»Pathétique«; Piano Sonata No. 8, Op.13; Ludwig van Beethoven
Havencourt Stadtresidenz, 23 Oxford Street, West End, London
Stopp! Fehler!«
Der weiche Klang des Flügels verstummte. Aus großen Rehaugen sah Miss Elaine Rimbaur of Havencourt zu Cedric auf. Das Nachmittagslicht, vielfarbig gebrochen durch die Buntglasfenster im Salon von Havencourt House, leuchtete auf ihren braunen Locken wie ein Heiligenschein. »Bitte um Verzeihung, Maestro. Können Sie mir das näher erklären?«
Cedric ließ den Taktstock gegen die Seitennaht seiner Hose schlagen. »Sie können nicht einfach spielen, wie es Ihnen passt,Miss. Glauben Sie, ein Komponist wie Beethoven hätte sich nicht bei jeder Note etwas gedacht? Was hätte er wohl gesagt, wenn er gehört hätte, wie Sie ständig nach Lust und Laune gleich zwei oder drei davon auslassen oder dazuerfinden?Pathétique bedeutet Leidenschaft, nicht Ignoranz. Noch mal von vorn. Nein, warten Sie.« Ein grimmiges Lächeln zuckte in seinen Mundwinkeln. »Spielen Sie im zweiten Satz ab Zeile drei, das modulierte Thema bis zur Coda.Con brio, freudestrahlend, auf, auf, Miss!«
Elaines Unschuldsmiene verrutschte sichtlich. Sie beugte sich vor und blätterte fahrig durch die Seiten, ehe sie sich mit glühenden Wangen wieder zu ihm umwandte. »Das ist unfair, Cedric. Ich finde diese Stelle nicht.«
Cedric atmete angestrengt durch und schob sich die schwarzen Strähnen aus den Augen, die sich schon wieder aus dem Schleifenband gelöst hatten. »Natürlich nicht. Weilnichts davon in dieser Partitur steht. Und hättest du dir in den letzten Wochen die Mühe gemacht, endlic