: Oliver Jungwirth
: Die Puppenspieler Sonnenglaster II
: Books on Demand
: 9783754364345
: 1
: CHF 8.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 526
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
"Es gibt das Gefühl, das sich hin und wieder in einem breit macht, ohne dass man genau sagen kann, wo es herkommt. Das Gefühl, dass gerade etwas passiert, was nicht passieren sollte. Ein Stein ins Rollen gebracht wird, was letztlich nur in einer Lawine enden kann." Um nicht völlig zu vereinsamen beschließt René seine Rückkehr in die Welt, der er den Rücken gekehrt hatte. Zu spät bemerkt er, dass diese sich weitergedreht hat und er nun ein Spielball von Mächten geworden ist, die vor allem eines wollen: Eine Eskalation der Gewalt. Kritikerstimmen:"(...) Klappentext und Cover ließen auf eine spannende Geschichte hoffen, aber meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Von Beginn an bis zum Ende hat mich die Spannung der Handlung in den Bann gezogen." A Bird's Point Of View"(...) kein Text, den man abschließend weglegt, zum Tagesgeschäft übergehend. Dazu trifft Jungwirth allzu oft den Nerv des uns umgebenden Alltäglichen. Sei es in Form von Pressemeldungen, sei es in Begegnungen und Gesprächsfetzen in U-Bahn, Zug oder Beisl. Er legt den Finger auf jene empfindlichen Stellen, die unter dem Namen Zivilcourage subsummiert werden können. Stellen, die wir nur allzu gerne bei anderen zu finden wünschen, uns selbst in ihrem Licht aber nur selten exponieren wollen." die-kuchers.at

Geboren im Sommer 1979 in Stadt Haag, NÖ. Lebt seit der Jahrtausendwende in OÖ und seit 2018 nach einem 15jährigen Zwischenstopp in Linz nun mit seiner Frau, zwei gemeinsamen Kindern und zwei Katzen in Haag am Hausruck. Er schreibt Romane, Drehbücher und Theaterstücke. Außerdem dreht er Filme.

Kapitel 1: Klarheit (in aller) (I)


„Wenn es drinnen regnet, draußen nicht
(niemand will einen Krieg, haben wir in der Schule gelernt)“
– Aquarian Age „klarheit (in aller)“

RENÉ

I

Ich wache auf. Stumm. Das ist gut. Das ist sehr gut. Die letzten Wochen passiert mir das zum Glück öfter. Ich öffne die Augen, sehe die gewohnte Umgebung und fühle mich ... wach. Kein Traum, der mich die ersten Sekunden in die neue Umgebung verfolgt. Keine Szenen, die gefüllt sind mit Blut, Angst und Zähnen.

Es ist noch nicht hell draußen. Ich bin ruhig.

Alles ist in Ordnung.

Alles. In. Bester. Ordnung.

Manchmal, an guten Tagen, habe ich das Gefühl, als hätte ich alles nur geträumt. Als wäre meine Zeit mit Susi und ... den „anderen“ nur ein dummer, schrecklicher Albtraum gewesen, der mir viel zu real vorkam.

Menschen, die sich in reißende Bestien verwandeln.

Eine Flucht durch die Straßen der Stadt, verfolgt von Tieren, die mich zerfetzen wollen. Eine junge Frau, der ich mich ausliefere, nur um sie im entscheidenden Moment im Stich zu lassen.

Wir können nicht alle Helden sein.

Sie hat mich nie verurteilt. Mir nie gesagt, wie enttäuscht sie ist.

Fast so, als hätte sie meinen Verrat erwartet.

Wie sehr ich mich dafür gehasst habe.

Wie sehr ichsie dafür gehasst habe.

Die Zeit heilt alle Wunden, heißt es. Das ist eine Lüge.

Eine einzige, groß propagierte Lüge, die uns wohl nur helfen soll, daran zu glauben, dass irgendwann alles gut wird. Außen mag es so sein. Menschen vergeben uns. Das Leben geht weiter. Und irgendwann verblasst die Erinnerung, dämmert die Erkenntnis, dass es eigentlich ohnehin niemanden interessiert.

Sie ist weg.

Ich weiß nicht, wo sie ist und ich will es auch nicht wissen.