiß, was man so in den letzten Jahrhunderten getrieben hat, ist es schwer, sich an einen neuen Namen zu gewöhnen. Mein Foto sieht allerdings furchtbar aus. Ich trage einen Dutt und zeige ziemlich viel Busen. Und ganz schlimme Ohrringe, die aussehen, als gehörten sie eigentlich an den Weihnachtsbaum.

Davon scheine ich noch viel mehr zu haben. Ein Blick auf die Fensterbank zum Ohrringständer bestätigt das. Ich wusste bis gerade nicht einmal, dass es Ohrringständer gibt. Was für ein Unsinn.

Habe ich ein Handy? Bestimmt. Ich durchsuche die Handtasche, finde aber nichts, bis ich meinen Blick schweifen lasse und es in einer kitschigen Schale entdecke. Mein Gesicht lässt die Sperre verschwinden und mich blinken mehrere Nachrichten an. Eine von einer Nina. Eine andere von einem Steve. Ich lese beide und kann damit null anfangen.

Nina schreibt: »Denk dran, morgen Charleen, ja?« Die Nachricht ist von gestern Abend. Also ist heuteCharleen. Was auch immer das heißt.

Und Steve schreibt. »Kannst du morgen noch mal vorbeikommen?«

Wohin? Oh, Mann … Ich werde allein schon Tage brauchen, um mich in mein eigenes Privatleben einzuarbeiten, bevor ich mich auch nur auf die Suche nach meinem Seelenpartner machen kann. Ansonsten finden mich wahrscheinlich alle total komisch und werden sich sicher nicht normal mir gegenüber verhalten. Das inkludiert auch eventuelle Schwurpartner. Ein Blick auf die Uhr: 05:44. Noch ziemlich früh für Schule, sodass ich ein bisschen Zeit habe, mich an mein Aussehen und mein Zimmer zu gewöhnen.

Ich entdecke eine Narbe an meinem Fußgelenk und kann mir auch schnell denken, woher die stammt, als ich das Skateboard in der Ecke sehe. Das lasse ich mal lieber. Ich habe drei linke Hände und sieben linke Beine, wenn es um sportliche Aktivitäten geht. Und zwar seit Hunderten, ja Tausenden von Jahren. Ich bin schon vom Mont Blanc gefallen, von einem Pferd getreten worden,