: Nika S. Daveron, Jess A. Loup
: Beyond Eternity. Der Fluch des Vampirs: Knisternde Vampire Romance
: epubli
: 9783758411366
: 3
: CHF 3.60
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
: 272
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
**Wenn du dein Herz an einen Vampir verlierst...** Andy braucht dringend Geld, denn nach dem Tod ihrer Tante ist sie nicht nur Waise, sondern auch völlig mittellos. Doch Jobangebote in New York sind rar und so nimmt sie die einzige Stelle an, die sich ihr bietet. Sie wird Kellnerin im »Wild Dog«, einer heruntergekommenen Bar mit schlecht gelauntem Besitzer und mehr als zwielichtigen Gästen. Die einzige Ausnahme: Dane, ein faszinierender, schweigsamer Mann, der Andys Herz schon bei der ersten Begegnung zum Aussetzen bringt - und sie in einen Strudel aus dunklen Geheimnissen und magischen Gefahren reißt...

Nika S. Daveron stellte bereits im frühen Alter von 8 Jahren fest, dass das Beste am PC die Tastatur war - neben dem väterlichen Gratisvorrat an leeren Blättern. Geboren 1985 im schönen Köln, lebt sie derzeit in Neuss und verkauft ihren Kunden IT Lösungen. Wenn sie sich nicht gerade im Sattel oder auf den deutschen Galopprennbahnen herumtreibt, glüht die Xbox oder die Maus; Computerspiele können auch schon mal den Schlaf kosten. Krach geht bei ihr durchaus als Musik durch, wenn sie sich auf Industrial-Partys die Nacht um die Ohren schlägt.

Kapitel 1


Wie ein Schwarz-Weiß-Bild, dachte Andie und blendete das dumpfe Gemurmel um sich herum einfach aus. Ihr Blickfeld schien zu schrumpfen und sie sah nur noch das dunkle, feucht glänzende offene Grab, in das der cremefarbene Sarg soeben hinabgelassen wurde.

Der Schneeregen, der seit Tagen über das Land zog, bedeckte alles wie ein nasses, schweres Tuch, dämpfte die Geräusche und die eintönige Litanei des Pfarrers, der mit gesenktem Haupt vor ihr stand. Sie mochte Schnee, sie mochte auch Regen und ganz besonders mochte sie diesen kleinen, fast unbekannten Friedhof mitten in Brooklyn, auf dem heute Tante Dru ihre letzte Ruhe fand. Eigentlich war sie gar nicht ihre Tante gewesen, eher die Großtante ihrer Mutter und Andie stellte sich vor, dass sie sich jetzt im Sarg mehrmals wütend herumdrehte, weil ihr Name so verschandelt wurde.

»Andressa Filipa Franklin!«, hatte sie zu sagen gepflegt. »In meinem Haus dulde ich es nicht, wenn Schindluder getrieben wird!«

Für Tante Drusella Eugenie Erincourt, die sich damit gebrüstet hatte, dass sie einem alten englischen Geschlecht abstammte, das durch die barbarischen Kommunisten sein Vermögen und sein Land verloren hatte, war alles Schindluder. Schuld waren natürlich die Gewerkschafter. Und die Feministinnen. Die roten Khmer sowieso. Andie hatte nie verstanden, wie Kommunisten in England Fuß gefasst haben sollten, um Tante Drus Familie zu einer Flucht nach Amerika zu bewegen, aber als sie ein gewisses Alter erreicht hatte, war sie schlau genug gewesen, sich derartige Fragen zu ersparen.

Es ihrer Tante recht zu machen, hatte sie ohnehin nicht vermocht. Sie war zu in sich gekehrt, wenn sie schwieg, und zu patzig, wenn sie sprach. Sie hatte kein Benehmen – »Dein Vater, dieser Gewerkschafter! Er hat dir viel zu viel durchgehen lassen.« –, wählte ihre Kleidung zu freizügig (Andie hatte es einmal gewagt, ein Poloshirt zu tragen), war dumm, faul und ungehorsam. Sie bemühte sich nicht, ihrer armen Tante zur Hand zu gehen, war nie zu Hause, wenn man sie brauchte, und wenn sie es war, völlig nutzlos, weil sie nur über ihren Büchern gesessen oder vor sich hingeträllert hatte.

Andie seufzte lautlos und tauchte für einen Moment aus ihren Erinnerungen auf. Es hatte sich nichts geändert. Der Pfarrer intonierte noch immer eine Grabrede, von der sie annahm, dass Tante Dru sie ihm vorgeschrieben und mitsamt einem gewaltigen Obolus für die Kirche hinterlassen hatte. Die wenigen anderen Trauergäste, denen in dem matschigen Boden sicher die Zehen abfroren, hatten sich tief in ihre schwarzen Jacken und Mäntel vergraben und ihre Schirme vor ihr Gesicht gezerrt, als wollten sie die Welt, den heulenden Wind und die Schneeschauer von sich abgrenzen. Andie kannte keinen von ihnen und das war ihr nur recht so. Tante Dru hatte sich nie die Mühe gemacht, ihre Stimme zu senken, wenn eine ihrer seltsamen Bibelkreisfreundinnen kam. Sie erzählte ihnen von Andie, beschwerte sich, dass es ihre Großnichte gewagt hatte, zusammen mit ihrem Mann – »dem Gewerkschafter!« –, einen tödlichen Autounfall zu haben und ihr dieses unchristliche und undankbare Balg zu hinterlassen, um das sie sich als einzige Angehörige kümmern musste.

Auf dem Dachboden schaffte Andie sich eine Zuflucht. Versteckt von mächtigen, alten, mit Spinnweben bedeckten Truhen und einem antiken Sekretär, kuschelte sie sich in eine löchrige Decke, die sie hier oben hinter einem Dachsparren gefunden hatte. Jedes Wort hörte sie. Wie ein bösartiger, spitzer Pfeil bahnte sich die hohe, durchdringende Stimme Tante Drus immer einen Weg in ihr G