: Karin B. Jankowski
: Vertrau mir! Das letzte Geheimnis Band 2
: Books on Demand
: 9783756288632
: 1
: CHF 9.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 476
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Ex-Fussballprofi Steven hatte dem korrupten Rechtsanwalt Fuentes vertraut und liegt jetzt schwer verletzt, hilflos und ohne Gedächtnis in einem Marseiller Krankenhaus. Aber auch dort lauert der Verrat: Der Chefarzt ist kein anderer als der sinistre Dr. Janus, der im Dienste des russischen Milliardärs Dimitri steht - und der hat auch noch eine Rechnung mit Steven offen. Dabei hilft ihm ausgerechnet Stevens Schwester Cathy, die so schön wie gefährlich ist und auch vor Mord nicht zurückschreckt - Hauptsache, die Kasse stimmt. Stevens Geliebte Alice hat mittlerweile die Provence verlassen und versucht, sich in Brüssel ein drittes Leben aufzubauen, zusammen mit ihrer gemeinsamen Tochter Stefanie. Alice weiss nicht, ob Steven lebt, aber sie weigert sich, die Hoffnung aufzugeben. Dabei hilft ihr, dass sie mittlerweile eine neue Aufgabe für sich gefunden hat: Den teuflischen Plan einer Gruppe von internationalen Geschäftsleuten, aus Flüchtlingskindern Gold zu machen, zu durchkreuzen. Und hinter diesen steckt wiederum der finstere Dimitri! Ob Steven es schafft, aus seiner Situation herauszukommen, und ob er, Alice und ihre Tochter wieder zusammenfinden, darum geht es in diesem Thriller. Aber auch um die Menschen um sie herum, um deren Taten und Untaten und ihre Entwicklung von gut zu böse, oder auch anders herum. Wem darf man, kann man oder muss man überhaupt vertrauen?

Karin B. Jankowski wurde Ende der 50er Jahre in Mettlach/Saar geboren. Nach ihrem Studium war sie bei der EU tätig, dann selbstständige Beraterin in Brüssel und Lehrbeauftragte in einem European Masters an der Universität Aix-Marseille. Mehr als 20 Jahre lebte sie zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Retrievern in ihrer neuen Wahlheimat, Forcalquier in den Alpes-de-Haute-Provence. Seit 2019 teilen sie sich ihr Leben zwischen Kaltennordheim in der thüringischen Rhön und einem kleinen Ort in Burgund. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter karinbjankowski.de facebook.com/KBJAutorin lovelybooks.de/autor/Karin-B. Jankowski

2016
irgendwo in Südfrankreich,
zwischen Alpen und Mittelmeer


1


Als Cathy spät am Abend die Gangway der British Airlines auf dem Rollfeld des Flughafens Marseille hinabstieg, kochte sie nicht nur vor Wut. Ihr schickes Designerkostüm, auf das sie bei Dienstreisen nie verzichtete, egal, ob sie im Winter nach New York oder im August ans Mittelmeer musste, klebte an ihr wie eine zweite Haut. Dass man bei 40°C in der Mitte des Rollfeldes in Busse transferiert wurde, statt über klimatisierte Gangways vom Flieger sauber in einen modernen Airport, passierte ihr sonst nur in Afrika. Und selbst da immer seltener.

Alle ihre Vorurteile gegen Frankreich, vor allem Südfrankreich und die dazugehörigen Franzosen, waren im Handumdrehen bestätigt: Zu laut, zu heiß, zu schmutzig, schlecht organisiert und vor allem unfreundlich.

Als plötzlich zu allem Überfluss dann auch noch ein übergewichtiger, nach Knoblauch riechender Mittfünfziger in schmuddeligen Bermudas ihr seinen Sitzplatz anbieten wollte, schüttelte sie angewidert ihre blonde Lockenpracht so heftig, dass Ihre Chanel-Sonnenbrille in hohem Bogen in den Mittelgang flog. Schneller, als sie sich in dem viel zu engen Rock hätte bücken können, stürzte die übermotivierte englische Schülergruppe, die im Flugzeug schon für Aufregung gesorgt hatte, durch alle drei Türöffnungen in den Vorfeldbus. Ohne sich auch nur im Geringsten an ihrem „Fuck you“ zu stören, oder an dem knirschenden Geräusch zerberstender Luxusgläser, stürmte die Bande an ihr vorbei, und um ein Haar wäre sie in dem Getümmel doch noch auf dem Schoss des sie immer noch angrinsenden Knoblauchfans gelandet.

„Was tu ich mir nur an? Dieses scheiss Land! Diese scheiss Hitze! Alles nur wegen…“.

Aber selbst die brilliante Rechtsanwältin Cathy Bingham hätte genau das in diesem Moment nicht sagen können: weswegen sie eigentlich all diese Strapazen auf sich genommen hatte. Wegen dem Geld? Wegen diesen neuen Geschäftsfreunden? Wegen ihrem Bruder? Vielleicht sogar aus Angst?

Nein, nicht aus Angst. Sie hatte sich geschworen, nie wieder Angst zu haben. Nicht nach dem, was sie schon alles erleben musste. Aber hier und jetzt war kein guter Moment zurückzublic