: Lothar Geisler
: InnenAnsichten - Subjekt und Klassenkampf Marxistische Blätter 4_2023
: Neue Impulse Verlag
: 9783961706648
: 1
: CHF 6.20
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: Politik
: German
: 140
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Mit Beiträgen von: Werner Zimmer-Winkelmann, Annette Schlemm, Raimund Ernst, Wolfgang Trunk, Anne Rieger, John Bellamy Foster, Richard Höhmann, Patrik KöbeleWeitere Themen: »Kämpfende Wissenschaft«, J. Hösler; Über ChatGPT, P.Fleissner; Roter Erfolg in Salzburg, M. Wachter; LKW-Fahrerstreik an der A5, U. Immelt; Kampf um Arbeitszeit in Indien, V. Prashad; Das Recht auf Wohnen, P. Raimundo (PCP); Welt-Militärausgaben, F. Schmid; Kein Bündnis mit dem Hauptfeind, S. Dagdelen (MdB, Die LINKE); Friedensverhandlungen Jetzt!, L. Henken; Kittners Kriegstagebuch, F. Schneider/?M. Garlin?g/M.Kaiser; Gelöschter Antifaschismus- 80Jahre NKFD, M. Polster/ A. Schölzel; Gefährliche US-Freundschaft, W. Rügemer; Tschingis Aitmatow, J. Farrell
<p><strong>Thema: InnenAnsichten- Subjekt und Klassenkampf</strong></p><p><em>Editorial</em></p><p>Der thematische Schwerpunkt des letzten Heftes lag auf den vielfältigen Protesten gegen die Zumutungen der Verhältnisse (»Druck von unten«, Heft3/2023). Der Erfolg ist dabei abhängig von der Breite der Bewegung, also der Handlungsbereitschaft vieler Menschen. Uns hat beschäftigt, warum trotz ermutigender Entwicklungen immer noch so viele so passiv bleiben, obwohl es offenkundig ist, was alles auf dem Spiel steht.</p><p>Die Widersprüche aus Bereitschaft zum aktiven Widerstand und gleichzeitiger Unterwerfung unter die Verhältnisse gehen durch jedes Individuum hindurch und bestimmen dessen widersprüchliche Handlungen. Handlungen der Subjekte finden unter gesellschaftlichen Zwangsverhältnissen und Bedingungen statt, die sie selbst reproduzieren. Jedoch bleibt jedes Individuum frei in der Entscheidung, wie weit es in diesen Verhältnissen angepasst mitmacht, auf einen gemeinsamen Kampf gegen diese Bedingungen und Verhältnisse aber verzichtet.</p><p>Die widersprüchlichen Gründe dafür sind nur vom marxistischen Subjektstandpunkt aus zu verstehen. Die Motivation zu handeln oder sich anzupassen erwächst einem komplexen Verhältnis von Bedingungen und Bedeutungen, die für jedes Individuum subjektiv relevant sind. Mit unseren Beiträgen führen wir einen Themenbereich fort, zu dem wir bereits in der Vergangenheit immer wieder geschrieben haben. (z B.: Heft5/2009: Der Mensch und seine Natur; Heft4/2014: Bewusstsein: ein unauflösliches Rätsel?)</p><p>Werner Zimmer-Winkelmann führt aus, dass die Gattung prinzipiell das Vermögen habe, der Existenzkrise entgegenzuwirken, die Entfaltung dieses Vermögens gegen die Verursacher der Krise jedoch durch die Zerstörung der Sprech- und Beziehungsfähigkeit nur mühsam vorankommt.</p><p>Annette Schlemm verweist in ihrem Artikel darauf, dass die marxistische Kritische Psychologie das theoretische Rüstzeug dafür liefert, über kollektive Selbstverständigungen zur Handlungsfähigkeit zu kommen. Dabei bezieht sie sich auf Marx und Holzkamp, wenn sie die Veränderung der Umstände und die Selbstveränderung der handelnden Subjekte als eine widersprüchliche Einheit sieht, die im Prozess des Widerstands aktiv angegangen werden muss.</p><p>Raimund Ernst beschäftigt sich mit der widersprüchlichen Bedeutung des Begriffes »Privat«, dem das lateinische Verbum »privare« (rauben, befreien) zugrunde liegt. Er argumentiert, dass alles, was uns menschlich macht, eben nicht privatisiert werden kann, daher von uns »rückerobert« werden müsse.</p><p>Zur marxistischen Persönlichkeitstheorie schreibt Wolfgang Trunk und vergleicht dazu Lucien Sève und Klaus Holzkamp als zwei der wichtigsten marxistischen Theoretiker auf diesem Feld.</p><p>Anne Rieger beschreibt aktuelle Manipulationstechniken und ihre Wirkungen auf die Menschen, die darauf zielen, emanzipatorischen Gesellschaftskonzeptionen das Fundament zu entziehen.</p><p>Aus einem Artikel von John Bellamy Foster haben wir einen Ausschnitt übersetzt, in dem dieser den bürgerlichen Irrationalismus und die fortschreitende Zerstörung der Vernunft bei ?i?ek, Derrida und Deleuze u.?a. kritisiert.</p><p>Richard Höhmann appelliert, bei der Auseinandersetzung mit dem Neofaschismus Analyse nicht durch Etiketten zu ersetzen und sich nicht vom öffentlichen Diskurs genehmigen zu lassen, mit wem man gemeinsam demonstriert und wer als angeblich »rechtsoffen« ausgegrenzt werden sollte.</p><p>Patrik Köbele beschreibt am Beispiel seines Stadtteils die Schwierigkeiten, aus einer objektiven Klassenlage (»Klasse an sich«) ein Bewusstsein als Klasse zu entwickeln (»Klasse für sich«).</p>