: Michel Tapión
: Dunkle Jahre Eine Erregung
: Buchschmiede von Dataform Media GmbH
: 9783991397724
: 1
: CHF 9.20
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
'Dunkle Jahre' ist eine autobiografische Erregung, die das Leben schrieb, auch wenn sie teils mit Szenen unterlegt ist, um eine schlüssige Handlung darzustellen. Der Autor zeichnet die Jugend- und die Erwachsenenjahre des Protagonisten nach und beginnt mit den Erlebnissen seiner unbeschwerten Kindheit bei seinen Großeltern, die mit dem Tod der Großmutter eine Wende erfahren. Die Jahre danach sind geprägt von exzessiver Alkoholsucht seines Vaters. Die Mutter und der 10-Jährige werden von ihm aus der Wohnung gewiesen. Es brechen schwierige Zeiten für die beiden an. Doch sie haben Glück und finden Obdach. In dieser Zeit erlebt der Protagonist in der neuen Umgebung mit Gleichaltrigen seine größte Freiheit. Sie durchstreifen Wiesen und Wälder, finden sich im Moos und auf Dachböden wieder. Er fühlt sich als freier Wilder. Doch Mutter und Sohn kommen vom Regen in die Traufe. Denn der Alkohol begleitet die beiden weiter. Der Protagonist überwindet die Schicksalsschläge, obwohl ihm übel mitgespielt wurde. Er erkrankt, das Unbewusste manifestiert sich und lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Das Vorhaben eines Peinigers zieht wie ein Alptraum an ihm vorüber und wird real. Ein Kuraufenthalt bewirkt nur kurze Erholung. Er sucht mit seiner liebenden Ehegattin vertraute Plätze seiner Jugend auf, um Abschied zu nehmen. Jedoch, es gelingt den beiden nicht. Er erlebt eine Nahtoderfahrung, die ihn in weiterer Folge in die Psychiatrie bringt. Sie verlieren sich aus den Augen und der Protagonist wird mittellos wieder ins Leben entlassen. Die Bekanntschaft mit einer autistischen Patientin bildet einen Rettungsanker und führt die beiden Eheleute wieder zusammen. Der Roman stellt eine Hommage an Franz Innerhofers 'Schöne Tage' dar und lässt die Härte erahnen, die der Protagonist erleben musste. Trotz des Schicksals in eine familiäre Hölle geboren worden zu sein, schätzt er sich glücklich dadurch ein gereiftes Weltbild entwickelt zu haben.

Michel Tapión® , geb.: In Graz, aufgewachsen im Arbeitermilieu, nach einer Mechanikerlehre und dem Abitur folgte ein Maschinenbaustudium. Er war in der Papierindustrie und danach im Lehrberuf tätig. Er bereiste Frankreich, erlernte die Sprache in Vichy und Montpellier. Sein Interesse gilt der Literatur und der französischen Sprache. Von ihm ist der fiktive, belletristische Roman:"Wie Anne-Sophie ihre Angst verlor", im Verlag Buchschmiede erschienen, der nun in 2. Auflage, als Taschenbuch und erstmals als E-Book vorliegt. Veröffentlicht bei neobooks.com sind auch die E-Books: Trink aus! Den bitteren Kelch: Eine bitterböse Kriminalgeschichte. Die Autistin: Erzählungen. Mord legal: Eine weitere Kriminalgeschichte, erschienen.

Karin

Sex und Alkohol

Die eher dicklich geratene Schülerin rief bei Waldemar, ihrem ehemaligen Mathematiklehrer, an. Die Nummer hatte sie dem öffentlichen Telefonbuch entnehmen können. Ihre eher zaghafte Stimme drang an sein Ohr:

Wolln’s net amol a Dicke schieb’n?“, hörte er sie fragen.

Dann trafen sie sich auf einem Parkplatz, der mit den Öffis gut erreichbar war und fuhren in eine Absteige. Sie war so erregt, dass sie ihm das Hemd aus der Hose zog, bevor die Zimmertür ganz geschlossen war. Bald darauf fanden sie sich im Bett wieder. Unter ihm liegend, zog sie ihn zu sich und ließ ihre kurzen Finger über seinen Oberkörper gleiten. Ihr praller Bauch endete trotz ihrer Jugend mit dem Ansatz einer Falte, die bis zum Schamhügel reichte. Objektiv betrachtet hatte sie nichts Erotisches an sich. Was ohne zärtliche Liebkosung begann, war zunächst schmerzhaft. Etwas später glätteten sich ihre Gesichtszüge wieder und sie lächelte sich in einen entspannten Schlummer.

Karin wurde schwanger, obwohl sie ihn sehr darum gebeten hatte, sie nicht in diesen Zustand kommen zu lassen. Bald sah sie aus wie ein überdimensionaler Luftballon und litt sehr unter ihrer Schwangerschaft und der Fettleibigkeit. Waldemar war von ihrem Schmerz und ihrer Mühsal kaum berührt, sie trafen sich an Wochenenden weiterhin am Parkplatz. Ihre immer kürzer werdende Atmung erregte ihn zusätzlich und so hatte gegen Ende der Schwangerschaft nur mehr er den Spaß.

Nach der Niederkunft verheimlichte Karin den Namen des Kindsvaters. Sie zog weg von daheim, zuerst zu ihrer Tante. Der Terror dort war noch um einiges gemeiner und gehässiger als jener zuhause, dafür wurde sie nicht geschlagen. Ihre Absicht, ein uneheliches Kind zur Welt zu bringen, schockierte Mutter und Verwandte. Doch was hätte sie tun sollen? Es abtreiben lassen, das wollte sie nicht. Die Mutter verweigerte ihr die Unterkunft. Ihre Tochter besudelte sie mit Schande, mit der sie nicht leben konnte. Also musste sie weg, es war ihr egal wohin, einfach weg. Das wäre auch die Lösung für das Ungeborene gewesen, wenn sie schon den Kindsvater nicht ehelichen konnte. Aber die Tochter wollte eben nicht hören, also musste die Tochter fühlen. So lautete der oft zitierte Spruch. EinenEngelmacher hatte die Mutter bereits kontaktiert. Sollte dabei eine Panne passieren, wäre das erträglicher als die Schande einer unehelichen Geburt. Doch Karin nahm lieber ihren Rauswurf aus der elterlichen Wohnung an, als an ihrem Zustand etwas zu ändern. Als sie kurz vor der Entbindung auf der Gebärstation des Regionalkrankenhauses lag, ließ ihre Kurzatm