LEBEN ALS TON
Umland von Athen, 301 v. Chr.
Das Messer glitt nicht so leicht hindurch wie es sollte.
Ippo drehte die Töpferscheibe noch ein Stück und mit ihr die darauf stehende Amphore. Dann setzte er die Klinge wieder an den Rand der Mündung und fuhr langsam daran entlang. Der überschüssige Ton bildete einen langen Streifen und fiel schwer und mit einem banalen Klatschen auf den Boden. Der Junge drehte das werdende Gefäß auf der Scheibe noch etwas weiter und fuhr fort, bis er einmal herum war. Dann legte er das Werkzeug weg und lehnte sich mit einem Seufzen zurück.
Es war warm hier drin, da halfen auch die dicken Wände der Werkstatt nicht viel. Ippo wischte sich ein paar verschwitzte Locken seines braunen Haares aus der Stirn und beschmierte sich sein schmales Gesicht dabei mit Ton. Er hatte seinen ärmellosen Chiton bereits vor der Arbeit ausgezogen und trotzdem lief ihm der Schweiß in Strömen über Rücken, Brust und Arme.
Sein Blick fiel durch eines der Fenster nach draußen. Unter glühender Sonne erstreckte sich das hügelige Ackerland rund um Athen soweit er nur sehen konnte. Die Stadt selbst war von