: Jörg Simon Schmid
: Integrativer Umgang mit Drogen Jugendliche zwischen Paranoia und Spiritualität
: Books on Demand
: 9783756871629
: 1
: CHF 11.50
:
: Psychologie
: German
: 476
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In seiner Dissertation'Integrative Umgang mit Drogen - Jugendliche zwischen Paranoia und Spiritualität' untersucht Dr. Jörg-Simon Schmid die langfristigen Auswirkungen des Konsums legaler und illegaler psychoaktiver Substanzen auf die Gesundheit Jugendlicher und junger Erwachsener. Als Datengrundlage dienen biographische Interviews, die über einen Zeitraum von 8 Jahren innerhalb der RISA-Langzeitstudie erhoben wurden. Leitende Fragestellungen sind unter anderem: -Was sind die größten Herausforderungen, mit denen sich Jugendliche im Umgang mit psychoaktiven Substanzen konfrontiert sehen? -Welche Bewältigungs-Strategien entwickeln sie? -Und schließlich: Welchen langfristigen Sinn sehen die jungen Menschen in ihren Erfahrungen mit Substanzen? Die empirischen Ergebnisse eröffnen einen einzigartigen Einblick in einen der nach wie vor am stärksten tabuisierten Lebensbereiche unserer Gesellschaft: Jugendliche und Drogen ----------------------------- Rezensionen'Eine beherzte und anspruchsvolle empirische Arbeit, in denen der Autor den adoleszenten Substanzgebrauch aus überraschend innovativen Perspektiven beleuchtet.' (Prof. Dr. Gundula Barsch: Hochschule Merseburg - Fachbereich Drogen und Soziale Arbeit)'Ein Perspektivwechsel von einer pathologisierenden, defizitorientierten Betrachtungsweise des Substanzkonsums im Jugendalter hin zu einer Sichtweise, die einen verantwortungsbewussten, auf langfristigen Erhalt und Steigerung der Gesundheit angelegten Umgang mit psychoaktiven Substanzen in den Mittelpunkt stellt. Der Arbeit ist eine weite Verbreitung im Forschungsfeld zu wünschen.' (Prof. Dr. Nicolle Pfaff: Universität Duisburg-Essen - Fakultät für Bildungswissenschaften)' er Hauptvorteil des entwickelten Modells besteht darin, Drogengebrauch nicht von einem negativen klinischen Ende her zu denken, sondern die Möglichkeit zuzulassen, Drogengebrauch auch von seinem Gelingen her zu denken.' (Dr. Henrik Jungaberle: Leiter der RISA Studie)

Dr. Jörg Simon Schmid ist interdisziplinärer Erziehungswissenschaftler und leitete zusammen mit Prof. Dr. Gundula Barsch seit 2017 das Projekt'Integrativer Cannabisgebrauch' an der Hochschule Merseburg (Fachbereich'Drogen und soziale Arbeit').

2. Theoretische Grundlagen für die Konzeptualisierung des Integrativen Umgangs


Dieses Kapitel bildet zusammen mit dem Methodenkapitel den theoretischen Rahmen dieser Arbeit. Hier werden alle für das Grundverständnis des integrativen Umgangs relevanten Begriffe und Theorien vorgestellt und jeweils am Ende eines jeden Unterkapitels auf den Kontext dieser Arbeit bezogen reflektiert. Die Kapitel gliedern sich in gesundheitspsychologische, (sozial-) psychologische und entwicklungspsychologische sowie soziokulturelle Ansätze. Das Modell der Integration bekommt aufgrund der zentralen Bedeutung für diese Arbeit und der bereits bestehenden Integration verschiedenster Theorien ein gesondertes Kapitel zugeteilt. Auch eine Zusammenfassung der Erkenntnisse Jungs (2006) zum Integrationsbegriff inKapitel 2.2.2 sowie die exkursartigen Ausführungen zu den Themen Integrale Theorie, Psychoaktive Substanzen, Bewusstsein, Werte, Identität& Persönlichkeit, sowie Sucht und Rausch erfolgen in gesonderten Kapiteln.

Abschließend findet eine Synthese17 der zugrundeliegenden Theorien mit dem Ergebnis eines erweiterten Modells der Integration statt.

2.1 Modell der Integration (Jung 2006)

Das Modell der Integration nach Jung ist theoretisches Kernstück einer Diplomarbeit, die 2006 am Institut für medizinische Psychologie fertiggestellt wurde. Das Modell entstand im Prozess der Auseinandersetzung mit verschiedenen Theorien der Psychologie und anderer Bereiche in Interaktion mit dem Forschungsgegenstand (empirische Ergebnisse) und dem RISA-Forscherteam (folgend18 Jung 2006:183ff).

Der in dieser Arbeit herausgearbeitete Integrationsbegriff ist nicht auf eine bestimmte Substanzart beschränkt, sondern bezieht sich prinzipiell auf alle psychoaktiven Substanzen19 (PAS). Integration wird nach Jung (2006: 183) „als Prozess der Ganzheitsbildung verstanden, in deren Verlauf Prozesse der Wahrnehmung und deren kognitiver und emotionaler Verarbeitung durch Assimilation und Akkommodation miteinander in Beziehung gesetzt werden. Personen (Konsumenten) benutzen dabei verschiedene Strategien der Ganzheitsbildung.“

„Als Integrationsstrategie ist an dieser Stelle zu verstehen: Methoden, Haltungen, Einstellungen und ganz allgemein Prozesse, die zur Einordnung und Bewältigung von substanzbezogenen Erfahrungen in die Persönlichkeitsstruktur und das Alltagsleben eines Konsumenten beitragen.“ (Auszug aus dem RISA-Forschungsprogramm/ Jungaberle 2002)

Das Modell der Integration ermöglicht die differenzierte Betrachtung des komplexen Ablaufs eines Integrationsprozesses. Dieser findet auf verschiedenen Ebenen statt, die in wechselseitigen Beziehungen zueinanderstehen. Folgende Elemente werden in dem Modell der Integration (Abbildung 2) unterschieden:

  • Auslösende Bedingungen/ Integrationsanforderungen
  • Integrationsspannung
  • Unterstützende Bedingungen/ Ressourcen
  • Integrationsarbeit
  • Bewertung des Integrationsniveaus

Abbildung 2 Modell der Integration (Jung 2006: 142)

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