: Sabine Bartsch
: Generalpause
: Books on Demand
: 9783757835286
: 1
: CHF 4.40
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 300
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die junge Sängerin Coco Blum träumt von einer glanzvollen Karriere und den großen Bühnen dieser Welt: Mailand, London, New York. Stattdessen landet sie am Theater in Oldenburg, wo sie in einer Künstler-WG Unterschlupf findet. Immerhin ergattert sie die Hauptrolle in Puccinis La Bohème. Während der Probenarbeit bricht eine weltweite Pandemie aus - Corona. Die Arbeit im Lockdown zieht sich schleppend hin, die Dirigentin ist nicht zufrieden mit Cocos Darstellung der Mimi. Dann wird Coco schwerkrank... Sabine Bartsch verflicht die Szenen ihres Buches mit Motiven aus der Oper und erzählt die Geschichte einer Künstler-WG. Die Generalpause nimmt im Leben der Künstler dramatische Gestalt an.

Sabine Bartsch, geboren im schönen Oldenburg, wo sie eine unbeschwerte Kindheit mit ihrer Freundin Pippi Langstrumpf verbrachte, bevor sie einem englischen Snob namens Somerset Maugham verfiel. Der musste sich ihre Liebe allerdings mit dem amerikanischen Trinker Ernest Hemingway teilen. Nachdem sie sich von diesen zwei heftigen Affären einigermaßen erholt hatte, studierte sie und war anschließend als Theaterpädagogin, Kulturmanagerin und Festivalorganisatorin tätig. Bis zu ihrem viel zu frühen Tod im Mai 2022 arbeitete sie als Geschäftsführerin eines Kulturzentrums in Baden-Württemberg. Wann immer es die Zeit erlaubt, setze sie sich an den Laptop, schaue durch das Fenster in den zauberhaften Garten und begann zu schreiben. Nicht selten ein ganzes Wochenende lang.

Dienstag, 7. Januar 2020

Coco

Auf dem Weg zum Ausgang fragte ich mich, warum ich eigentlich nicht jubelte vor Glück. Ich hatte es doch geschafft! Aber irgendwie auch nicht, dachte ich und blieb vor dem Schwarzen Brett neben der Pförtnerloge stehen. Theaterkritiken, Probenpläne, Umbesetzungsinfos, eine Traueranzeige für einen ehemaligen Schauspieler. Mein Blick fiel auf einen tanzenden Vogel, der mit wenigen Strichen auf ein Stück Papier gekritzelt worden war. Darunter der Hinweis, dass in einer Künstler-WG noch Zimmer frei wären.

Ich fotografierte den Zettel, winkte dem Pförtner zum Abschied und trat durch die Tür ins Freie. Augenblicklich wurde ich von einer eiskalten Böe in Empfang genommen. Meine dunklen Haare, die ich beim Vorsingen offen getragen hatte, wehten mir vor die Augen. Ich strich sie zur Seite und schaute einem Typen zu, der sich beim Besteigen der Treppe sehr gegen den Wind stemmen musste. Er war blond und sehr schmal. Schätzungsweise Mitte zwanzig, so wie ich. Als er oben war, hielt ich die Tür auf. Er heiße Wagn