ZWEI JAHRE SPÄTER
Herbstferien
KAPITEL 3
Der Bäcker, der Oma für die Feriengäste belieferte, vergaß an diesem Morgen die Vollkornhörnchen für die Ferienwohnung.
„Kim, magst du schnell ins Dorf runterradeln und sie abholen?“, fragte mich Oma Anni. Verschlafen saß ich am Frühstückstisch in der Pensionsküche. Sie stand am Herd, kochte Eier und belegte Tabletts mit Wurst und Käse.
Ich schwang mich auf Omas E-Bike (schon allein wegen des E-Bikes habe ich die Aufgabe gerne gemacht) und ließ mir den kräftigen Wind ins Gesicht wehen. Die Müdigkeit würde mir beim Fahren bestimmt schnell vergehen. Aber auch der Gedanke an Philipp ließ jeden Hauch von Müdigkeit verschwinden. Er war unterwegs und würde gegen Mittag ankommen. Eine Woche Ferien bei den Großeltern verhieß viel Freiheit und Zeit zum Spielen. Diesmal war es besonders schwer gewesen, seine Mutter davon zu überzeugen, dass er kommen durfte. Es war ein Streit, wie er hin und wieder zwischen den beiden vorkam. Tante Julias Angst um ihn machte ihn trotzig und wütend. Es ging ihm doch gut. Wie auch immer, er hatte es wieder mal geschafft sich durchzusetzen.
Beim Bäcker war richtig viel los. Ich starrte Richtung Theke, an den Leuten vorbei, die vor mir dran waren, und suchte nach diesen Vollkornhörnchen.
„Du bist doch die Kim vom Hallwicher Hof?“, meinte die Verkäuferin.
Ich nickte schließlich, nachdem sich alle neugierig zu mir umgedreht hatten. Am liebsten wäre ich sofort wieder umgedreht.
„Deine Oma hat angerufen. Du brauchst noch die Vollkornhörnchen. Da schau, ich habe sie schon eingepackt“, plärrte die Bäckereiverkäuferin durch den Laden.
Schnell griff ich danach.
Eine Dame half mir und reichte mir die Tüte mit einem überaus besorgten Gesicht. „Ist der Philipp auch wieder hier?“, fragte sie nach.
Da erkannte ich Omas aufmerksame Nachbarin. Wir nannten sie heiml