: Marie Kärsting
: Nordlichtträume und Winterliebe Ein Finnland-Liebesroman
: dp Verlag
: 9783987783227
: 1
: CHF 5.40
:
: Erzählende Literatur
: German

Zwischen Schnee, Herzschmerz und Huskys…
Ein weihnachtlicher Liebesroman vor der winterlichen Kulisse Lapplands

Tarjas Huskyfarm in Lappland droht das Aus und sie befürchtet, ihre geliebten Tiere aufgeben zu müssen. In ihrer Not wendet sie sich an einen Fernsehsender, derüber die Farm und deren Notsituation berichten soll. Daraufhin wird Tarja und ihren Huskys der bekannte Reporter Bjarne Wallin geschickt, welcher sich allerdings als arroganter Schnösel entpuppt, der einfach nur schnellstmöglich wieder verschwinden möchte. Als die beiden plötzlich eingeschneit werden und auf begrenztem Raum zusammenleben müssen, kommen sie sich trotz ihrer anfänglichen gegenseitigen Abneigung näher. Dabei hat Tarja ein Geheimnis, das droht, ihre noch ganz neue Beziehung direkt wieder zu zerstören. Können die beiden ihre Problemeüberwinden und zusammenfinden?

Erst Leser:innenstimmen
„Eine romantische Lovestory, die das Herz berührt.“
„Tarjas Kampf um ihre Huskyfarm und die Beziehung zu Bjarne sind herzergreifend. Eine perfekte Mischung aus Liebe und Abenteuer.“
„Die verschneite Kulisse Finnlands und die Huskys machen diesen winterlichen Liebesroman zu einem wahren Lesegenuss.“
„Ein wundervoller Weihnachtsroman, der die Schönheit und Magie Lapplands einfängt und gleichzeitig eine berührende Liebesgeschichte erzählt.“



Marie Kärsting, geboren 1993, lebt mit Ehemann und zwei Hunden in einem kleinen Dorf am Niederrhein. Obwohl sie schon als Kind an diversen Schreibwettbewerben teilnahm, stellte sie den Wunsch Autorin zu werden hinten an und studierte Betriebswirtschaftslehre in Duisburg. Nach erfolgreichem Abschluss arbeitete sie mehrere Jahre in der Steuerberatung, fand aber trotz der vielen Zahlen ihre Liebe zu Wörtern wieder. Wenn sie nicht gerade Yoga unterrichtet, liest oder Zumba tanzt, schreibt sie Romane und Kurzgeschichten quer durch den literarischen Gemüsegarten.

Kapitel 1


Das Geräusch des Napfes, der sich nur mit wenigen Brocken füllte, während ich ihn durch die sonst gut gefüllte Futtertonne zog, bereitete mir eine Gänsehaut. So ausgedünnt waren unsere Futterreserven noch nie gewesen. Ich presste die Augen zusammen, bevor ich in das Loch spähte. Verflucht! Mit einer Hand kippte ich den Behälter, damit der Futternapf zumindest halb voll wurde. Das war eine Katastrophe! Mit dem Gedanken an unseren Kontostand und die leere Speisekammer im Haus stellte ich den Napf auf den Boden. Auch die nächste Futtertonne war leer. Und die nächste. Bis auf ein paar letzte Krümel war alles weg. Es war gekommen, wie ich es erwartet hatte. Und trotzdem raubte es mir in diesem Augenblick die Luft. Ich konnte meine Hunde nicht mehr ernähren. Die Tage waren gezählt. Ich sah mich im Futterschuppen um, ganz so, als würde sich die Lösung all meiner Probleme auf magische Art und Weise zu erkennen geben. In der Form, die ich am meisten verabscheute, tat sie das auch. Mein Blick blieb an dem Gewehr hängen. Wie hypnotisiert ging ich zu der gegenüberliegenden Wand. Die Fakten waren klar: Huskys ließen sich nicht als normale Haushunde vermitteln. Nicht meine Schlittenhunde, die als Teil der wilden Natur lebten. Meine Hände zitterten auf dem kühlen Metall der Waffe, als würde sich mein Körper wehren. Als würde mir jede Faser meines Seins signalisieren, dass er gegen das hier war. Gegen die Entscheidung, die bitter auf meiner Zunge schmeckte. Es gab Gerüchte. Ich hatte in der Vergangenheit gehört, dass Farmbesitzer bei Auflösungen von Huskyfarmen oder anderen massiven Problemen ihre Hunde erschossen hatten.

