Es ist der 6. September 2015. Robin Denso sitzt am Lenkrad seines orange-schwarzen McLaren-Honda und rast über den »Autodromo Nazionale di Monza«. Er ist jetzt in Runde 33, noch 20 weitere, dann wird das Rennen zu Ende sein. Es ist heiß, die Sonne brennt schon den ganzen Tag vom blauen Himmel und wird sich erst am Abend zurückziehen. Robin Denso spürt die Wärme des Sommertages nicht, die Hitzeentwicklung des 1000 PS starken Rennmotors hinter seinem Rücken stellt jede andere Wärmequelle in den Schatten. Eben hat er die Kurve »Seconda Variante« hinter sich gebracht, Meter für Meter holt er den vor ihm fahrenden Wagen ein. Sein Formel-1 Wagen läuft gut, das Fahrwerk von McLaren ist eines der besten auf der Welt. Der kreischende Lärm des Honda-Motors hätte ohne Gehörschutz seine Trommelfelle zerrissen.
Robin fährt jede Kurve und jeden Meter der Geraden mit traumwandlerischer Sicherheit. Mit seinen Runde für Runde völlig identischen Bremsmanövern und der Fähigkeit, die möglichen Geschwindigkeiten in den Kurven mit einer Präzision einzuschätzen, die nur ein genialer Rennfahrer besitzt, hat er sich auf den vierten Platz vorgearbeitet. Dabei sah es zuerst gar nicht gut aus. Ein kurzer Aussetzer des Motors beim Start hat ihn auf den vorletzten Platz zurückgeworfen. Unter dem Jubel der Zuschauer hat er eine beispiellose Aufholjagd hingelegt. Mit etwas Glück, und wenn ihn die Technik nicht im Stich lässt, könnte er vielleicht sogar auf dem Treppchen landen.
Mir 17 Jahren fing er an, Gokarts zu fahren. Bald wurde man auf ihn aufmerksam und er erhielt von den großen Firmen lukrative Angeb