: Jean-Claude Hügli
: Tiwanaku Das Babylon-Syndrom, Band 2
: Books on Demand
: 9783756263523
: 1
: CHF 8.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 544
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als der spanische Paläograf, Professor Xavier Cardona in den Ruinen von Tiwanaku ein verschollenes Inka-Archiv entdeckt, ahnt er nicht, was er mit seinem Fund für eine Lawine an Ereignissen auslöst. Zudem geht ihm das zweimalige Auftauchen einer Klapperschlange, die ihn bei seiner Arbeit zu beobachten schien, nicht mehr aus dem Kopf. Urs Stierli, der durch Zufall von dieser Entdeckung erfährt, erkennt rasch deren Bedeutung und bittet deshalb Bischof Gaetano Silvestri, den Leiter der apostolischen Archäologie in Rom um Rat. Im Archiv des Vatikans entdeckt Silvestri geheime Dokumente, die auf eine unglaubliche Geschichte aus dem 13. Jahrhundert hinweise. Als auch noch zwei Menschen in Zürich und Genf unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen, beschliessen Urs Stierli und Bischof Silvestri, nach Bolivien zu reisen um in den Inka-Ruinen von Tiwanaku, in der Nähe des Titicacasees, eigene Nachforschungen anzustellen. Begleitet von seiner Frau Daniela, seiner Tochter Alenia, die überraschende und ungeahnte Fähigkeiten entwickeln wird, und seinen Freunden, der Archäologin Anna Santoro und ihrem Lebenspartner Harry Regottaz, befinden sich Urs und seine Freunde alsbald in einem schier unvorstellbaren Abenteuer, bei dem es nicht nur um den Ursprung der Menschheit geht, sondern auch um die sagenumwobenen Tempelritter und ihren Nachkommen. Vieles deutet nämlich darauf hin, dass Tempelritter bereits 250 Jahre vor der Entdeckung des amerikanischen Kontinents von dessen Existenz nicht nur wussten, sondern ihn sogar bereist hatten. In wiederentdeckten Schriften befinden sich Hinweise auf einen Schatz, den Tempelritter bei ihrer Flucht auf einer letzten Seereise mit sich führten. Dass Professor Cardona noch am Abend seiner geschichtsträchtigen Entdeckung spurlos verschwindet, deutet darauf hin, dass unbekannte Akteure aus einem geheimnisumwitterten Grund die Forschungsarbeiten behindern wollen. Immer mehr geraten Nachfahren einstiger Inka-Herrscher in den Verdacht, mit dem seltsamen Verschwinden des Professors zu tun zu haben. Als dann auch in Bolivien zwei Menschen ermordet werden, tritt ein Staatsanwalt auf den Plan, dessen familiären Wurzeln vor Jahrhunderten in Frankreich lagen. In Zusammenarbeit mit Urs und dem Bischof versucht er die vielen Rätsel zu lösen, die nicht nur auf kriminelle Machenschaften von hochrangigen Regierungsmitgliedern hinweisen, sondern auch zu seiner eigenen Familiengeschichte führen.

Aufgewachsen ist Jean-Claude Hügli in Kilchberg/ZH wo er in den 1960er Jahren die Primar- und Sekundarschule besuchte. Im April 1969 startete er mit Beginn einer 3-jährigen kaufmännischen Lehre in Zürich-Wollishofen ins Berufsleben, welches ihn über diverse Stationen im Jahre 1987 in die Selbständigkeit führte. Mit einem international tätigen Handelsunternehmen war der Autor über 30 Jahre lang als Unternehmer tätig, bis er Ende 2017 etwas kürzer trat um sich vermehrt seinen Hobbies zu widmen. Seit 1974 ist Jean-Claude Hügli mit Judith Birgelen verheiratet, sie haben 3 erwachsene Kinder und mittlerweile 7 Enkelkinder. Seit 12 Jahren leben sie in Adliswil/ZH. Die Idee, einen Roman zu schreiben, trug er schon lange mit sich herum, fand jedoch während seiner aktiven Zeit als Unternehmer und Familienvater nie die Ruhe und die Zeit, ein solches Projekt ernsthaft in Angriff zu nehmen. Erst mit dem teilweisen Rückzug aus dem Geschäftsleben Ende 2017 überkam ihn die Musse, mit der Niederschrift einer Geschichte zu beginnen, die in seinen Gedanken schon lange Zeit Form angenommen hatte. Sie wurde im Juni 2020 unter dem Buchtitel"Das Babylon-Syndrom" veröffentlicht. Nach dem für ihn zufriedenstellenden Erfolg seines ersten Romans, setzte er die Geschichte um Urs Stierli und seinen Freunden fort und so entstand sein neues Buch"Tiwanaku". Sein Erstlingswerk ist aber ein Tagebuch, das er im April 1969, mit Antritt seiner kaufmännischen Lehre begann und drei Jahre später, nach erfolgtem Lehrabschluss, beendete. Das ursprünglich handgeschriebene Arbeitsbuch mit zahlreichen Eindrücken aus seiner Lehrzeit, ergänzt durch Arbeitsvorgänge und Beschreibungen von damaligen Technologien, die heute bei manchen jungen Leuten nur Staunen auslösen dürften, erschien 2018 in der von ihm geschriebenen Originalfassung.

