: Dirk Eilert
: Integratives Persönlichkeitscoaching mit emTrace Heldenreise und Emotionscoaching
: Junfermann Verlag
: 9783749503827
: 1
: CHF 43.40
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 422
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Aus Geschichten lernen, wie Veränderung gelingt Warum lieben wir als Menschen Geschichten? Weil ihnen die Kraft innewohnt, uns zu berühren, zu bewegen und innerlich zu transformieren. Doch wie ist dies psychologisch zu erklären und wie lässt sich die universale Struktur von Geschichten - die Heldenreise - für emotionale Veränderungsprozesse im Coaching nutzbar machen? Das emTrace-Phasenmodell des persönlichen Wachstums stellt Ihnen mit den zwölf Stationen der Heldenreise einen Rahmen für die Begleitung bei tiefgreifenden Veränderungen zur Verfügung. Solche Veränderungen - etwa Existenzgründung, Arbeitsplatzwechsel oder Ende bzw. Beginn eines Lebensabschnitts - berühren das Rollenverständnis und Identitätsgefühl von Klient:innen. Um sie bei einer ressourcenvollen und proaktiven Gestaltung von Veränderungen zu unterstützen, braucht es Interventionen, die auf der Identitätsebene der Persönlichkeit ansetzen.

Dirk W. Eilert ist Wirtschaftspsychologe (M.Sc.), spezialisiert auf emotionale Intelligenz. Als einer der führenden Mimik- und Körperspracheexperten im deutschsprachigen Raum ist seine Expertise regelmäßig in Radio, TV und Printmedien gefragt. Mehr Informationen unter www.eilert-akademie.de

Einführung: Was bedeutet Emotionscoaching auf Identitätsebene?


Benedikt und Sonja waren seit dem Abitur, das 16 Jahre zurücklag, ein Paar. Vor zwei Monaten hat er ihr einen Heiratsantrag gemacht, um ihre gemeinsame Liebe zu besiegeln. Doch Sonjas Antwort fiel anders aus, als er erwartet hatte: „Ich kann dich nicht heiraten. Ich überlege seit Monaten, wie ich es dir schonend beibringen soll. Ich möchte mich trennen, Benni. Ich habe nicht das Gefühl, dass du irgendwann deinen Job auf die Reihe bekommst. Du wirst nie genug Geld verdienen, um eine Familie zu ernähren. Außerdem bist du mir zu anhänglich. Am Anfang war das ja süß, aber in den letzten Jahren ist das wirklich immer schlimmer geworden. Das strengt echt an.“ Benedikt war am Boden zerstört, zumal er mit einer ganz anderen Reaktion gerechnet hatte. Wobei er zugibt, es doch schon irgendwie gespürt zu haben. Er hatte sich aber – aus Angst vor der Wahrheit – nicht getraut, es bei Sonja anzusprechen. „Irgendwie hat sie schon recht“, sagt er. „Ohne sie fühle ich mich einfach nicht vollständig und jobmäßig habe ich mich echt verrannt. Ich habe immer davon geträumt, einmal viel Geld zu verdienen. Ich bin im Versicherungsvertrieb, aber irgendwie stagniere ich da schon seit Jahren. So richtig Geld verdiene ich damit jedenfalls nicht.“ Als ich Benedikt nach seinem Coachingziel frage, antwortet er: „Ich möchte in meine Kraft kommen – das Gefühl haben, dass ich jemand bin, der seinen Mann steht und die Dinge anpackt. Aber: Ohne dass ich meine ‚weiche‘ und liebevolle Seite verliere.“ Wie würden Sie im Coaching mit Benedikt vorgehen?

Annika hatte schon zu Beginn ihres Studiums gespürt, dass Verwaltungswissenschaften nicht das Richtige für sie sind. Ihr Vater, ein Urgestein im Düsseldorfer Ordnungsamt, hatte ihr aber immer wieder gepredigt: „Kind, geh in die öffentliche Verwaltung, das ist sicher.“ Deswegen hatte sie ihr Studium durchgezogen und war anschließend sogar ein bisschen erleichtert, als sie als Beamtin vereidigt wurde. Auch wenn sie eigentlich davon träumte, Psychologie zu studieren. Warum sich Menschen so verhalten, wie sie sich verhalten, hatte sie schon immer wahnsinnig interessiert. In jedem Urlaub verschlang sie Stapel an psychologischen Fachbüchern. Als sie zu mir ins Coaching kommt, ist sie emotional an einem Tiefpunkt angelangt: „Mein Job erfüllt mich einfach nicht, ich spüre schon seit Jahren immer wieder den Wunsch, Psychologie zu studieren. Vor drei Wochen hat mir meine beste Freundin erzählt, dass sie sich gerade an einer Hochschule immatrikuliert hat und doch tatsächlich jetzt ein Psychologie-Studium anfängt. Ich würde das gerne auch tun, traue mich aber einfach nicht, diesen Schritt zu machen – ich kann doch die Sicherheit nicht einfach aufgeben.“ Was hat dieser Coachingfall mit dem ersten gemeinsam?1

Die drei Kriterien emotionaler Kernthemen auf Level 3


Der gemeinsame Nenner beider Fälle – und das ist kennzeichnend für ein Coaching auf Identitätsebene (Level 3) – ist: Sowohl Benedikt als auch Annika geht es um eine Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Der Unterschied zu einem emotionalen Kernthema, das auf Level 1 liegt, umfasst hier vor allem drei Punkte:

  1. Das emotionale Kernthema isttranssituativ – es bezieht sich nicht auf eine einzelne Situation, sondern ist kontextübergreifend. Es involviert also das Selbstkonzept, die Idee eines Menschen, wer er ist. Dies ist z. B. bei d