Es stand ein altes, leerstehendes Schloss Meilenstein im Wald auf einem Hügel. Schon lange hatte es Gerüchte gegeben, dass es in diesem Schloss spuken sollte. Es war der Herrensitz der Grafen von Meilenstein. Die Anwohner der nahen Neustadt machten häufig Spaziergänge zu diesem Schloss. Auch nachts gab es Unentwegte und Liebespaare, die einen Spaziergang mit einer Taschenlampe machten. Sie gingen den gewundenen Weg zum alten Schloss hinauf und die langen Schatten der Büsche und Bäume begleiteten sie. Sie kamen zum alten Tor des Schlossgartens, der inzwischen zum Wald geworden war. Sie gingen durch das offene Tor, denn die Torflügel hingen irgendwie zur Seite und ließen sich kaum mehr bewegen. Sie gingen mit ihrer Taschenlampe nun zum Eingang des Schlosses. Die große alte Tür mit schönen Schnitzereien stand häufig offen, die irgend jemand offen gelassen hatte. Die Spaziergänger erzählten oft von merkwürdigen Lichtern im Schloss. Einige waren auch schon im Schloss Meilenstein gewesen und hatten oben Licht gesehen. Sie waren immer gleich wieder hinausgegangen, weil niemand sicher war, dass da oben nicht Räuber mit einer Taschenlampe waren. Die Spaziergänge wurden im Restaurant von Neustadt ausgiebig diskutiert. Einige regten sich bei diesen Gesprächen richtig auf. Zu irgendeinem Schluss kamen sie nie. Sie wussten schon vom Grafen von Meilenstein, der dort wohl vor etlichen Jahren gestorben sein sollte. Im Kreisblatt wurde unter Lokalnachrichten hin und wieder vom Schloss Meilenstein mit seinem angeblichen Geist und den Spaziergängern berichtet.
Dieses Kreisblatt lasen auch Jim und Paula. Sie lebten in der Nachbarstadt und hatten sich immer für Geistergeschichten interessiert. Sie beschlossen nun, dem Restaurant in Neustadt einen Besuch zu machen. Sie setzten sich an einen Tisch und hörten auf die Gespräche an den anderen Tischen. Da hörten sie eine dieser Diskussionen über das alte Schloss Meilenstein. Sie gingen ruhig dahin und fragten dann beiläufig: „Guten Abend, Sie erzählten eben von einem alten Schloss, in dem es spuken soll. Können Sie uns darüber etwas mehr erzählen?“ Ein Spaziergänger sagte: „Ja, wir gehen fast täglich am Schloss Meilenstein vorbei und waren auch schon im Schloss. Es kommt immer um etwa 24 Uhr von oben ein merkwürdiges Licht. Dahin haben wir uns mitten in der Nacht noch nicht getraut. Aber es war nie gefährlich oder sonst irgendwie bedrohlich. Nur eben das merkwürdige Licht da oben. Wie stehen Sie dazu?“ Jim antwortete: „Wir lieben Geistergeschichten und würden gerne auch mal eine erleben.“ Der Spaziergänger: „Wir können jetzt gerne ma