: Julia Hausburg
: Dark Elite – Regrets Roman
: Heyne Verlag
: 9783641308223
: Die Corvina Castle-Reihe
: 1
: CHF 11.70
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: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wie weit würdest du gehen, um die Wahrheit herauszufinden?

Mit farbig gestaltetem Buchschnitt – nur in der gedruckten Ausgabe


Die introvertierte Lucia will durch einen Kletterkurs an der Eliteuniversität Corvina Castle ihre Komfortzone verlassen und trifft dabei ausgerechnet auf ihren Ex-Freund Ben. Lucia passt es gar nicht, dass es erneut zwischen ihnen funkt. Denn Ben ist Mitglied der StudentenverbindungFortuna /i>, von der Lucia annimmt, dass sie in den Tod ihrer Mitbewohnerin verstrickt ist. Kann sie mit seiner Hilfe der Wahrheit auf die Spur kommen? Und gibt es für ihre Liebe eine zweite Chance, wenn nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft zwischen ihnen steht? Lucia und Ben müssen sich entscheiden: füreinander oder für ihre persönlichen Ziele.

Julia Hausburg wurde 1998 geboren und studierte Bildungswissenschaften, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Katzen in Südbayern, liebt warmen Sommerregen und Schreibnachmittage im Café. Wenn sie nicht gerade an ihrem nächsten Buch arbeitet, findet man sie mit einem spannenden Liebesroman in ihrer eigenen kleinen Bibliothek.

Kapitel 1


Lucia


Maischnee, wohin das Auge reicht. Lächelnd betrachte ich das Feld zu meinen Füßen. Die unzähligen weißen Narzissen, die sich bis ins Tal erstrecken. Hummeln umschwirren die Blütenkelche. Am Horizont zeichnen sich der Genfer See und das Alpenpanorama ab. Für mich gibt es keine schönere Zeit im Jahr.

Ich lasse mich rücklings auf die Picknickdecke sinken und starre in den wolkenlosen Himmel. Er ist blau und klar, die Sonne wärmt mein Gesicht. Ich schließe die Augen, lasse mir die Nase von den Strahlen wärmen und lausche dem Brummen der Insekten.

Wo bleibt Ben nur? Wir kommen jedes Jahr zum Maischnee her. Wenn die Narzissenfelder erblühen und der Frühling wirklich angebrochen ist. Für mich bedeutet er Aufatmen. Einen Neuanfang. Schönheit. Für mich bedeutet er Ben.

Ich setze mich wieder auf, lege mir eine Hand wie einen Schirm an meine Stirn und blinzle den Wanderweg hinunter. Wir hätten gleich zusammen herkommen sollen, aber Ben wollte vorher noch seine kleine Schwester von einer Freundin abholen. Darum bin ich allein hinaufgewandert. Habe den Picknickkorb und die Decke hochgeschleppt. Doch mittlerweile sollte er Lotte nach Hause gebracht haben.

Nervös zupfe ich an meinem luftigen Kleid mit Blumenmuster. Ich weiß, wie sehr es Ben gefällt. Wenn ich es trage, dauert es nie lange, bis er mir die dünnen Träger von den Schultern streift. Mich aus dem weichen Stoff schält und jeden Millimeter meiner Haut küsst. Sie erkundet, als sähe er sie zum ersten Mal, dabei kennt er sie mittlerweile, nach zwei Jahren Beziehung, in- und auswendig.

Mein Herz schwillt in meiner Brust an wie ein Luftballon. Ben in der zehnten Klasse diese Tür gegen die Nase zu schlagen, hat sich wie Schicksal angefühlt. Von ihm geliebt zu werden, bedeutet Zuhause. Mehr, als es die Villa meines Vaters je sein könnte.

Ich höre Schritte und schrecke auf. Sofort verziehen sich meine Lippen zu einem Lächeln. Da ist er! Sein rotes Haar kann ich schon von Weitem sehen. Aber es ist nicht die Art von Rot, die fast schon orange ist, sondern diese verruchte kupferfarbene. Viele Leute behaupten, Ben würde sie an Archie ausRiverdale erinnern. Ich sehe die Ähnlichkeit zu dem Seriencharakter nicht. Für mich ist Ben einzigartig.

Ich hebe eine Hand und winke, um ihn auf mich aufmerksam zu machen. Während er näher kommt, bemerke ich es. Ich sehe es in seinem Gesicht. An der Art, wie er die Stirn runzelt. An der Form seiner Lippen, die nicht wie sonst in meiner Gegenwart zu einem Lächeln, sondern zu einem schmalen Strich verzogen sind. Und an seinen Augen. Dem Bedauern darin, dem fehlenden Glanz.

Irgendetwas stimmt nicht.

Mein Lächeln erlischt. Sofort zieht sich mein Magen zusammen. Ich springe von der Decke auf, stoße dabei beinahe den Picknickkorb um. Ich laufe auf ihn zu, greife nach seinem Arm, doch er weicht aus.

»Ben.« Meine Stimme klingt erstickt. »Ist etwas passiert?«

»Komm, wir setzen uns.« Fast schon zögerlich greift er nach mei