Kapitel 1 – Eine Ankunft
Samstag, der 15. Februar 2014, auf der Landstraße von München nach Buchenheim
Der Regen prasselte gegen die Windschutzscheibe des alten VW Passat. Hannahs Laune hätte nicht schlechter sein können. Bereits eine ganze Weile fuhren sie durch diesen dichten, endlos und trist wirkenden Wald und es begann allmählich dunkel zu werden.
„Es ist nicht mehr weit“, meinte Hannahs Vater aufmunternd und fröhlich, aber diese Freude wollte seine Tochter nach zehn Stunden Autofahrt nicht teilen.
Auf einmal bemerkte Hannah, wie es etwas heller wurde. Die Bäume verschwanden und während das Auto aus dem Wald herausfuhr, tauchte vor ihnen eine üppige und weitreichende Wiesenlandschaft auf. Hannah fühlte ihre Befürchtungen bestätigt. Hier gab es nichts außer ländlicher Idylle und Langeweile. Sie hielten auf eine Ortschaft zu. Diese und eine weitere angrenzende Siedlung mussten Buchenheim sein.
Dies war also der Ort, den ihr Vater aufgrund seiner mit einem Partner ersponnen Geschäftsidee als ihr neues Zuhause erkoren hatte. Ob ihre Mutter diesen Schwachsinn, ins absolute Nichts zu ziehen, unterstützt hätte? Der Gedanke an die eigene Mutter vertiefte Hannahs Traurigkeit. Sie hatte ihre Mutter kaum gekannt. Ein zu spät erkannter Gebärmutterhalskrebs hatte sie aus dem Leben gerissen. Hannah war damals gerade einmal vier Jahre alt gewesen.
Noch schlechter als sie kam ihr Vater mit dem Verlust zurecht. Der gelernte Landschaftsgärtner gab den Einsatz in der Krebsselbsthilfegruppe auch nach dem Tod se