: Michael Baltus
: Warum ich? Parkinson ohne Erlösung!
: Books on Demand
: 9783757865337
: 1
: CHF 4.80
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 172
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die in diesem Buch geschriebenen Worte sind meine Meinung. Sie sind hart und gnadenlos zu den Betroffenen. Sie müssen nicht richtig sein, bestätigen aber das von mir Erlebte. Es ist einfach nur meine Meinung und muss nicht der Wahrheit entsprechen. Irgendwann einmal in meinem glücklichen Leben schlich sich jemand bei mir ein. Wie ein Hausbesetzer, nur dass derjenige sich in meinem Kopf festsetzte und nicht mehr verschwand. Zuerst bemerkte ich den Eindringling gar nicht. Doch ganz langsam nahm er sich einfach, was er wollte. Er nahm mir die Freude, er nahm mir einen funktionierenden Körper, er nahm mir die Arbeit. Er nahm sich eigentlich alles. Doch das Schlimmste, was er sich nahm, war die Hoffnung. Die Hoffnung, ihn wieder loszuwerden. Erst als ich ihn vor ein paar Jahren bemerkte, stellte er sich als Morbus Tremor vor. Ich dürfte ihn aber Parkinson nennen, bot er mir lächelnd an. Der Leser wird in die Welt der Parkinson-Krankheit mit all seinen Symptomen, Hoffnungen, Nebenwirkungen und Gefühlen mit einbezogen. Hier erfährt er, was es bedeutet, mit Parkinson zu leben.

Michael Baltus, geboren 1967 in Gelsenkirchen und 2016 mit der Diagnose Parkinson konfrontiert. Folgende Bücher sind von ihm veröffentlicht worden: - Kein Bodybuilder, dafür Parkinson - Kinder im Pott - Mein Olymp-City of Sports - Der Virus-Komplott der Mächtigen - Das vergessene Elfenreich - In der Liebe gefangen - Der Fall Julia - Und plötzlich spielten wir bei der Weltmeisterschaft

Die Angst vor dem nächtlichen Schlafen treibt mich in den Wahnsinn. Denn ich weiß, der nächste Morgen weckt mich mit Steifheit und Schmerzen.

Doch auch in der Nacht werde ich durch weitere Symptome um den Schlaf gebracht oder geweckt.

Zuerst muss ich einmal einschlafen können. Das geschieht oft nicht so wie ich es mir wünsche und auch nötig habe. Mein Körper ist zu erschöpft und schreit nach erholsamem Schlaf, den ich ihm aber nicht geben kann. Mein Hausbesetzer, Herr Parkinson, benötigt nämlich keinen Schlaf und meint, auch mir meinen rauben zu können. Es sind manchmal nur Kleinigkeiten, wie zum Beispiel das Schlucken im Schlaf. Ich habe seit einigen Wochen ab und zu Probleme meine benötigten Tabletten zu schlucken und die nicht heruntergeschluckten Medikamente bleiben mir im Hals stecken. Mit viel Flüssigkeit versuche ich dann die Dinger doch noch dort hinzubekommen, wo sie hingehören. Im Schlaf wird das Schlucken oder besser gesagt, dass nicht richtige Schlucken zu einem anderen Problem.

Mir läuft nachts beim Schlafen der Speichel nicht in die Speiseröhre, sondern in die Luftröhre. Das Ergebnis sind heftige Hustenanfälle. Dass ich davon geweckt werde, ist das geringste Problem.

Ich habe Angst, dass sich Flüssigkeit in meiner Lunge ansammelt. Mein Schwiegervater ist an einem ähnlichen Verlauf gestorben. Ansonsten läuft mir jetzt auch die Spucke nicht nur beim Schlafen aus dem Mundwinkel. Ich denke dann immer an Homer Simpson. In der Cartoon-Serie soll es lustig sein, wenn Homer der Sabber im Schlaf aus dem Mund läuft.

Ich dagegen kann darüber leider nicht mehr lachen.

So langsam habe ich meinen eigenen Körper