: Walter Zechmeister
: Grüfte und Gräber in St. Dorothea Bestattung Klosterfremder bei den Wiener Augustiner Chorherren
: Buchschmiede von Dataform Media GmbH
: 9783991398493
: 1
: CHF 12.80
:
: Geschichte
: German
Im Seitenhof des Wiener Dorotheums sind 40 Grabsteine etc. aus dem ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stift St. Dorothea eingemauert. Das Buch beschreibt inklusive zahlreichen Bildern die über 230 klosterfremden Personen, die im Stift bestattet waren, samt ihren Familien. Darunter waren auch zahlreiche Adelige der Familien Herberstein, Salm etc., auch der Barockarchitekt Matthias Steinl.

Walter Zechmeister, geboren in St. Pölten, Studium der Germanistik und Klassischen Philologie (Latein). Unterricht an einer AHS und wissenschaftliche Arbeiten mit dem Schwerpunkt auf Editionen mittelalterlicher lateinischer Texte, unter anderem: - Zechmeister, Walter: Christani Campililiensis Opera poetica. Verlag Brepols, Turnholti 1992 (Corpus Christianorum, Continuatio mediaevalis 19A/B). - Zechmeister, Walter: Glossae de evangeliis dominicalibus. Glossen über die Sonntagsevangelien. Pseudo-Albertus-Magnus in der Bearbeitung eines Zisterziensers. Aus dem Codex Campililiensis 144 fol. 72ra-78ra. Ediert, übersetzt und kommentiert von W. Z. Verlag Bautz, Nordhausen 2004. - Zechmeister, Walter: Flosculus beatae virginis. Marienallegorien als Brief eines Zisterziensers. Verlag Bautz, Nordhausen 2015. Ediert, übersetzt und kommentiert von W. Z. Verlag Bautz, Nordhausen 2015. - Zechmeister, Walter: St. Dorothea in Wien. Die Augustiner Chorherren von 1414 bis 1534. MyMorawa, Wien 2019.

1. Einleitung:

1. Themenstellung und Gründungsgeschichte:

„Sůcht haim darnach Dorotheer,

Die habn ein schönes Clösterlein,

Gepaut inwendig wie ein schrein.

Drinn Graf Niclaß von Salm grab,

An welchen Du magst nemen ab,

Wieviel schlachten und ehrlich that

Der Edel Graf begangen hat.“1

Dieses Zitat aus dem „Lobspruch der Stadt Wien“ Wolfgang Schmelzls2 (um 1500 bis um 1564), des Schulmeisters am Wiener Schottenstift, charakterisiert die beiden Fragestellungen der vorliegenden Arbeit:

Wer waren jene Laien und Weltpriester, die im Augustiner-Chorherren-Stift St. Dorothea in Wien (Dorotheergasse 17) bestattet wurden, und wie beeinflusste die Baugeschichte des Stiftes das Schicksal seiner Grabstellen und Grabmonumente?

St. Dorothea war aus einer kleinen Kapelle hervorgegangen, die zwischen der Laderstraße und der Färberstraße bzw. -gasse (heute Wien 1., Spiegelgasse 16 und Dorotheergasse 17) lag.

Herzog Albrecht II. von Österreich (1298-1358) mit den Beinamen der Weise oder der Lahme hatte die Kapelle spätestens 1353 zu Ehren der heiligen Jungfrauen Dorothea und Catharina sowie aller Himmelsbürger gestiftet.

Rudolf II. (1339-1365) stellte sie fertig und ließ sie am 25. Mai 1360 durch den Bischof von Passau Gottfried von Weißeneck (1342-1362) weihen.

Die Kapelle und das benachbarte Wohngebäude der Geistlichen wandelte Andreas Plank, Pfarrer der Doppelpfarre Gars-Eggenburg und seit 1406 Rektor der Kapelle, in ein Kloster der Augustiner Chorherren um. Sein ehemaliger Schüler Herzog Albrecht V., dem Plank von 1411-1435 als Kanzler diente, bestätigte diese Stiftung am 15. August 14143 (Mariae Himmelfahrt).

Ein Notariatsakt vom 12. Dezember 14144 beurkundete die Umwandlung in ein Kloster regulierter Chorherren nach dem Vorbild von Wittingau und dem 1410 gegründeten