: Stieg Larsson
: Die Millennium-Saga 1-3: Verblendung / Verdammnis / Vergebung (3in1-Bundle) 3 Romane in einem Band
: Heyne
: 9783641311841
: 1
: CHF 22.60
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
Der Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist und die geniale Hackerin Lisbeth Salander treten an gegen Frauen- und Fremdenfeindlichkeit, politische Korruption und gnadenlose Killer.
Der internationale Sensationserfolg von Bestsellerautor Stieg Larsson - Die komplette Millennium-Trilogie in einem E-Book! Jetzt für kurze Zeit zum Kennenlernpreis (eine befristete Preisaktion des Verlags)

Band 1: Verblendung

Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander im Auftrag des Onkels recherchieren. Was sie in der vangerschen Familiengeschichte zutage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt.

Band 2: Verdammnis

Mikael Blomkvist recherchiert in einem perfiden Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt. Nur Blomkvist glaubt an ihre Unschuld. Seine Nachforschungen führen in Salanders Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn das Fürchten lehrt.

Band 3: Vergebung

Mit einer Kugel im Kopf wird Lisbeth Salander in die Notaufnahme eingeliefert. Sie kämpft in mehrfacher Hinsicht um ihr Leben: Falls sie sich erholt, muss sie sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. Mit Hilfe ihres Partners Mikael Blomkvist, muss sie nicht nur ihre Unschuld beweisen, sondern auch die Verantwortlichen ausfindig machen. Und sie wird Rache üben an den korrupten Regierungsinstitutionen, die beinahe ihr Leben zerstört hätten. Nach 'Verblendung' und 'Verdammnis' der grandiose Höhepunkt der Trilogie.

Stieg Larsson, 1954 geboren, war Journalist und Herausgeber des Magazins 'EXPO'. 2004 starb er an den Folgen eines Herzinfarkts. Er galt als einer der führenden Experten für Rechtsextremismus und Neonazismus. 2006 wurde er postum mit dem Skandinavischen Krimipreis als bester Krimiautor Skandinaviens geehrt. Seine 'Millennium'-Trilogie hat sich weltweit über 100 Millionen Mal verkauft.

Prolog


Freitag, 1. November


Es wiederholte sich alljährlich. Der Empfänger der Blume feierte seinen zweiundachtzigsten Geburtstag. Sowie die Blume bei ihm angekommen war, öffnete er das Paket und entfernte das Geschenkpapier. Danach griff er zum Telefonhörer und wählte die Nummer eines ehemaligen Kriminalkommissars, der sich nach seiner Pensionierung am Siljan-See niedergelassen hatte. Die beiden Männer waren nicht nur gleich alt, sie waren sogar am selben Tag geboren, was in diesem Zusammenhang nicht einer gewissen Ironie entbehrte. Der Kommissar wusste, dass der Anruf um elf Uhr morgens nach der Postzustellung eingehen würde, und trank Kaffee, während er wartete. Dieses Jahr klingelte das Telefon bereits um halb elf. Er nahm den Hörer ab und sagte hallo, ohne sich mit Namen zu melden.

»Sie ist angekommen.«

»Was für eine ist es dieses Jahr?«

»Keine Ahnung, was das für eine Blume ist. Ich werde sie bestimmen lassen. Weiß ist sie.«

»Kein Brief, nehme ich mal an?«

»Nein. Nur die Blume, sonst nichts. Der Rahmen ist derselbe wie letztes Jahr. So ein Billigrahmen zum Selberzusammenbauen.«

»Poststempel?«

»Stockholm.«

»Handschrift?«

»Wie immer, alles in Großbuchstaben. Gerade, ordentliche Buchstaben.«

Damit war das Thema erschöpft, und ein paar Minuten saßen die beiden schweigend am jeweiligen Ende der Leitung. Der pensionierte Kommissar lehnte sich am Küchentisch zurück und zog an seiner Pfeife. Er wusste jedoch, dass von ihm keine erlösende oder bestechend intelligente Frage mehr erwartet wurde, die ein neues Licht auf diese Angelegenheit hätte werfen können. Diese Zeiten waren seit vielen Jahren vorbei, und das Gespräch der beiden alternden Männer hatte beinahe schon den Charakter eines Rituals – eines Rituals um ein Mysterium, dessen Lösung keinen anderen Menschen auf der ganzen Welt interessierte.

Ihr lateinischer Name lauteteLeptospermum (Myrtaceae) Rubinette. Ein wenig imposantes Strauchgewächs mit kleinen, heidekrautähnlichen Blättern und einer zwei Zentimeter großen weißen Blüte mit fünf Kronenblättern. Sie war ungefähr zwölf Zentimeter hoch.

Das Gewächs stammte ursprünglich aus den australischen Busch- und Gebirgsgegenden, wo es in kräftigen Büscheln wuchs. In Australien nannte man esdesert snow. Später sollte eine Expertin von einem botanischen Garten in Uppsala feststellen, dass es sich um eine ungewöhnliche Pflanze handelte, die nur selten in Schweden gezogen wurde. In ihrem Gutachten schrieb die Botanikerin, dass dieRubinette mit der Rosenmyrte verwandt war und oft mit ihrer viel häufiger auftretenden Cousine,Leptospermum Scoparium, verwechselt wurde, die in Neuseeland sehr verbreitet war. Wie sie erklärte, bestand der Unterschied darin, dass dieRubinette ein paar mikroskopisch kleine rosa Punkte an der Spitze der Kronenblätter aufwies, was ihnen einen leichten Rosaschimmer verlieh.

DieRubinette war im Großen und Ganzen eine verblüffend anspruchslose Blume. Wirtschaftlichen Wert hatte sie überhaupt nicht. Soviel man wusste, besaß sie keine Heilkräfte und enthielt auch keine halluzinogenen Substanzen. Man konnte sie weder essen noch als Gewürz verwenden, und für die Erzeugung pflanzlicher Farbstoffe war sie ebenfalls wertlos. Für die australischen Ureinwohner, die Aborigines, hatte sie hingegen eine gewisse Bedeutung, da diese das Gebiet und die Flora rund um den Ayers Rock traditionell als heilig betrachteten. Der einzige Daseinszweck dieser Blume schien also darin zu bestehen, ihre Umgebung mit ihrer unbeständigen Schönheit zu erfreuen.

In ihrem Gutachten schrieb die Botanikerin, dass derdesert snow in Australien schon ungewöhnlich war, in Skandinavien aber geradezu eine Rarität. Sie selbst hatte noch nie ein Exemplar zu Gesicht bekommen, doch als sie Kollegen zurate zog, erfuhr sie, dass man versucht hatte, diese Pflanze in einem Garten in Göteborg einzuführen, und dass es denkbar war, dass sie hie und da privat angepflanzt wurde, von Blumenliebhabern und Amateurbotanikern in ihren eigenen kleinen Gewächshäusern. Die Blume war in Schweden nur schwer zu ziehen, weil sie ein mildes und trockenes Klima benötigte und während des Winterhalbjahres in einem geschlossenen Raum stehen musste. Für kalkhaltigen Boden war sie ungeeignet. Das Wasser musste ihr von unten her zugeführt werden, direkt an die Wurzeln. Man musste schon ein Händchen für sie h