: Jo Beverley
: Die wilde Sehnsucht der Lady
: dp Verlag
: 9783968178431
: Forbidden Love-Reihe
: 1
: CHF 4.40
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German

Eine bezaubernde Verführerin, ein aufrechter Lord und eine gefährliche Leidenschaft…
Die prickelnde  Regency Romance für Fans von Loretta Chase

Endlich befreit von ihrem alten, grausamen Ehemann will Serena Riverton– nun eine reiche Erbin– nichts mehr mit Männern oder der Ehe zu tun haben. Doch ihre gewissenlosen Brüde , die sie damals mit 15 Jahren an ihren verstorbenen Ehemann verkauft haben, möchten erneut aus ihr Profit schlagen. So bleibt Serena nichts anderesübrig, als Halsüber Kopf zu fliehen– zufälligerweise in die Arme des gutaussehenden Lord Francis Middlethorpe. Kann er ihr die Sicherheit geben, die sie braucht?

Lord Middlethorpe steht kurz vor der Vermählung mit einer langweiligen Adelstochter. Schon lange ist er in seinem geordneten Leben gefangen, fühlt sich in der Vorhersehbarkeit aber auch wohl. Doch als er der bezaubernden Ausreißerin Serena begegnet, zieht diese ihn nach einer gemeinsamen leidenschaftlichen Nacht in ihren Bann. Sie verführt ihn nach allen Regeln der Kunst und schon bald braut sich ein handfester Skandal zusammen. So steht der Lord vor der Frage: Pflicht oder Verlangen?

Erste Leserstimmen
„die Autorin verbindet Humor und Liebe zu einem gelungenen Lesevergnügen“ br />„Serena und Francis sind besonders, eigensinnig, einfach liebenswert“
„durch den lebendigen und bildhaften Schreibstil flogen die Seiten des Buches nur so dahin“
„beim Lesen dieses historischen Liebesromans wurde ich überrascht, war erschüttert, musste schmunzeln“



Jo Beverley war eine der Top-Autorinnen historischer Liebesromane und eines von nur zwölf Mitgliedern der Romance Writers of America Hall of Fame. Sie wurde in England geboren und wuchs dort auf. Sie hatte einen Abschluss in englischer Geschichte von der Keele University in Staffordshire. Sie wanderte mit ihrem Mann nach Kanada aus, kehrte aber nach England zurück, wo sie blieb, bis sie am 23. Mai 2016 verstarb. Sie hinterlässt ihren Ehemann, zwei Söhne und eine Enkelin. Jo schrieb über vierzig Romane, die in ihrer Heimat England spielen, und sie gewann zahlreiche Auszeichnungen, darunter fünf RITA Awards.

Erstes Kapitel


Im kühlen und staubigen Esszimmer von Grove House in Sussex saßen drei Personen gemeinsam am Frühstückstisch. Die ungehobelten Allbright-Brüder spülten schmatzend Rindfleisch mit Bier hinunter. Ihre Schwester, Serena Riverton, zog ihren schweren Wollschal fester um sich und vertiefte sich in einen Gedichtband, während sie an einem Stück Toast knabberte und an ihrem Tee nippte.

Will Allbright starrte beim Kauen und Schlürfen ausdruckslos ins Leere, während sein älterer Bruder Tom beim Durchsehen der Post vor sich hin murmelte.

»Mahnungen, Mahnungen, nichts als Mahnungen.« Er warf drei der Briefe achtlos ins Feuer. »Ah, das ist schon eher nach meinem Geschmack!« Er riss einen Brief auf und las ihn begierig. »Endlich! Hey, Serry, Samuel Seale möchte dich heiraten.«

Seine Schwester, eine außergewöhnlich schöne Frau, sah von ihrer Lektüre auf. »Was hast du gesagt?« Dann wich alle Farbe aus ihren Wangen, sie erhob sich und wich vom Tisch zurück. »O nein, Tom. Auf gar keinen Fall. Ich werde auf keinen Fall noch einmal heiraten!«

»Nein?«, fragte ihr Bruder und stopfte sich den Mund erneut mit Essen voll. »Und was wirst du dann tun, Schwesterherz? Als Straßenhure arbeiten?«

