: Anna Undietz
: Es braucht 39 Schritte zum Glück
: Books on Demand
: 9783757839017
: 1
: CHF 4.40
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 324
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wilma, eine junge Frau Anfang dreißig, Lehrerin, könnte eigentlich zufrieden sein mit ihrem Leben. Ein Sommerurlaub in Straßburg verändert alles. Sie lernt den klugen, ruhigen Karl aus Wien kennen. In den zwei unbeschwerten Ferienwochen entdeckt sie ihre Jugend wieder. Nach Straßburg reißt die Verbindung zu Karl nicht mehr ab. Getrieben von Lebenshunger wagt sie den Sprung und geht nach Wien. An ihrer Seite ist stets ihre treue Begleiterin, ihr Gewissen und ihre Panikmacherin, die ungeniert ihre heimlichen Träume anspricht und das sagt, wovor sie sich schämt. Das Abenteuer beginnt. Wilma lernt das Leben und sich selbst kennen.

Anna Undietz ist in Regensburg geboren und lebt mit ihrer Familie in Franken. Das Studium der Anglistik und Romanistik in den 80er Jahren öffnete ihr Bewusstsein für die unterschiedlichen Welten, in denen wir Menschen leben. Annes Hauptinteresse gilt der Psychologie des Moments, dem Entdecken, warum wir Menschen so und nicht anders handeln, was uns hemmt und ängstigt. Der Roman'Es braucht neununddreißig Schritte zum Glück' zeichnet den Weg einer eigenwilligen jungen Frau nach, die am Ende ihr Ziel erreicht.

Schritt 1


Straßburg, 5. August 1995, Bahnhof. Das Thermometer zeigte um die 30 Grad, als ich am Nachmittag aus dem Zug stieg. Mein Gepäck war überschaubar: eine Handtasche und eine Sporttasche, die als Reisetasche fungierte. Da war alles drin, was ich in den nächsten vierzehn Tagen benötigen würde.

Eine Anzeige in einer Sprachzeitschrift hatte mich hierhergeführt: »Sprachpraxiskurs für Lehrer im Herzen Europas«. Meinem Französisch würde es guttun. Außerdem war ein Sprachkurs ein angemessener Zweck, um allein zu verreisen. Keiner stellte Fragen oder kam auf die Idee, mich begleiten zu wollen, auch nicht meine neugierige Kollegin. Sie hatte nur den Kopf darüber geschüttelt und beißende Witze darüber gerissen, wie beschränkt man sein müsse, um in den Ferien ans Lernen zu denken.

Konkrete Erwartungen hatte ich nicht, da ich die Stadt schon kannte. Sieben Jahre zuvor war ich bereits mit einer Reisegesellschaft in Straßburg gewesen: Besuch im Europaparlament,