Gesundheitssäule Essen und Trinken
Die wichtigsten Dinge des Lebens spielen sich zwischen Anfang und Ende des Verdauungskanals ab.
Paracelsus
Nach dem Denken, der Atmung und der Bewegung sind Essen und Trinken das Häufigste, das wir täglich tun. Ernährung liefert Energie zum Leben und beeinflusst uns vielfältiger, als wir gemeinhin annehmen.
Essen und Trinken kann etwas sehr Genüssliches sein, und es ist daher besonders verlockend, hier mit einer Prüfung unserer Gewohnheiten zu starten. Genuss macht Freude und ist Motivation per se.
Was bedeutet essen und trinken?
Wenn wir essen und trinken, haben wir die Bereitschaft, etwas außerhalb von uns, etwas Fremdes, in uns aufzunehmen, mit dem Ziel, dass es uns nährt und guttut. Wir lassen es herein und uns ein.
Vorher prüfen wir die Nahrung über Aussehen und Geruch auf mögliche Bekömmlichkeit und Schmackhaftigkeit.
Es folgt das weitere nähere Kennenlernen und Prüfen durch die Aufnahme in den Mund. Hier wird idealerweise gekaut und zerkleinert, eingespeichelt, vermischt und geschmeckt. Dieses Wahrnehmen erfordert Aufmerksamkeit und im Hier und Jetzt zu sein.
Und dann, wenn es klein genug ist, wenn wir bestenfalls alles herausgeschmeckt und für gut befunden haben, dann verleiben wir es uns ein, wir schlucken es. Nun setzen sich die nachfolgenden Organe unseres Körpers weiter mit der Nahrung auseinander und zerlegen sie in kleinste Teile.
Im Magen erfolgen die weitere Aufschlüsselung und Verarbeitung. Wenn hier festgestellt wird, dass doch etwas nicht stimmt, kann es noch wieder zurückgeschickt werden und den Magen auf umgekehrtem Wege wieder verlassen.
Wenn nicht, geht es planmäßig weiter, und der Dünndarm beschäftigt sich mit dem Aufgenommenen, das schon die ersten Verarbeitungsschritte hinter sich hat. Gallensaft und Bauchspeicheldrüsensaft helfen bei der weiteren Analyse, der Aufspaltung.
Im Dünndarm und im Dickdarm wird entschieden, was brauchbar ist und gebraucht wird, und dies wird dann in den Körper aufgenommen, dort verwendet oder eingelagert. Das Übrige, Unbrauchbare wird wieder nach draußen entlassen.
Von der Auswahl unserer Nahrung bis zu dem Zeitpunkt, in dem wir den Bissen geschluckt haben, liegt alles in unserem Einflussbereich. Nur der Mund hat Zähne zum Kauen, nur dort fließt Speichel, und nur dort schmecken wir. Wenn hier die Verarbeitung nicht gründlich erfolgt und wir recht ungeprüft, geistesabwesend, eilig herunterschlingen, werden alle nachfolgenden Organe gefordert, das Versäumte irgendwie auszugleichen oder nachzuholen. Dies ist anstrengend und kann zumeist nur sehr lückenhaft gelingen.
Wir haben also nicht nur unseren Verstand, sondern wir haben es auch in der Hand und im Mund, für unser Wohlbefinden zu sorgen!
Hierzu gehört auch, zu reflektieren, warum wir essen und trinken, also welche Bedürfnisse wir befriedigen wollen.
Wer trinkt ohne Durst, wer isst ohne Hunger, der stirbt um so junger.
Martin Luther
Körperliches Bedürfnis
Physisch, das heißt für unseren Körper, brauchen wir Nahrung zum Überleben. Hierzu gehören der Körperaufbau, die Erneuerung unserer Zellen, die Regeneration und Heilung, die Energiegewinnung für alle Aktivitäten vom Denken bis zum Laufen und auch für die Körperfunktionen. Körperfunktionen meint die Arbeit unserer Organe wie Herz, Leber, Nieren usw., den Stoffwechsel und die Entgiftung von Stoffen, die unseren Körper belasten oder die nicht benötigt werden.
Unser erwachsener Körper verfügt über etwa 100 Billionen Zellen. Es gibt ungefähr 200 verschiedene Arten von Zellen. Pro Tag müssen sich etwa 50 bis 70 Milliarden Zellen in der richtigen, vollkommenen Weise erneuern. Die Angaben in der Literatur schwanken hier und auch bei den nachstehend aufgeführten Werten, doch geben sie eine ungefähre Vorstellung.
Unsere Dünndarmschleimhaut beispielsweise erneuert sich alle 30 bis 35 Stunden, die Oberhaut etwa alle 20 Ta