: Joanna Lisiak
: Theatertexte, Hörspiele, Szenen, Dramolette Teil 2
: Books on Demand
: 9783756264803
: 1
: CHF 7.10
:
: Humor, Satire, Kabarett
: German
: 228
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Leiser, hintersinniger, gelegentlich auch offenkundiger Humor durchzieht fast alle die hier vorliegenden Texte aus dem dramatischen Genre der Autorin Joanna Lisiak: Theaterstücke, Dramolette, Szenen, Sketche sowie Hörspiele. Oft entlarvenden Charakters reichen die Texte von amüsierenden Parodien bis hin zu ad absurdum geführten Stücken. Joanna Lisiak bricht mit Klischees, indem sie diese geradezu vorführt oder bei Gelegenheit auch mal die Reaktion der Zuschauer vorwegnimmt, wenn sie diese beispielsweise subtil in die Gesprächsebenen einbaut oder die Zuschauer selber ein Stück schauen lässt, wo sie zu Zuschauer-Beobachtern von Zuschauern werden, die wiederum ihrerseits ein Theaterstück schauen. So unterhaltsam manche Texte sind, so vermögen sie stellenweise nachdenklich zu stimmen. Insbesondere, wenn das Komische einem im Hals stecken bleibt, weil man sich ertappt über etwas zu lachen, das ebenso ernst gemeint hätte sein können. Wenn also die Tragik der Komik sachte die Hand reicht. Themen wie Kommunikation, menschliche Missverständnisse oder die Unvollkommenheit des Einzelnen sind wiederkehrende und verbindende Motive der Stücke. Die vorliegenden Texte entstanden in den Jahren 2003 bis 2016.

Joanna Lisiak wurde in Polen geboren. Sie kam 1981 in die Schweiz, wo sie mit 10 Jahren Deutsch lernte. Seit 2000 sind 29 eigenständige Bücher von ihr erschienen (Anthologien nicht mitgerechnet). Ihr Werk umfasst Lyrik, Kurz- und Kürzestprosa, Theaterstücke und Dramolette, Hörspiele und Essays. Lisiaks Publikationen wurden vom Präsidialdepartement der Stadt Zürich, vom Aargauer Kuratorium und vom Migros Kulturprozent unterstützt.

Zum Stück Das Hörspiel


Eine Sie und ein Er, die sich über Hörspiele unterhalten. Sie liebt Hörspiele. Er hasst sie, sagt er. Doch je mehr die beiden über das Warum debattieren, umso mehr kristallisiert sich eine umgekehrte Meinung heraus. Ihre Hörspielliebe gebührt im Grunde ausschliesslich den Drei??? , die sie schon als Kind gerne hörte. Die anderen Hörspiele versteht sie nämlich nie richtig, wo hingegen er immer zufällig an Hörspiele herankommt und an diesen zunehmend Gefallen findet.

Das Hörspiel
Hörspiel für 2 Personen

Personen

A vorzugsweise ein Mann, spricht gelangweilt, langsam

B vorzugsweise eine Frau, spricht lebendiger

A:Ich mag keine Hörspiele.
B:Ich verpasse sie blöderweise fast immer.
A:Ich finde Hörspiele langweilig.
B:Dabei habe ich so lange dafür gekämpft, dass man mehr Hörspiele im Radio bringt.
A:Wenn sie nicht langweilig sind, sind sie kompliziert.
B:Mich inspirieren sie. Die Stimmen, die Worte. Hörspiele sind anregend für die Bilder im Kopf.
A:Ich mag Fernsehen.
B:Jeder muss zugeben, dass er sich etwas oder jemanden vorstellt, wenn dieser jemand etwas sagt.
A:Auf jeden Fall ist Fernsehen besser.
B:Was über das Ohr zu mir dringt, vermag mich ganz toll zu packen. Es ist intensiv, deshalb mag ich Hörspiele so.
A:Fernsehen ist mit Hörspielen nicht zu