: Barbara de Mars
: Wahrnehmung und Wirklichkeit Eine Ergehung
: Books on Demand
: 9783757867287
: 1
: CHF 7.00
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 160
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Zu Fuß durch die Toskana und bis nach Assisi in Umbrien, auf den Spuren und zu den Lebens- und Wirkorten großer Maler, von Giotto über Masaccio und Piero della Francesca, bis hin zu Leonardo da Vinci, Pontormo und Michelangelo Buonarroti. Mit einer Frage: Wie nahmen diese Maler ihre Umwelt wahr, warum bildeten sie die Welt so ab, wie sie es taten? Die Konstruktion von Welt, auch im Spiegel der Auseinandersetzung mit unserer heutigen Gesellschaft und ihren Werten. Eine Aufzeichnung dreier Jahre. Ein Ergehungsbericht.

Barbara de Mars lebt seit über 20 Jahren in der Toskana. Sie schreibt Bücher zu kulturgeschichtlichen Themen. Zuletzt erschienen sind u.a. Eine Reise zu Dante (Corso Verlag), Pratomagno (BoD) und Lesereise Florenz (Picus Verlag).
Niente

Prolog

«Salvatico è quel che si salva»

Der Wilde wird sich retten

Leonardo da Vinci

„Niente“ (Nichts). So begannen Italiener gern ihre Rede, was mich immer irritierte. Wer nichts zu sagen hatte, mochte es gleich bleiben lassen. Aber nun war ich es, die vor dem leeren, weißen Blatt Papier saß. Hatte es irgendeinen Sinn, meine Wahrnehmungen niederzuschreiben? Verbarg dieses weiße Nichts etwas, das zum Vorschein kommen wollte, zwingend kommen musste?

Niente.

Zugegeben, anfangs hatte ich Angst. Vor dem Unsichtbaren, das im Kopf dröhnte, vor dem grauen Ungewissen, das auf der Haut stach wie tausend Nadeln. Angst vor Krankheit, Schmerzen und Tod. Davor, die ich liebte nicht schützen zu können und das Leid anderer mit ansehen zu müssen. Angst vor dem Unfassbaren, dem Ungesagten und am meisten Angst vor mir selbst und dass ich der