Not my circus – not my monkeys
Als Zirkusdirektor hat man’s nicht leicht. Da trägt man eine Menge Verantwortung – für das Zirkuszelt, die Artisten, das Programm und natürlich auch dafür, dass nichts schiefläuft. Dafür, dass beispielsweise die Schimpansen-Nummer nicht aus dem Ruder läuft, die Affen nicht die Flucht ergreifen, im Publikum herumtoben und Popcorn klauen. Aber weißt du, was? Zum Glück bist du kein Zirkusdirektor (das wäre zumindest ein Riesenzufall). Als Zuschauer hast du es viel besser: Du kannst dich entspannt zurücklehnen und das Spektakel amüsiert beobachten, was viel vernünftiger ist, als zu versuchen, die Affen einzufangen. Also: »Not my circus – not my monkeys.«
Fühlst du dich oft mies, wenn es anderen Menschen schlecht geht, vor allem wenn diese anderen Menschen deine Kinder, Freunde oder dein Partner sind? Hast du dann das Gefühl, dass du für ihr Wohlbefinden verantwortlich bist? Und irgendwie versuchen musst, ihre Probleme zu lösen?
Dann bist du damit nicht allein.
Tatsache ist jedoch, dass du sehr viel weniger bewirken kannst, als du denkst. Wie andere Menschen sich fühlen, das liegt definitiv nicht in deinem Einflussbereich. Du kannst zwar bewirken, dassdu dich gut oder schlecht fühlst, bei anderen wird das jedoch nicht so einfach klappen. Falls du die Dinge gern in der Hand hast und das Leben und die Menschen um dich herum kontrollieren möchtest, ist das wahrscheinlich eine schlechte Nachricht. Wenn du dich aber nach mehr Leichtigkeit und Freiheit sehnst, wenn du achtsamer und offener mit dir selbst und anderen umgehen möchtest, ist es eine sehr gute: »Ich bin hier nicht zuständig. Das ist nicht mein Zirkus …«
Ob dein Partner, deine Nachbarin, deine Mutter oder deine Kinder mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben – du kannst sie unterstützen, kannst sie beraten oder, was oft noch besser ist, ihnen einfach nur achtsam zuhören und Mitgefühl für ihre Nöte entwickeln. Eines aber wirst du ganz bestimmt nicht schaffen: ihre Probleme für sie zu lösen.
Es gibtnur einen Menschen, der deine Probleme lösen kann: du selbst!Genauso gibt es aber auch nur einen Menschen, der dieProbleme deiner Freundin lösen kann: sie ganz allein.
Mach fremde Probleme nicht zu deinen
Probleme entstehen immer dann, wenn wir Widerstand leisten gegen das, was im Leben geschieht, weil wir die Dinge gern anders haben wollen, als sie sind. Und da das bei fast jedem Menschen so gut wie immer der Fall ist, gibt es auf unserer Welt auch unzählige Missstände und Unzulänglichkeiten. Es wird also bestimmt nicht lange dauern, bis jemand mit seinen Problemen zu dir kommt. Aber ganz egal, wie nah dir dieser Jemand steht, solltest du dich sehr klar dafür entscheiden, sein Problem niemals zu deinem eigenen zu machen. Nicht nur, weil das für dich selbst sehr belastend wäre, sondern auch, weil es dem anderen gar nicht wirklich weiterhelfen würde – eher im Gegenteil.
Wir schreiben hier ganz bestimmt keine Gebrauchsanleitung für Egozentriker. Doch wie du noch sehen wirst, sind Grenzen sehr sinnvoll für dich und für andere. Die Unfähigkeit, gegebenenfalls Nein zu sagen und sich abzugrenzen, führt zu vielen Pr