: Werner Hummel
: K-aha-tholisch Mit zwei Augen sieht man besser
: Books on Demand
: 9783757842130
: 2
: CHF 6.60
:
: Christentum
: German
: 236
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
enn die bisherigen Verkehrswege verstopft sind, suchen sich die Verkehrsteilnehmer andere Wege. Die katholische Kirche sollte sich im Innern, der Struktur nach, um eine"Verkehrswende" kümmern, die den katholischen Reichtum ihre Tradtion für möglichst viele Menschen deutlich macht, nicht um der Vergangenheit willen, sondern im Blick auf die Gegenwart und Zukunft vieler Menschen, die sich zunehmend ihrer inneren Verletzlichkeit bewusst werden. Ein Auge soll dabei in die Vergangenheit ("retro") blicken, das andere in die"Zukunft" ("ante"), um zu erkennen, dass die Tradition der theologischen Erkenntnislehre Wege aus der systemischen Krise bietet. Die Konzentration auf Heilungserzählungen im Neuen Testament verdeutlicht, dass Jesus der Ausgangspunkt einer mehrsinnlichen Erneuerung der Kirche ist. Mit den beiden Augen des Glaubens (Tradition und Zukunft) sieht man auch heute besser. Ein einfaches"Weiter so" kann es angesichts der gegenwärtigen Lage der Kirchen nicht geben. Nur ein"katholisch", das die Lage analysiert ("aha") und Folgerungen daraus zieht ("aha!"), wird auch in Zukunft Bedeutsamkeit erreichen und auf Resonanz stoßen.

Werner Hummel, MA, Studium Kath. Theologie, Lateinische Philologie, Italienisch

Vorwort

Besonders die römisch-katholische Kirche, meine Kirche, scheint blind- und taub geworden zu sein für die Nöte und Sorgen, auch Interessen und Urteile vieler Menschen, wenn man die Austrittszahlen der letzten Jahre ansieht.2

Dieser Befund ist ungerecht, weil er das Engagement unzähliger Menschen, Bischöfe, Ordensleute, Priester, Diakone, Religionslehrerinnen und Religionslehrer nicht nur in der Seelsorge, der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Glauben, in den wichtigen und funktionierenden Einrichtungen der sozialen Dienste (Caritas, Sozialdienst katholischer Frauen, Männerseelsorge, etc.) entwertet.

Dieser Befund trifft zu, weil die Strukturen der Glaubens- und Wissensvermittlung, der klassischen Hilfsangebote den Bedürfnissen vieler sich verabschiedender Menschen nicht entsprechen. Sie trugen und tragen zu einem bis zur Aufdeckung des Missbrauchsskandals eher stillen, danach lauten Auszug aus der Kirche bei. Die „