: T. J. Klune
: Aus Sternen und Staub Roman
: Heyne Verlag
: 9783641302450
: 1
: CHF 11.70
:
: Science Fiction
: German
: 480
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nate Cartwright steht vor den Trümmern seines Lebens: seine Eltern sind tot, sein Bruder will nichts von ihm wissen und seinen Job hat er auch verloren. Er beschließt, nach Roseland in Oregon zu fahren. In der Abgeschiedenheit der Berge will er wieder zu sich selbst finden. Pläne schmieden. Vielleicht endlich einen Roman schreiben. Nate war schon seit Jahren nicht mehr in der Hütte seiner Familie. Seit seine Eltern ihn nach seinem Coming-out rausgeworfen haben nicht mehr. Soweit er weiß, sollte die Hütte verlassen sein. Nur, dass sie das nicht ist. Ein Mann namens Alex hat sich dort versteckt und mit ihm ein kleines Mädchen, das auf den obskuren Namen Artemis Darth Vader hört. Die Geschichte, die Alex und Artemis erzählen, ist so unglaublich, dass sie eigentlich nur wahr sein kann. Und plötzlich muss Nate eine Entscheidung treffen: Will er sich weiter den Dämonen seiner Vergangenheit ergeben oder will er für eine Zukunft kämpfen, die er nie für möglich gehalten hätte?

Im Alter von sechs Jahren griff T. J. Klune zu Stift und Papier und schrieb eine mitreißende Fanfiction zum Videospiel »Super Metroid«. Zu seinem Verdruss meldete sich die Videospiel-Firma nie zu seiner verbesserten Variante der Handlung zurück. Doch die Begeisterung für Geschichten hat T. J. Klune auch über dreißig Jahre nach seinem ersten Versuch nicht verlassen. Nachdem er einige Zeit als Schadensregulierer bei einer Versicherung gearbeitet hat, widmet er sich inzwischen ganz dem Schreiben. Für die herausragende Darstellung queerer Figuren in seinen Romanen wurde er mit dem Lambda Literary Award ausgezeichnet. Mit seinem Roman »Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte« gelang T. J. Klune der Durchbruch als international gefeierter Bestsellerautor.

EINS


Er sang die Melodie im Radio mit.

Irgendwas über einen Typen und ein trauriges Lied, mit dem alles im Leben besser wird.

Danach lachte er, bis er kaum noch Luft bekam.

Er überquerte die Grenze zu Douglas County, als das nächste Lied endete. Dann kamen die Nachrichten. Wie jede volle Stunde.

In einem Hotel in Texas war eine Sängerin namens Selena erschossen worden. Er hatte den Namen noch nie gehört.

TAROM Flug 371 war auf dem Weg von Bukarest nach Brüssel kurz nach dem Start abgestürzt. Alle sechzig Passagiere an Bord starben. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Im Moment noch kein Terrorismusverdacht.

Der im Jahr zuvor entdeckte Komet, Markham-Tripp, kam der Erde allmählich näher. Wenn man wusste, wo man hinschauen musste, konnte man ihn schon sehen. Aber keine Sorge Leute, er fliegt nur eine Kurve um uns herum und verschwindet dann wieder in den Weiten des Alls.

Und immer noch keine offizielle Mitteilung zu dem Hubschrauberabsturz im Marine Corps Mountain Warfare Training Center in Kalifornien. Die Ursache werde nach wie vor untersucht, allerdings schien ein Zusammenhang mit dem schweren Unwetter letzte Woche zu bestehen. Auch zu eventuellen Todesopfern wurden keine Angaben gemacht.

Und nun zum Wetter. Es wird ein wunderschöner Tag, seht euch nur die Sonne draußen an! Kaum zu glauben, oder?

Es war der 31. März 1995.

Er fuhr weiter nach Süden.

Je tiefer er in die Berge kam, desto kälter wurde die Luft. Die Sonne wärmte die Hand, die er aus dem Fenster hängen ließ. Der blaue Himmel erstreckte sich weit und immer weiter. Es gab ein paar Wolken, aber nur wenige.

Ein schöner Tag, dachte er.Natürlich. Das ist der Lauf der Dinge.

Am späten Nachmittag erreichte er das Städtchen. Er sah das Schild, alt und ausgeblichen. Es stand schon seit seiner Kindheit dort, als er mit seinen Eltern jeden Sommer ein paar Wochen auf der Hütte verbracht hatte. Die Aufschrift lautete:

Roseland, Oregon

827 Einwohner, Gründung 1851

704 m ü. M.

Tor zu den Cascades!

Er kam an einem Diner vorbei. Einer Kirche. Geschäften zu beiden Seiten. Manche hatten offen. Die Touristensaison würde erst in ein oder zwei Monaten beginnen, und bis dahin wären sie bereit für all die Menschen, die Zuflucht von Hitze und Großstadthektik suchten, ihr Geld ausgaben und Fotos machten, um dann wieder dorthin zu verschwinden, wo sie hergekommen waren.

Es duftete nach Kiefernnadeln und Erde. Es war, als wäre er wieder zehn, als würden sich seine Eltern nach wie vor lieben, lieben, lieben. Lachen und die Lieder im Radio mitsingen. Ihm mit Spielen die Zeit vertreiben: Ich sehe was, was du nicht siehst. Wer bin ich? Nummernschilder aus möglichst vielen verschiedenen Bundesstaaten entdecken. Alle fünfzig zu schaffen, war vollkommen unmöglich, wie er bald herausfand. Sein Rekord lag bei sieben. Das war ein guter Tag gewesen. Auf einem hatteMaine gestanden, was damals unvorstellbar weit weg gewesen war.

Noch vor der Tankstelle sah er das Hinweisschild. Es schaukelte träge im Wind, trotzdem konnte er die Aufschrift lesen.BIGEDDIE’STANKSTELLEUNDMINIMARKT. Er seufzte er