: Terence Brown
: Der Herr der bösen Träume Horrorkabinett - Band 3
: Novo Books
: 9783961273423
: 1
: CHF 1.80
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: Horror
: German
: 100
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Schreckliche Alpträume plagen zuerst Judy Summers, dann auch ihren Verlobten Hrold Mortimer. Als Judy spurlos verschwindet, schaltet Harold Scotland Yard ein. Inspektor Perkins nimmt die Ermittlungen auf. Schnell gelangt er zur Überzeugung, dass es in diesem Fall nicht mit rechten Dingen zugeht. Er wendet sich an Professor Cumberland, der sich mit okkulten Phänomenen auskennt. Für die beiden Männer beginnt eine unglaubliche Reise in die Welten der Träume, während das junge Paar gezwungen wird, das Grauen auf der Erde zu verbreiten. Gibt es für die Menschheit noch eine Rettung?
Nebel lag über London. Schon seit Tagen beherrschte das wattige Gebräu die Millionenstadt an der Themse. Die Straßenlaternen verbreiteten ein diffuses Licht und kämpften einen fast aussichtslosen Kampf gegen die wabernden Nebelmassen. Judy Summers schlug ihren Mantelkragen hoch. Ihr blondes, bis über die schmalen Schultern fallendes Haar wirkte zerzaust. Die fünfundzwanzigjährige Frau beschleunigte ihre Schritte. Sie fröstelte. Ihre blauen Augen versuchten die Nebelschleier zu durchdringen, während sie die vollen Lippen fest aufeinander presste. Seit über einer Stunde hielt sie Ausschau nach einem Taxi, doch es war einfach nichts zu machen. Sie hatte das Gefühl, dass gerade heute alle Taxifahrer streikten. Fast unmerklich war es Nacht geworden. Die dunklen Schatten mischten sich mit den Nebelmassen. Hohl klangen die Schritte der jungen Frau auf dem feuchten Straßenpflaster. Judy Summers hatte schon lange die Orientierung verloren. Sie hatte eine Freundin besucht, wollte von dort einige Schritte bis zum nächsten Taxistand gehen, doch später, als sie keinen Wagen vorfand, nutzte sie diese Gelegenheit zu einem Spaziergang. Und dann hatte sie sich verirrt. Kleine Häuser, in denen kein Licht brannte, säumten die Straße. Müll und Unrat lagen herum. Kein Geräusch war zu vernehmen. Die junge Frau kam sich vor wie auf einer einsamen Insel. Judy wurde immer nervöser. Der Nebel war so dicht, dass sie keine zehn Yards weit sehen konnte. Sie räusperte sich mehrmals und versuchte, den dicken Kloß hinunterzuschlucken, der ihr in der Kehle saß. Sie hatte plötzlich Angst. Ein kleiner dunkler Schatten schoss auf die junge Frau zu, die einen erschrockenen Schrei ausstieß und zur Seite sprang. Die schwarze Katze kauerte sich wenige Schritte vor Judy auf den Boden. Die gelben Augen waren wie zwei kleine Scheinwerfer auf die Frau gerichtet. Judy Summers presste eine Hand vor den Mund. Ihr Herz hämmerte zum Zerspringen. Ein keuchender Laut verließ ihre Kehle. Sie machte einen großen Bogen um die Katze, die sich jedoch ebenfalls im Kreis drehte und die Frau nicht aus den Augen ließ. Wieder pulsierte diese unbeschreibliche Angst durch Judys zierlichen Körper. Fort, nur fort, dachte sie immer wieder. Ich muss ein Taxi finden und in die Innenstadt gelangen, wo es Menschen gibt. Das gibt es doch alles gar nicht. Vielleicht träume ich nur? Judy