Nein.

Nein, nein, das war vollkommen ausgeschlossen!

Als hätte ich ein giftiges Tier berührt, zog ich meine Hände zurück und schüttelte den Kopf. Mein Herz pochte in meinem Körper, ich konnte meinen Puls in den Fingerspitzen fühlen. Mit den zwei letzten Näpfen, halb gefüllt mit Trockenfutter, trat ich aus dem Schuppen. Kälte schlug mir erbarmungslos entgegen. Ich zog die Nase hoch, denn nicht nur meine Augen waren feucht. Mir lief das Wasser nur so das Gesicht herunter und gefror bei den eisigen Temperaturen auf meiner Haut.

Ich atmete ein und aus und beobachtete die kleine Wolke, die sich durch meinen Atem bildete.

Inari lief im Zwinger hin und her. Ihr schmaler Körper wirkte angespannt, ihre gelb-braunen Augen sahen zu mir. Ihr Blick fraß sich in mein Hirn, als würde sie mich fragen: „Tarja, was hast du gerade, wenn auch nur für eine Millisekunde, in Erwägung gezogen?“

Regungslos blieb ich stehen und sah die Hündin meiner Mutter an.

Inari kam an den Zaun. Sie drückte sich gegen das Metall, sodass ihr dichtes Fell durch die Streben ragte. Mit ihrem unverwechselbaren Bellen brach sie ein Loch in meine Gedanken, die aus Selbstzweifeln und Zorn auf mich selbst bestanden. Ich ging zum Zaun, auf die Knie und streichelte ihr weiches Fell.

„Es tut mir leid“, flüsterte ich, während ich ihr einen Brocken Trockenfutter zwischen die Lefzen schob. Wofür ich genau um Entschuldigung bat, wusste ich selbst nicht.

Inari sah mich an. Sie verstand es. Diese Hündin war mir unheimlich, denn es kam mir vor, als hätte sie ein Stück der Seele meiner Mutter in sich aufgenommen. Es waren die Augen von Mama, die mir Zuspruch und Trost gaben.

Zu ihren Lebzeiten war die Bindung der beiden so stark gewesen, dass sie niemals getrennt voneinander geschlafen hatten. Bis heute schlief Inari, wenn sich ihr die Gelegenheit bot, im Bett meiner Mutter. Sie waren ein Team gewesen.

Der Kloß in meinem Hals drohte, mir die Luft abzuschnüren.

Die Verzweiflung war wie aufgewirbelter Schnee zwischen den Tannen. Sie nahm mir die Sicht und wuchs zu einem beklemmenden Gefühl heran. Mit den Gedanken noch bei meiner Mutter öffnete ich die Tür des Zwingers.

Inari rief nach mir. Ihr Schwanz peitschte nach rechts und links. Von ihr angestachelt meldeten sich auch die anderen Hunde. Und ganz typisch für Huskys schaukelten sie sich gegenseitig hoch, sodass am Ende ein intensives Gejaule über die Farm schallte.

Ich nahm die Hündin am Halsband und ging mit ihr ins Haus, denn den Lärm konnte ich in diesem Moment nicht ertragen. Die Hunde waren zu aufgeregt, voller Energie und hungrig, weil bald Fressenszeit war. Doch zuerst musste ich genug für sie alle zusammenkratzen.

Der Geruch von Holz und Gewürzen schlug mir bereits im Flur entg