1. Einleitung:
1. Themenstellung und Gründungsgeschichte:
„Sůcht haim darnach Dorotheer,
Die habn ein schönes Clösterlein,
Gepaut inwendig wie ein schrein.
Drinn Graf Niclaß von Salm grab,
An welchen Du magst nemen ab,
Wieviel schlachten und ehrlich that
Der Edel Graf begangen hat.“1
Dieses Zitat aus dem „Lobspruch der Stadt Wien“ Wolfgang Schmelzls2 (um 1500 bis um 1564), des Schulmeisters am Wiener Schottenstift, charakterisiert die beiden Fragestellungen der vorliegenden Arbeit:
Wer waren jene Laien und Weltpriester, die im Augustiner-Chorherren-Stift St. Dorothea in Wien (Dorotheergasse 17) bestattet wurden, und wie beeinflusste die Baugeschichte des Stiftes das Schicksal seiner Grabstellen und Grabmonumente?
St. Dorothea war aus einer kleinen Kapelle hervorgegangen, die zwischen der Laderstraße und der Färberstraße bzw. -gasse (heute Wien 1., Spiegelgasse 16 und Dorotheergasse 17) lag.
Herzog Albrecht II. von Österreich (1298-1358) mit den Beinamen der Weise oder der Lahme hatte die Kapelle spätestens 1353 zu Ehren der heiligen Jungfrauen Dorothea und Catharina sowie aller Himmelsbürger gestiftet.
Rudolf II. (1339-1365) stellte sie fertig und ließ sie am 25. Mai 1360 durch den Bischof von Passau Gottfried von Weißeneck (1342-1362) weihen.
Die Kapelle und das benachbarte Wohngebäude der Geistlichen wandelte Andreas Plank, Pfarrer der Doppelpfarre Gars-Eggenburg und seit 1406 Rektor der Kapelle, in ein Kloster der Augustiner Chorherren um. Sein ehemaliger Schüler Herzog Albrecht V., dem Plank von 1411-1435 als Kanzler diente, bestätigte diese Stiftung am 15. August 14143 (Mariae Himmelfahrt).
Ein Notariatsakt vom 12. Dezember 14144 beurkundete die Umwandlung in ein Kloster regulierter Chorherren nach dem Vorbild von Wittingau und dem 1410 gegründeten