: Stuart MacBride
: Das Blut der Opfer Thriller
: Goldmann
: 9783641300661
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 608
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
'Stuar MacBride ist mit jedem Thriller ein Lektüre-Muss für mich. Immer schnell, hart, authentisch - und anders.' Lee Chid
'Helft mir!' Diese Worte hinterlässt ein brutaler Serienkiller an jedem Tatort, geschrieben mit dem Blut der Opfer. Die Medien nennen ihn den Bloodsmith. Vergleiche mit Jack the Ripper machen im schottischen Oldcastle die Runde, und selbst nach Monaten hat die Polizei noch keine Spur. Detective Sergeant Lucy McVeigh sucht verzweifelt nach Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern, nach einem Muster oder übersehenen Hinweisen. Da schlägt der Bloodsmith erneut zu.
Es scheint aber noch eine zweite Bedrohung in der Stadt zu geben - davon ist ein junger Mann überzeugt, der um sein Leben fürchtet und Lucy um Hilfe bittet.

'Kein Zweifel: Stuart MacBride ist einer der besten Thrillerautoren des Landes.' Daily Mail

Bereits 'Die dunklen Wasser von Aberdeen', Stuart MacBrides erster Roman um den Ermittler Logan McRae, wurde als bestes Krimidebüt des Jahres ausgezeichnet. Seither sind die brillanten Spannungsromane des Schotten aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Stuart MacBride lebt mit seiner Frau im Nordosten Schottlands.

0


Malcolm rannte. Eine Hand an die Brust gepresst, das Handgelenk geschwollen und schmerzend, die gekrümmten Finger taub und fast schwarz im schwachen Schein der Straßenbeleuchtung. Die andere Hand um den Riemen seines zerschlissenen alten Rucksacks geklammert. Im prasselnden Regen quietschten seine ausgelatschten Turnschuhe über das rutschige Pflaster.

Schwer atmend.

Die Zähne gefletscht.

Hinter einem Tränenschleier die verrammelten Läden und parkenden Autos in der Archers Lane.

Die Worte mit Schluchzern vermischt, während er so viel Abstand wie möglich zwischen sich und die Wölfe zu bekommen versuchte. »Bitte, lieber Gott. Lieber Gott, nein. Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte …«

Hinter ihm hallte ein schrilles Heulen durch die Nacht.

»Bittebittebittebittebitte …«

Am Ende der Straße bog er in vollem Tempo um die Ecke in die Chanonry, die Füße rutschten unter ihm weg, und er krachte in das Heck eines rostbraunen Kleinwagens, so heftig, dass die Alarmanlage des Autos losging. Grellorange Lichter blinkten, während er sich aufrappelte und weiterwankte. Drei Uhr morgens, und die Häuser auf beiden Seiten der Straße waren dunkel. Niemand spähte aus dem Fenster, um zu schauen, was das für ein Lärm war. Keine Zeugen des Geschehens. Niemand, der ihn retten konnte.

Wozu hatte man denn die verdammten Autoalarmanlagen, wenn alle sie einfach ignorierten?

Er holte tief Luft und brüllte noch einmal aus voller Kehle: »HILFTMIRDENNNIEMAND

Auf der anderen Straßenseite bewegte sich eine Gardine.

Malcolm winkte mit seinem heilen Arm, der baumelnde Rucksack wie ein schmuddeliges Metronom, aber wer immer da hinter dem Vorhang stand, ließ ihn einfach wieder zufallen.

»HELFTMIR,VERDAMMTNOCHMAL

Ein neuerliches Geheul vermischte sich mit dem Getöse des Alarms.

O Gott – sie kamen näher.

Er wich von dem Auto zurück. »Bittebittebittebitte …«

Da – direkt vor ihm kam ein großer Range Rover auf ihn zu, die Scheinwerfer pflügten durch den Regen. Der Fahrer würde ihm helfen. Ermusste ihm helfen.

»STOPP!« Malcolm torkelte in die Mitte der Fahrbahn. »BITTE!HELFENSIEMIR

Der Fahrer des Geländewagens bremste nicht mal ab, sondern drückte nur auf die Hupe.

»NEIN!« Malcolm brachte sich mit einem Satz in Sicherheit, aber um ein Haar nicht schnell genug. Die Frontscheibe erwischte seinen Rucksack, der ihm aus der Hand flog und gegen das Dach eines parkenden Volvos knallte.

Der Range Rover legte eine Vollbremsung hin