: Andra May
: Aequinox Schattendämmerung
: Books on Demand
: 9783758385810
: Aequinox
: 1
: CHF 2.50
:
: Fantasy
: German
: 428
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
»Dann muss ich wohl deutlicher werden«, sagte er und seine dunkelblauen Augen fingen ihren Blick ein. »Du gehörst mir, und zwar vom ersten Tag an. Ohne mich wärst du gar nicht mehr am Leben. Du bist nicht frei, bist es nie gewesen.« Akasha weiß schon lange, dass sie nicht wie andere Jugendliche ist. Seit ihre telekinetischen Kräfte erwacht sind, kämpft das eigenwillige Mädchen damit, diese im Zaum zu halten. Gelingt ihr dies nicht, schwebt jeder in ihrer Nähe in Gefahr. Doch was sie nicht ahnt: Einer der mächtigsten Männer der Welt hat sie und ihre besonderen Fähigkeiten bereits im Visier. Nathaniel Keren, CEO des multinationalen Abiss Konzerns, will ihre Gabe für seine Zwecke einsetzen - mit oder ohne ihr Einverständnis. Als sie sich weigert, macht er deutlich, dass ihm jedes Mittel recht ist, um ihren Willen zu brechen. Akasha bleibt nur die Flucht ins Unbekannte. Aber Mr. Keren hat nicht vor, sie entkommen zu lassen. Er setzt seine beste Jägerin auf sie an, mit der Akasha mehr verbindet, als sie ahnt. Doch der Konzern ist nicht die einzige Fraktion, die Interesse an ihren Kräften hat. Sie muss erkennen, dass Freund und Feind manchmal nicht voneinander zu unterscheiden sind. Eine gnadenlose Jagd beginnt, die Akasha über die ihr bekannte Realität hinausführt.

Andra May, geboren 1980 in Norddeutschland, hat das Schreiben erst spät für sich entdeckt. Zuerst galt ihre Liebe dem Malen und Zeichnen. Als begeisterte Leserin von Fantasyromanen, kam aber irgendwann der Wunsch auf, eine eigene Geschichte und eine eigene Welt zu kreieren. Alle Einnahmen kommen dem Tierschutz zugute.

Kapitel 1


Bar Harbor, Maine, 10 Jahre später

»Verflixte Scheiße!« Akasha stolperte aus ihrem Bett und stieß schmerzhaft gegen die Kante ihres Nachttisches. Wer den Spruch »Morgenstund hat Gold im Mund« erfunden hatte, war nie mit pelzigem Geschmack im Mund und Sabber am Kinn aufgewacht.Ich bin einfach kein Morgenmensch, dachte Akasha missmutig, während sie ihre Kleidung, die überall im Zimmer verstreut lag, zusammensuchte. Sie hob das T-Shirt von gestern hoch, roch kurz dran – ging noch. Mit ihren Klamotten auf dem Arm tapste sie die steile Treppe hinab, die von ihrem Zimmer unter dem Dach in den ersten Stock führte. Das Haus war ruhig, eine greifbare Stille füllte die Räume und Flure. Nur ab und an knarrte eine Stufe unter ihren bloßen Füßen.

Auf ihrem Weg kam sie an einigen leerstehenden Zimmern und Salons vorbei. Die Möbel waren seit Jahren mit Tüchern verhängt, die Fensterläden geschlossen. Schwaches Licht drang durch die Lamellen. Ein muffiger Geruch hing in der Luft, gegen den kein Lüften half. In den Wänden hörte sie Mäuse huschen. Zumindest hoffte Akasha, dass es nur Mäu