18
Axel
Oliver rauschte ins Haus wie ein Wirbelsturm, als ich die Tür öffnete. Stumm wanderte er im Wohnzimmer auf und ab, bis er mich schließlich, die Hände in die Hüften gestützt, mit verärgertem Gesicht anstarrte.
»Was hast du getan, verdammt noch mal? Was denkst du dir eigentlich? Du hast mir gesagt, dass sie dich nicht sehen würde, dass du ihr nicht den Abend versauen würdest. Und zu allem Überfluss nimmst du auch noch Kontakt mit der Universität auf, um ihr Agent zu werden? Das kann doch nicht dein Ernst sein? Ist dir nicht in den Sinn gekommen, vorher mal mit mir darüber zu sprechen?«
»Das wollte ich ja. Aber dazu fehlte die Zeit.«
»Was ist bloß los mit dir, verdammte Scheiße?«, brüllte er.
»Ich bin es leid zu heucheln, das ist los.«
Ich stützte mich auf den Küchentresen und versuchte, ruhig zu bleiben, denn etwas anderes fiel mir nicht ein, damit dieses Gespräch nicht aus dem Ruder lief, weil das Ganze viel zu belastet war, da wir nie vernünftig über die Sache mit Leah gesprochen hatten. Zumindest nicht, ohne uns zu prügeln. Das war der einzige Versuch gewesen, uns damit auseinanderzusetzen, und er war nicht gut ausgegangen.
»Was soll das alles, Axel?«
»Ich kann es nicht mehr verdrängen.«
»Was?« Oliver atmete tief durch.
»Sie. Was passiert ist. Was wir erlebt haben, verdammt. Ich kann nicht weiter durch diese verfluchte Wand mit dir reden und so tun, als wäre nichts geschehen, als wäre alles normal.« Unbewusst war ich laut geworden.
»Was versuchst du, mir zu sagen?«, fragte er, und mir schien, dass er wirklich überrascht war.
Ich raufte mir das Haar und wog jedes Wort ab.
»Warum bist du zurückgekommen? Warum bist du eines schönen Tages einfach wiederaufgetaucht?«
Jetzt galt seine Überraschung dieser Frage, die unserer Auseinandersetzung eine andere Richtung gab. Er wies mit dem Kinn zur Veranda, und ich folgte ihm. Draußen bot ich ihm eine Zigarette an und entzündete mir selbst eine. Er brauchte einen Moment, bis er sich entschieden hatte, ob er das Gespräch fortsetzen wollte. Doch diesmal war ich nicht bereit zurückzuweichen.
»Ich werde heiraten«, stieß er plötzlich hervor.
»Und was, zum Teufel, hat das damit zu tun?«
Nicht, dass ich mich nicht für ihn gefreut hätte, aber …
»Als Bega mich gefragt hat, wer mein Trauzeuge sein würde, wurde mir klar, dass das nur du sein kannst. Und mir wurde bewusst, dass wir beide nicht nur Freunde waren