: Dumas - Le Prince
: Die Totenhand. Band 1 Die Fortsetzung von 'Der Graf von Monte Christo'
: apebook Verlag
: 9783961305759
: Die Hand Gottes
: 1
: CHF 0.50
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: Historische Romane und Erzählungen
: German
Die Geschichte um den jungen Edmond Dantès, der durch ein Komplott von missgünstigen Neidern aus dem höchsten Glück in den tiefsten Abrgund geschleudert wird und schließlich, nach vierzehn Jahren unverschuldeter Kerkerhaft zurückkehrt, um als mysteriöser Graf von Monte Christo Rache zu üben an seinen Peinigern, ist den meisten bekannt. Doch kaum jemand weiß, dass es eine Fortsetzung dieser Geschichte mit gleichsam umgekehrten Vorzeichen gibt. Hier nun wird der ehemalige Rächer zum Ziel der Vergeltung, denn seine erbarmungslosen Handlungen haben ihrerseits die Schicksale Unschuldiger beeinflusst. Und so setzt sich die Geschichte der Rache fort... Dieses ist der erste von drei Bänden.

I. Wer auf Steigen und Fallen spielt.


Ob das Unglück uns trifft, ob das Schicksal uns verfolgt, was tut das? Es wird deshalb doch niemals an Menschen fehlen, die, das Lächeln auf den Lippen, die Seele von Lust erfüllt, zu uns kommen, um uns an ihren Vergnügungen teilnehmen zu lassen, solange die Not nicht offen den Zauber unseres früheren Wohlergehens vernichtet hat.

Es ist daher dieser Zauber, aber auch dieser Zauber allein, welcher die glänzende Menge, die große Welt genannt, zu uns führt, welcher macht, daß wir von derselben nicht verlassen werden, wenn sie auch weiß, daß wir unter der Last des Verhängnisses leiden. Die Baronin Danglars hatte unter diesem furchtbaren Gewichte ihr Haupt beugen müssen, denn sie war von einem harten Schlage getroffen worden; gleichwohl versammelte sie in ihrem Hause noch immer eine glänzende Menge, und sie genoß das Vergnügen, ihre goldgeschmückten Salons als die rühmen zu hören, in denen während einiger Stunden alle die unfrommen Elegants desgrünen Tisches am besten empfangen und unterhalten würden. Und nie fehlte an diesen grünen Tischen das Gold, noch der Wille zu spielen, wenn man nur nicht das Privatleben der Spieler zu ergründen strebte.

Der Stolz und der Ehrgeiz der interessanten Baronin Danglars, ihr hoher, schlanker Wuchs, ihr aristokratisch-blasses Gesicht, in welchem ein Paar schöne Augen bald funkelten, bald erloschen, je nachdem sie sich unter dem Einflusse eines süßen Gefühles erweiterten oder unter der Herrschaft des Ehrgeizes verkleinerten, ihr schneeweißer Busen, waren nicht das wenigste, was eine zahlreiche Menge in ihren Salons versammelte.

Denen, welche durch starke Eindrücke leben, mißfällt nie eine Frau wie die Baronin Danglars. Ihr geringschätziges Lächeln, ihr entschlossenes und arrogantes Wesen, welches aber unterwürfig und zärtlich war, wenn sie sich besiegen ließ, ihr beredter und scharfer Blick, ihre außerordentliche Beweglichkeit, alles trug dazu bei, sie für die jungen Modeherren zu einerLöwin zu machen, obgleich sie den Frühling des Lebens bereits überschritten hatte.

Dies war der Grund der Achtung, in welcher die Baronin Danglars sich im Jahre der Gnade 1837 befand.

Es war während einer Septembernacht eben dieses Jahres. Die Säle ihres Palastes waren glänzend beleuchtet und füllten sich nach und nach mit den Personen, welche die Gesellschaften der Baronin besuchten, die von einem Platze zu dem andern flatterte, mit Eifer und Leben sprach und die Galanterien eines ganzen Schwarmes von Kavalieren anhörte.

»Jesus, was für ein melancholisches Gesicht machen Sie, Herr Beauchamp«, sagte sie zu einem Kavalier, dessen strenge Züge einen finstern Ausdruck trugen, der ohn