2. Theoretische Grundlagen für die Konzeptualisierung des Integrativen Umgangs
Dieses Kapitel bildet zusammen mit dem Methodenkapitel den theoretischen Rahmen dieser Arbeit. Hier werden alle für das Grundverständnis des integrativen Umgangs relevanten Begriffe und Theorien vorgestellt und jeweils am Ende eines jeden Unterkapitels auf den Kontext dieser Arbeit bezogen reflektiert. Die Kapitel gliedern sich in gesundheitspsychologische, (sozial-) psychologische und entwicklungspsychologische sowie soziokulturelle Ansätze. Das Modell der Integration bekommt aufgrund der zentralen Bedeutung für diese Arbeit und der bereits bestehenden Integration verschiedenster Theorien ein gesondertes Kapitel zugeteilt. Auch eine Zusammenfassung der Erkenntnisse Jungs (2006) zum Integrationsbegriff inKapitel 2.2.2 sowie die exkursartigen Ausführungen zu den Themen Integrale Theorie, Psychoaktive Substanzen, Bewusstsein, Werte, Identität& Persönlichkeit, sowie Sucht und Rausch erfolgen in gesonderten Kapiteln.
Abschließend findet eine Synthese17 der zugrundeliegenden Theorien mit dem Ergebnis eines erweiterten Modells der Integration statt.
2.1 Modell der Integration (Jung 2006)
Das Modell der Integration nach Jung ist theoretisches Kernstück einer Diplomarbeit, die 2006 am Institut für medizinische Psychologie fertiggestellt wurde. Das Modell entstand im Prozess der Auseinandersetzung mit verschiedenen Theorien der Psychologie und anderer Bereiche in Interaktion mit dem Forschungsgegenstand (empirische Ergebnisse) und dem RISA-Forscherteam (folgend18 Jung 2006:183ff).
Der in dieser Arbeit herausgearbeitete Integrationsbegriff ist nicht auf eine bestimmte Substanzart beschränkt, sondern bezieht sich prinzipiell auf alle psychoaktiven Substanzen19 (PAS). Integration wird nach Jung (2006: 183) „als Prozess der Ganzheitsbildung verstanden, in deren Verlauf Prozesse der Wahrnehmung und deren kognitiver und emotionaler Verarbeitung durch Assimilation und Akkommodation miteinander in Beziehung gesetzt werden. Personen (Konsumenten) benutzen dabei verschiedene Strategien der Ganzheitsbildung.“
„Als Integrationsstrategie ist an dieser Stelle zu verstehen: Methoden, Haltungen, Einstellungen und ganz allgemein Prozesse, die zur Einordnung und Bewältigung von substanzbezogenen Erfahrungen in die Persönlichkeitsstruktur und das Alltagsleben eines Konsumenten beitragen.“ (Auszug aus dem RISA-Forschungsprogramm/ Jungaberle 2002)
Das Modell der Integration ermöglicht die differenzierte Betrachtung des komplexen Ablaufs eines Integrationsprozesses. Dieser findet auf verschiedenen Ebenen statt, die in wechselseitigen Beziehungen zueinanderstehen. Folgende Elemente werden in dem Modell der Integration (Abbildung 2) unterschieden:
- Auslösende Bedingungen/ Integrationsanforderungen
- Integrationsspannung
- Unterstützende Bedingungen/ Ressourcen
- Integrationsarbeit
- Bewertung des Integrationsniveaus
Abbildung 2 Modell der Integration (Jung 2006: 142)
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