Kapitel 2
Wyss stand mit seinem Wagen vor einer großen, grauen Betonmauer, in die das Tor zur Tiefgarage eingelassen war, betätigte die Fernbedienung und rangierte sein schwarzes Gefährt durch das geöffnete Tor auf seinen Stellplatz. Das moderne Haus, das seine Frau vor fünf Jahren von ihren Eltern geerbt hatte, stand in den oberen Reihen der Häuser am Zugerberg. Im Innern der Garage musste er erst einmal eine Treppe hochsteigen, bevor er die Wohnung erreichte. Er hasste es.
15 Stufen in einem engen, kalten Treppenhaus. Der ebenfalls graue Betonschacht war von grellem Neonlicht erhellt. Er fühlte sich jedes Mal wie auf einem Fluchtweg aus einem der Tunnels, die man in den Granit der Alpen gebohrt hatte oder an manchen Tagen noch schlimmer: wie in einem Grab. Das Gefühl, das aufkam, wenn man das Innere der Wohnung erreicht hatte, konnte unterschiedlicher nicht sein: Eine riesige Fensterwand öffnete den Blick auf die Altstadt, den See und weiter noch bis zum dem über Luzern