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Was war da los?
Ein Impulskauf, unvergessliche Momente
und der großen Reise zweiter Teil
Jonathan, der alteFuchs.Ich hätte nicht gedacht, dass er noch einmal auftauchen würde in meinemLeben.Schon gar nicht so. MeineFrauAnja und ich kommen aus demSchnaufen gar nicht mehr raus.Vorsichtig hieven wir das schwereStahlgestell eineTreppenstufe nach der anderen hinunter.Mir läuft derSchweiß von derStirn, und meinRücken sendet gut vernehmbareHilferufe.Es dauert knapp dreißigMinuten, bis wir dasMonstrum in denKofferraum geladen haben.DreiKreuze und einHalleluja.
JonathanGoldberg kommt ausSüdafrika.Er warRadfahrer, ein extremer wohlgemerkt.Nachdem er einesNachts beimTraining für dasRace Across America von einemAuto erfasst worden war, suchte er nachMöglichkeiten, jenseits der gefährlichenStraßen in diePedale zu treten, wann immer er wollte.Und weil er nichts fand, was ihn zufriedenstellte, konstruierte er denPrototypen des schwarzenApparats in unseremKofferraum.DerSchriftzug »JohnnyG« ist noch gut zu erkennen, auch wenn derLack an einigenStellen abgeplatzt ist.JonathanGoldberg aliasJohnnyG gilt alsErfinder des stationärenRennrads.Gut fünfzigKilogramm schwer ist das zwanzigJahre alteModell, dasAnja und ich soeben über einKleinanzeigenportal erstanden und aus derWohnung der Vorbesitzerin geschleppt haben – alleine das charakteristischeSchwungrad für den gleichmäßigenTritt wiegt fast so viel wie derRest desRads.Als das guteStück neu war, finanzierte ich mir auf einem baugleichenTeil meinStudium, zumindest teilweise. »Spinning« hießen dieKurse in dem großenKölnerFitnessstudio, bei denen ich als offizielle