Es war ein grauer Morgen, der mich empfing, als ich die schweren Fensterläden öffnete. Das alte Holz knirschte und ächzte, als wäre es noch zu früh am Tag, um bewegt zu werden. Ich atmete die frische und kühle Luft tief ein und schloss für einen Moment die Augen. Die Luft im Inneren meiner Kammer war stickig und feucht, auch wenn ich stets das Fenster geöffnet hielt. Nicht jeder Bewohner der Burg hatte das Glück, ein so großes Fenster zu haben, doch ich empfand es mehr wie ein winziges Guckloch, durch das ich nur einen kleinen Blick auf die unendlichen Weiten außerhalb der Burgmauern erhaschen konnte. Ich ging zu der mächtigen Truhe am Fuß meines Bettes und ließ den Anblick des Aeger hinter mir. Heute war der Tag, an dem die gefangenen Geächteten aus den Minen des Aeger freigelassen werden sollten. Heute war der Tag, für den ich die Stämme hinter mir gelassen hatte, und mit ihnen auch den Mann, den ich liebte. Balian. Es verging kein Augenblick, kein Atemzug, an dem ich ihn nicht mit jeder Faser meines Körpers vermisste. Doch viel schlimmer als die unerträgliche Sehnsucht nach ihm war die Ungewissheit, wie es ihm erging. Ich wusste, dass er nicht böse sein würde und dass er