3 Montag - Geschwisterhiebe
Da ich am gestrigen Sonntag meinen freien Tag genossen hatte, wirbelte ich am Montag vor Dienstbeginn durch die Schwingtür in die Küche und wollte Georg, unserem Koch, einen Guten Morgen wünschen. Er war nicht da. Stattdessen stand mit dem Rücken zur Tür ein Mann an der nächstgelegenen Arbeitsfläche, ein großes Fleischmesser in der Rechten.
Aufgeschreckt fuhr er herum, das Schneideinstrument immer noch erhoben in der Hand. Natürlich hatte ich ihn sofort erkannt.
„Hallo Arnold, lange nicht gesehen. Was machstdu denn hier?“
Ohne an seiner Haltung etwas zu ändern, sah Arnold mich an. Hasserfüllt, abschätzend. Er würde doch nicht …
Ich wusste, dass er mir schon immer gerne einen Dämpfer verpasst hätte, von dem ich mich nicht wieder erholen würde – aber gleich abmurksen, das kam mir dann doch ein bisschen übertrieben vor. Obwohl …
Verstehen könnte ich ihn. An seiner Stelle würde ich mir die Pest an den Hals wünschen und vielleicht ein paar Vertreter des entsprechenden Bakteriums, Yersinia pestis, aus einem Labor entwenden, um es mir ans