: David Seinsche
: So tödlich der Wald | Ein fesselnder Finnland-Krimi Ein Mord. Ein Kommissar. Ein Ort voller Lügen.
: dp Verlag
: 9783986377281
: 1
: CHF 3.60
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German

Tief im dunklen Wald lauert der Tod…
Der fesselnde Kri inalroman vor der düsteren Kulisse Finnlands

In einem kleinen Provinzort in Ostfinnland wird ein Mensch auf der Jagd erschossen. Was zuerst wie ein normaler Unfall wirkt, entpuppt sich als gezielter Mord. Johannes Burgmeister, ein in Finnland urlaubender Oberkommissar aus Deutschland, wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Bei seinem Einsatz merkt der Kommissar allerdings schnell, dass nicht nur die Sprachbarriere hinderlich ist. Die Einwohner von Nurmes haben etwas zu verbergen, was um keinen Preis an dieÖffentlichkeit geraten darf…

Erste Leser:innenstimmen
„Nervenaufreib nder Hardboiled-Krimi mit unerwarteten Wendungen die mich definitiv an die Seiten gefesselt haben.“
„Das düstere Finnland eignet sich perfekt für einen spannenden Ermittlerkrimi!“
„Der Schreibstil des Autors, die Kulisse Finnlands, und der Kommissar machen den Krimi zu einem Must-Read!“
„Finstere Atmosphäre, hochspannender Fall und sympathische Charaktere: Krimi-Fans werden nicht enttäuscht!“

David Seinsche wurde 1982 geboren und begann bereits in seiner Kindheit, Welten mithilfe seiner Phantasie zu gestalten und auszuschmücken. Später brachte er diese dann zu Papier, erst als Redakteur, dann als Schriftsteller. Heutzutage reist er oft in die finnische Wildnis, um literarische Ideen zu entwickeln. Sein Debut-Roman Sternenfinsternis erschien im Jahr 2018, gefolgt vom Thriller Der Kreuziger im Jahr 2020 und Die Bestie im Jahr 2022. David Seinsche wird vertreten durch die Agentur Ashera.

Kapitel 1


»Na super«, murmelte Johannes Burgmeister, als er träge blinzelnd den Vorhang ein Stück zur Seite schob und aus dem Fenster sah. Dem Sonnenstand nach zu urteilen, war es schon Mittag. Allerdings konnte man das in Finnland um diese Jahreszeit nie so genau wissen, vor allem nicht, wenn man wie er bisher nur kurze Zeit in dem nordischen Land verbracht hatte. Um sich zu vergewissern, warf er einen Blick auf die neben seinem Bett stehende Uhr. Tatsächlich war es bereits kurz nach vierzehn Uhr. Er hatte also über zehn Stunden geschlafen. Das war allerdings nicht weiter verwunderlich, da er gestern erst mitten in der Nacht zurückgekommen und direkt ins Bett gefallen war, kaum dass er es geschafft hatte, seine Kleidung auszuziehen. Langsam setzte er sich auf, rieb sich die müden Augen, wühlte durch seine Haare und stieg dann benommen aus dem Bett. Beinahe wäre er hingefallen, doch er konnte sich gerade noch am Bettpfosten festhalten.

»Alter«, sagte er leise, gähnte ausgiebig und beugte mehrfach langsam seine Beine, um die Durchblutung anzuregen.

Als das Kribbeln in seinen Unterschenkeln aufgehört hatte, stieg er vorsichtig über die auf dem Boden verstreuten Kleidungsstücke und tappte über den kühlen Holzboden ins Bad. Dort tastete er an der Wand neben der Tür herum, um den Lichtschalter zu finden, denn in diesem Raum gab es kein Fenster, das Tageslicht hätte hereinlassen können.

»Wo ist denn das verdammte Ding?«, murmelte er.

Schließlich fand er den Schalter, drückte ihn tief in die Fassung und das Oberlicht flammte auf. Es war so grell, dass er unwillkürlich die Augen zusammenkniff und gleichzeitig den Elektriker sowie den Besitzer des Hauses verfluchte. Als sich seine Augen weitgehend an die brutale Helligkeit gewöhnt hatten, beugte er sich über das Waschbecken, drehte den Wasserhahn auf und ließ das eiskalte Wasser in seine zu einem Trichter geformten Hände laufen. Einer Schaufel gleich hob er die Hände hoch und schüttete sich das kühle Nass ins Gesicht. Diese Prozedur wiederholte er noch einige Male, bis er das Gefühl hatte, einigermaßen erfrischt zu sein. Dann drehte er den Hahn wieder zu und richtete sich auf. Der Mann, der ihn aus dem Spiegel heraus anblickte, sah aus, als hätte er seine besten Jahre bereits lange hinter sich. Unter den Augen befanden sich so dunkle Ringe, dass man denken konnte, Burgmeister hätte sich für ein Goth-Treffen geschminkt. Die dunklen Haare, die normalerweise kurz geschnitten waren, waren in den vergangenen Wochen gewachsen und sahen aus, als würden sie einem unter Strom gesetzten Eichhörnchen gehören. Auf seiner Stirn hatten sich tiefe Falten eingegraben, die den Oberkommissar unwillkürlich an die Schützengräben des Ersten Weltkriegs erinnerten, die er einmal bei einem Urlaub in Ost-Frankreich besucht hatte.

Seine Nase stand leicht schief, was einer Schlägerei vor mehreren Jahren geschuldet war. Die Lippen waren schmal und leicht nach unten gezogen, was ihm den Ausdruck eines missmutigen Menschen verlieh, der im Leben nicht viel zu lachen hatte.

Hast du ja auch nicht, dachte er.

Das seiner Meinung nach Interessanteste und noch immer Schönste an ihm waren seine Augen. Diese glichen farblich reifen Kastanien, lagen vergleichsweise tief in ihren Höhlen und hatten einen nicht unerheblichen Erfolg bei Frauen. Zumindest vermutete er das, denn er war seit einigen Jahren verheiratet, und bei seiner Arbeit hatte er vor allem mit Männern zu tun. Burgmeister wandte sich ab und stieg in die kleine Duschkabine, wobei der Begriff Kabine in diesem Zusammenhang übertrieben erschien, denn viel eher handelte es sich dabei um eine mit einem Vorhang abgetrennte Ecke, in dessen Boden sich ein vergitterter Abfluss befand. Während er das warme Wasser genoss und dem gleichmäßigen Brummen der Wasserpumpe lauschte, dachte er an den vergangenen Abend zurück.

Ursprünglich hatte er nur vorgehabt, zur örtlichen ABC-Tankstelle zu fahren und sich zwei Dosen Bier und eine Tiefkühlpizza zu holen. Doch dann war er irgendwie dort hängengeblieben, als der Kassierer, der, wie er im Laufe des Abends erfahren hatte, Mika hieß und einige Jahre in Deutschland studiert hatte, ihn auf einen Drink eingeladen hatte. Aus einem Glas waren schließlich mehrere geworden, und immer mehr von Mi