Serena Riverton schüttelte verzweifelt den Kopf, sprachlos vor Entsetzen. »Ich kann von dem Geld leben, das Matthew mir hinterlassen hat.«

Ihr jüngerer Bruder Will, der von schlichtem Gemüt war, drehte sich um und sah sie an. »Davon ist nichts mehr übrig, Serry.« Er schien überrascht, dass sie nichts davon wusste, und machte einen fast reumütigen Eindruck. Doch Serena kannte ihre Brüder. In ihrem ganzen selbstsüchtigen Leben hatten die beiden großen, korpulenten Männer mit den derben Gesichtszügen nicht auch nur eine einzige Verfehlung bereut, es sei denn, sie hatten deswegen Unannehmlichkeiten bekommen.

Während Serena noch völlig sprachlos dastand, schaufelte Will sich ein letztes riesiges Stück Brot in den Mund und erhob sich vom Tisch, um sich vor dem Kamin zu wärmen. Nachdem er das spärliche Feuer erfolgreich zum Auflodern gebracht hatte, holte er eine Guinee aus der Tasche und begann, sie in die Luft zu werfen.

Serena folgte der glitzernden Münze benommen mit den Augen und versuchte zu begreifen, was sie soeben gehört hatte. »Nichts mehr übrig?«, wiederholte sie. »Wie kann von all dem Geld nichts mehr übrig sein? Mein Mann ist erst seit drei Monaten tot. Wie ist es möglich, dass von dem Geld nichts mehr übrig ist?«

Aber schon als sie die Worte aussprach, kannte sie die Antwort. Das Geld war für das ausgegeben worden, wofür alles Geld in diesem heruntergekommenen Haus ausgegeben wurde: für das Wirtshaus, fürs Würfelspiel, das Pferderennen und das Freudenhaus!

Sie wandte die Augen von Wills Münze ab, um Tom einen zornigen Blick zuzuwerfen. »Das ist gemeiner Diebstahl!« Ihr Bruder lud sich ein weiteres großes Stück Rindfleisch auf die Gabel. »Versuchst du mir ein schlechtes Gewissen zu machen, Serry? Wird dir nicht viel nützen. Steine lassen sich nicht erweichen.«

Steine, dachte Serena verzweifelt. Genau das waren sie. Herzlos wie Steine, und genauso dumm.

»Von dem Geld hättest du sowieso nicht lange leben können«, sagte Will. »Was sind schon dreitausend Guineen? Etwas Kleingeld, mehr nicht.«

Tom stimmte grunzend zu. »Wer hätte schon vermutet, dass Riverton sein Vermögen so durchbringt? Wir dachten, du wärst eine reiche Witwe, Serry, sonst wären wir doch gar nicht so erpicht darauf gewesen, dich wieder nach Hause zu holen. Von dreitausend Guineen kannst du nicht mal deine Kleider bezahlen.« Seine schmalen Augen wanderten über ihr Gewand aus erlesenem, handgewebtem Tuch.

Serena wusste nur zu gut, wie sehr der Schnitt ihres Kleides ihre Figur betonte, doch sie hätte nicht erwartet, dass einer ihrer Brüder sie auf diese Weise ansehen würde.

Sie schlug ihren schweren Wollschal fester um sich, um seine Blicke abzuwehren. »Dafür würde es allemal reichen«, antwortete sie mit zusammengebissenen Zähnen. »Auch wenn es für euch unvorstellbar ist, bin ich sicher, dass man durchaus ein anständiges Leben von dem bloßen Zins von dreitausend Pfund bestreiten kann.«

»Das wäre aber ein verdammt langweiliges Leben«, sagte Will in liebenswürdigem Unverständnis. »Das wäre sicher nichts für dich, Serry.«

Serena schlich sich von hinten an und griff schnell nach der sich in der Luft drehenden Münze. »Doch, das wäre es, Will.« Sie wandte sich an Tom. »Ich verlange mein Geld zurück. Wenn ihr es mir nicht zurückzahlt, bringe ich euch vor Gericht.«

Ihr Bruder brach i