Jener denkwürdige Test fand in der Nacht zum 31.02. statt und sollte noch lange in Erinnerung bleiben. Freilich war die Besonderheit der Situation den Anwesenden im Kontrollraum des Kernkraftwerkes Kataklizm im Lande Bananova Respublika Durnakrayina nicht so recht bewusst und die Beteiligten gingen eher von einem Routinetest aus. Einige Zeit vor den später geschilderten Ereignissen automatisierte man die Steuerung des Atomkraftwerkes mit Hilfe eines mehr oder weniger ausgefeilten Computersystems und benötigte somit nur zwei Mitarbeiter pro Schicht. Diese äußerst kostengünstige Crew bestand denn auch aus einem Leitenden Ingenieur als Supervisor und – sozusagen als schlecht bezahlter Knecht – dem technischen Assistenten. Letzterer hatte so ziemlich das heulende Elend, da er als letztes Glied in der Nahrungskette und ausführendes Organ fast sämtliche Arbeiten erledigen musste und widerwillig, dank neuer ‚Arbeitsschutzgesetze‘, eine halbe Stunde Pause in seiner 12-Stunden Schicht zuerkannt bekam. Diese äußerst großzügige Ruhezeit lag obendrein im Ermessen des Wachleiters, der sie unter besonderen Umständen ohne Begründung canceln durfte; das wurde dann auch oft und gerne getan.
Jetzt mag der unbedarfte Zeitgenosse denken, dass ein System zur Steuerung eines Kernkraftwerks bzw. dessen Software in einer Simulationsanlage ohne großes Risiko getestet werden sollte. Diese Annahme ist auch auf den ersten Blick schlüssig, aber lässt dabei die ‚betriebswirtschaftlichen Komponenten‘ außer