2. 26. Mai 2020


Urs Stierli spielte mit seiner bald dreijährigen Tochter Alenia im Garten ihres Hauses, welches die Familie seit zwei Jahren in einer Gemeinde am Zürichsee bewohnte. Das Anwesen stand auf dem Zimmerberg und war umgeben von Weideland für Kühe und von einem grossen Wald, der sich über weite Teile der Hügelkette ausbreitete. Sie hatten sich für diese ländliche Umgebung entschieden, weil sie ihre Tochter nicht in Mitten des hektischen Stadtlebens aufwachsen lassen wollten. Daniela, die nach wie vor als Journalistin arbeitete, daneben aber auch Bücher schrieb, genoss die grossartige Lage mit Blick auf den Zürichsee und hatte sich ihren Arbeitsplatz so eingerichtet, dass sie die atemberaubende Aussicht auf den See und die dahinterliegenden Alpen geniessen konnte, wann immer sie aufschaute. Seit Urs vor drei Jahren seine Begegnung mit den Polarlichtern hatte, war ihr Leben stark verändert. Sie hatten geheiratet, Alenia war auf die Welt gekommen und Urs hatte seinen Beruf an den Nagel gehängt. Aufgrund seiner Fähigkeit, sämtliche Sprachen die es überhaupt geben konnte, zu beherrschen, war er von Angeboten nur so überhäuft worden. Weil er jedoch sein Können nicht gegen Bezahlung einer einzigen Person oder einem einzigen Unternehmen zur Verfügung stellen wollte, hatte er schliesslich entschieden, nur Aufgaben anzunehmen, die mit seiner Weltanschauung in Einklang standen. Zahlreiche Angebote hatte er abgelehnt. Auch solche von Regierungen, die ihn für ihre sicherheitspolitischen Tätigkeiten gewinnen wollten, oder grosse, international operierende Konzerne, die sich von seinen Fähigkeiten Wettbewerbsvorteile versprachen. Die internationale Forschung, allen voran die Archäologen, hatten es ihm zu verdanken, dass seit seinem Unfall in Norwegen, zahlreiche Geheimnisse, die in der Vergangenheit der Menschheit lagen, gelüftet werden konnten. So war er an den meisten Universitäten auf der ganzen Welt zum gerngesehenen Gast geworden. Die Honorare, die er für seine Tätigkeit im Dienste der Forschung bekam, zusammen mit den Einkünften Danielas aus ihrer journalistischen Tätigkeit für eine grosse Tageszeitung, genügten bei weitem um sich und der Familie ein angenehmes Leben und ein gesichertes Alter zu sichern.

Wenn er mit Alenia im grossen Garten spielte, gab es keine derartigen Gedanken. Er konzentrierte sich ganz auf seine Tochter und ihr Gespür für die Natur. Schon im Alter von zwei Jahren hatte sie erstaunlich gut gesprochen und ihre Eltern staunten immer wieder über die Fragen, die ihnen ihre Tochter stellte.

Sie wollte zum Beispiel wissen, warum die Vögel so unterschiedliche Nester für ihren Nachwuchs bauten. Die Amselnester sahen wie kleine Körbchen aus in welchen die Vogelmutter ihre grünlichen Eier ausbrütete. Die Schwalben hingegen, klebten ihre Nester gerne an Decken oder Wände von Gebäuden und hatten eine ganz andere Technik für deren Bau. Daniela hatte dann stundenlang über die Vogelwelt und deren Nestbau gelesen um ihrer Tochter ihre Fragen zu beantworten. Alenia hatte nachdenklich genickt und war dann in den Garten gerannt, wo sie auf Vogelnestentdeckungsreise ging. Am Abend erzählte sie am Tisch ihren Eltern von ihren Entdeckungen und ihre Beschreibungen waren so präzise, dass Daniela nicht mehr aus dem Staunen herauskam. Urs meinte dazu nur, dass seine Tochter halt auch mit Fähigkeiten ausgestattet sei, die über diejenigen eines normalen Kindes hinausgingen.

Heute ging es beim Spielen im Garten nicht um Vogelnester, sondern um Pfahlbauten. Alenia hatte aufmerksam zugehört, als ihre Eltern am Frühstückstisch über den Fund von Pfahlbauten im Zürichsee sprachen. Urs hatte ihr erklärt, dass solche Bauten vor mehreren Tausend Jahren am Zürichsee, aber auch an anderen Seen entstanden waren. Die Menschen hätten sich so vor Hochwasser geschützt, aber auch vor Angriffen von Raubtieren, die es damals gab. Bären, zum Beispiel. Dann natürlich auch, um sich gegen Angriffe von Nachbarn besser wehren zu können. Alenia wollte vieles dazu wissen und ihre Eltern versuchten ihre Neugierde so gut wie möglich zu befriedigen. Jetzt stand Urs mit ihr im Garten und sie waren im Begriff, ein kleines Modell eines Pfahlba