: Robert Gold
: Twelve Secrets - Niemand sagt die Wahrheit - Thriller
: Goldmann Verlag
: 9783641303297
: Ben Harper
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In dieser Kleinstadt hat jeder ein Geheimnis ...

Eine idyllische Kleinstadt. Ein grausames Verbrechen. Ein Mörder, der zu allem bereit ist.

Ben Harpers Leben änderte sich für immer, als sein älterer Bruder scheinbar grundlos von zwei Klassenkameradinnen getötet wurde. Der kaltblütige Mord schockierte damals die Welt und katapultierte Bens Familie und ihre idyllische englische Heimatstadt Haddley ins Rampenlicht der Medien. Zwanzig Jahre später ist Ben einer der besten Journalisten des Landes und lebt wieder in Haddley. Als ein Mordfall neue Hinweise zum Tod seines Bruders liefert, beschließt Ben, zusammen mit der Polizistin Dani Cash der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Doch je mehr er in die Ermittlungen eintaucht, desto verdächtiger werden diejenigen, die ihm am nächsten stehen …

Die Thriller-Entdeckung für alle Leser*innen von Harlan Coben und Claire Douglas.

Robert Gold begann seine Karriere als Praktikant beiCNN in Washington, D.C., bevor er in die Verlagswelt wechselte und als Bucheinkäufer tätig war. Heute arbeitet er im Vertrieb für einen Verlag. Er lebt im Londoner Stadtteil West Putney, wo man ihn oft beim Laufen am Flussufer trifft. »Twelve Secrets« ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe und sein Debüt.

Kapitel 1


Die Besprechungseinladung von Madeline kam am späten Vormittag in meinen Posteingang geflattert. Sie hatte keinen Betreff, aber ich wusste sofort, worum es ging. Wenn Madeline eines ist, dann hartnäckig.

Den Nachmittag habe ich seither damit zugebracht, Zeit totzuschlagen. Den Gedanken, was Vernünftiges zu arbeiten, musste ich ziemlich schnell aufgeben, da ich unfähig war, mich auf irgendwas zu konzentrieren. Innerhalb der letzten Dreiviertelstunde drei Becher Kaffee zu trinken, hat auch nicht gerade geholfen. Und so habe ich vornehmlich den endlosen Schwall von Promi-News auf unserer 24-Stunden-Nachrichten-Webseite gelesen.

»Die königliche Familie hat sich einen neuen fuchsroten Labra­doodle zugelegt«, sage ich zu Min, die mir gegenüber im Großraumbüro unserer Redaktion sitzt. »Ich wette mit dir, dass sie ihn Harry nennen.«

Min hebt bloß eine Augenbraue. Ich habe die letzte Stunde mehrfach versucht, sie in ein Gespräch zu verwickeln, obwohl ich weiß, dass sie eine Deadline hat.

»Sorry«, forme ich stumm und wende mich wieder meinem Bildschirm zu. Noch ein Hollywood-Pärchen hat seine Verlobung verkündet. Und ein Premier-League-Fußballer hat den Schädel seines Teamkollegen gegen einen Umkleidespind geknallt. Nett.

Ein Reminder, den ich nicht benötige, ploppt in meinem Terminkalender auf. Ich schaue zu Madelines Goldfischglas-Büro und sehe, wie sie wild gestikulierend auf zwei Marketingleiter einredet. Beide schrumpfen in ihrer Gegenwart zusammen. Mir selbst ist schon vor langer Zeit klar geworden, dass der einzige Weg, erfolgreich mit Madeline zusammenzuarbeiten, darin besteht, ihr die Stirn zu bieten. Es ist eine Lektion, die viele meiner Kollegen erst noch lernen müssen.

»Wirst du ehrlich zu ihr sein?«, fragt Min, als würde sie meine Gedanken lesen.

»Das versuche ich immer zu sein«, erwidere ich. Doch Madeline hat mir ihre eigene Entschlossenheit, an den Kern einer guten Story ranzukommen, eingeimpft. Und genau deswegen fürchte ich dieses Gespräch.

»Du bist ohnehin der Einzige, auf den sie überhaupt je hört.«

»Das Problem ist, dass es bei dieser Sache keinen Mittelweg gibt.«

Min verzieht mitfühlend das Gesicht, bevor sie ihre Kopfhörer aufsetzt. Ich blicke erneut durch den Raum und sehe die beiden Marketing-Typen verdruckst davonschleichen. Entschlossen klappe ich meinen Laptop zu und stehe auf.

Durch die offene Tür sehe ich Madeline in ihrem weißen Ledersessel sitzen, die Augen fest auf den Monitor vor sich gerichtet. Ohne aufzuschauen, ruft sie meinen Namen. »Ben, nur nicht trödeln.«

»Es gibt keinen Grund, sich deswegen gleich aufzuregen.« Ich betrete ihr Eckbüro, dessen deckenhohe Fenster einen unverstellten Blick auf die Tower Bridge gewähren. Hinter Madelines geschwungenem Glasschreibtisch hängen drei eindrucksvolle sonnengeflutete Fotografien, allesamt von Madeline selbst aufgenommen, wie sie mir schon zigmal erzählt hat. Die erste zeigt die Houses of Parliaments hier in London, die zweite das Weiße Haus in Washington und die dritte ihr eigenes Zuhause mit Blick auf den Richmond Park. Sie nennt sie »die drei Häuser globaler Macht«, und ich glaube, sie meint da