: Günter Kampf
: Pandemiemanagement auf dem Prüfstand Maskenpflicht
: Books on Demand
: 9783757855482
: 1
: CHF 8.70
:
: Allgemeines
: German
: 204
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
"Masken sind sehr wirksam". Diese Botschaft wurde während der COVID-19-Pandemie fortwährend verbreitet. Doch hat das Tragen der Maske im öffentlichen Raum tatsächlich Übertragungen von Atemwegsviren verhindert bzw. den Träger vor einer viralen Atemwegsinfektion geschützt? Reicht der Nachweis einer sehr guten Filtrationsleistung des Maskenmaterials als Beweis, dass die Maske seinen Träger vor Atemwegsviren schützt? Beweist eine Korrelation zwischen dem Tragen der Maske und niedrigeren Raten viraler Atemwegsinfektionen in Beobachtungsstudien, dass das Ergebnis durch die Masken verursacht wurde? Diese Fragen werden im vorliegenden Buch anhand der Maßstäbe der evidenzbasierten Medizin beantwortet, indem das Studiendesign bei der Bewertung von Ergebnissen berücksichtigt wird. Denn nur aus randomisierten kontrollierten Studien kann abgeleitet werden, ob Masken tatsächlich die Ursache für eine Reduktion des Übertragungsrisikos sind. Die Ergebnisse zeigen, dass Alltagsmasken das Risiko einer viralen Atemwegsinfektion sogar signifikant erhöhen können und dass OP-Masken oder FFP2-Masken praktisch durchgängig keinen relevanten gesundheitlichen Nutzen hatten. Doch Masken führen bei längerem Tragen in unterschiedlicher Häufigkeit zu Kopfschmerzen, Atemnot oder Juckreiz. Unter Anwendung der Maßstäbe der evidenzbasierten Medizin war eine Pflicht für Masken im öffentlichen Raum wegen der geringen bis fehlenden Wirkung wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen, denn sie war neben der zweifelhaften Wirkung mit der Einschränkung von Grundrechten wie der körperlichen Unversehrtheit verbunden.

Günter Kampf ist Sachbuchautor, selbstständiger Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin in Hamburg sowie außerplanmäßiger Professor für Hygiene und Umweltmedizin an der Universität Greifswald. Er hat mehr als 240 wissenschaftliche Veröffentlichungen in meist internationalen Fachzeitschriften, 44 Buchkapitel sowie zehn Fachbücher veröffentlicht. Die wissenschaftlichen Themenschwerpunkte sind verschiedene Aspekte der Händehygiene, Flächendesinfektion, Resistenzbildung gegenüber Wirkstoffen in Desinfektionsmitteln sowie Präventionsmaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie.

7.3. Seide


Masken aus Seide zeigten eine Filtrationsleistung zwischen 5 % und 99 %. Seidenhemden waren recht effektiv, was möglicherweise an dem engmaschigen Stoff liegt. Der in der Öffentlichkeit manchmal zu sehende Seidenschal hatte mit 27,6 % nur eine mäßige Filtrationsleistung (Tabelle 8).

Art der SeidenmaskeDurchmesser der Tröpfchen-PartikelFiltrationsleistungQuelle
Serviette0,075 μm4,8 %*[63]
Schal0,04 μm27,6 %*[65]
Kommerzielle Maske6 μm50,3 %**[73]
Kommerzielle Maske2,6 μm63,6 %**[73]
Gebrauchtes Hemd0,1 μm92,9 % - 98,7 %**[66]

Tabelle 8: Filtrationsleitung ausgewählter Alltagsmasken aus Seide in Abhängigkeit von der Partikelgröße;*gemessen mit Kochsalzlösung;**gemessen mit dem Bakteriophagen MS2; zum Vergleich: der Durchmesser von SARS-CoV-2 ist etwa 0,06 bis 0,14 μm [67].

7.4. Medizinische Maske und OP-Maske


Hier handelt es sich um Medizinprodukte mit definierten Anforderungen an die Filtrationsleistung. Nach EN 14683 muss eine medizinische Maske mindestens 95 % der Bakterien entfernen, eine OP-Maske sogar mindestens 98 %. Nur dann sind diese Produkte verkehrsfähig. Einzelne Studien mit Tröpfchen von einem Durchmesser zwischen 0,04 μm und 0,075 μm zeigten mit 19 % bis 97 % teilweise eine geringere Filtrationsleistung [63][65][74]. Das muss jedoch kein Widerspruch sein. Denn der Durchmesser der Tröpfchen in diesen Studien ist deutlich kleiner als der des BakteriumsStaphylococcus aureus mit etwa 0,5 bis 1,5 μm, mit dem nach EN 14683 die Filtrationsleitung von Bakterien bestimmt wird. Beim Husten fällt die Filtrationsleistung (Tröpfchen zwischen 0,01 μm und 0,2 μm) mit 47 % geringer aus, auf einer feuchten OP-Maske ist sie mit 43 % noch niedriger [69]. OP-Masken konnten den Durchlass von Tröpfchen beim Niesen und Husten deutlich reduzieren, lediglich ein Anteil von 0,6 % war hinter der Maske nachweisbar [72]. Das Material von OP-Masken war unter Laborbedingungen in der Lage, mindestens 99,6 % der vernebelten Viren abzu