Karin
Sex und Alkohol
Die eher dicklich geratene Schülerin rief bei Waldemar, ihrem ehemaligen Mathematiklehrer, an. Die Nummer hatte sie dem öffentlichen Telefonbuch entnehmen können. Ihre eher zaghafte Stimme drang an sein Ohr:
„Wolln’s net amol a Dicke schieb’n?“, hörte er sie fragen.
Dann trafen sie sich auf einem Parkplatz, der mit den Öffis gut erreichbar war und fuhren in eine Absteige. Sie war so erregt, dass sie ihm das Hemd aus der Hose zog, bevor die Zimmertür ganz geschlossen war. Bald darauf fanden sie sich im Bett wieder. Unter ihm liegend, zog sie ihn zu sich und ließ ihre kurzen Finger über seinen Oberkörper gleiten. Ihr praller Bauch endete trotz ihrer Jugend mit dem Ansatz einer Falte, die bis zum Schamhügel reichte. Objektiv betrachtet hatte sie nichts Erotisches an sich. Was ohne zärtliche Liebkosung begann, war zunächst schmerzhaft. Etwas später glätteten sich ihre Gesichtszüge wieder und sie lächelte sich in einen entspannten Schlummer.
Karin wurde schwanger, obwohl sie ihn sehr darum gebeten hatte, sie nicht in diesen Zustand kommen zu lassen. Bald sah sie aus wie ein überdimensionaler Luftballon und litt sehr unter ihrer Schwangerschaft und der Fettleibigkeit. Waldemar war von ihrem Schmerz und ihrer Mühsal kaum berührt, sie trafen sich an Wochenenden weiterhin am Parkplatz. Ihre immer kürzer werdende Atmung erregte ihn zusätzlich und so hatte gegen Ende der Schwangerschaft nur mehr er den Spaß.
Nach der Niederkunft verheimlichte Karin den Namen des Kindsvaters. Sie zog weg von daheim, zuerst zu ihrer Tante. Der Terror dort war noch um einiges gemeiner und gehässiger als jener zuhause, dafür wurde sie nicht geschlagen. Ihre Absicht, ein uneheliches Kind zur Welt zu bringen, schockierte Mutter und Verwandte. Doch was hätte sie tun sollen? Es abtreiben lassen, das wollte sie nicht. Die Mutter verweigerte ihr die Unterkunft. Ihre Tochter besudelte sie mit Schande, mit der sie nicht leben konnte. Also musste sie weg, es war ihr egal wohin, einfach weg. Das wäre auch die Lösung für das Ungeborene gewesen, wenn sie schon den Kindsvater nicht ehelichen konnte. Aber die Tochter wollte eben nicht hören, also musste die Tochter fühlen. So lautete der oft zitierte Spruch. EinenEngelmacher hatte die Mutter bereits kontaktiert. Sollte dabei eine Panne passieren, wäre das erträglicher als die Schande einer unehelichen Geburt. Doch Karin nahm lieber ihren Rauswurf aus der elterlichen Wohnung an, als an ihrem Zustand etwas zu ändern. Als sie kurz vor der Entbindung auf der Gebärstation des Regionalkrankenhauses lag, ließ ihre Kurzatm