: Julia Hausburg
: Dark Elite – Revenge Roman
: Heyne Verlag
: 9783641308216
: Die Corvina Castle-Reihe
: 1
: CHF 11.70
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: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wem kannst du vertrauen in einem Spiel ohne Regeln?

Mit farbig gestaltetem Buchschnitt – nur in der gedruckten Ausgabe


Als Elora an der Eliteuniversität Corvina Castle auf den unnahbaren Gabriel trifft, ahnt sie, dass mehr hinter seiner verschlossenen Fassade stecken muss. Die beiden stehen sich als Konkurrenten im Wettbewerb um den begehrten Platz in der einflussreichen StudentenverbindungFortuna /i>gegenüber. Elora kämpft für ihre Zukunft als Ärztin, Gabriel will den Tod seiner Schwester aufklären. Als sie herausfinden, dass die Verbindung in dunkle Machenschaften verstrickt ist, sind sie längst selbst zu Spielfiguren geworden. Sie müssen zusammenarbeiten und kommen sich dabei zunehmend näher. Bis Gabriel eine Entscheidung trifft, die Elora in Lebensgefahr bringt, und er lernen muss, die Vergangenheit loszulassen, wenn er Elora nicht für immer verlieren will.

Julia Hausburg wurde 1998 geboren und studierte Bildungswissenschaften, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Katzen in Südbayern, liebt warmen Sommerregen und Schreibnachmittage im Café. Wenn sie nicht gerade an ihrem nächsten Buch arbeitet, findet man sie mit einem spannenden Liebesroman in ihrer eigenen kleinen Bibliothek.

Kapitel 2


Zwei Jahre später

Elora


Als ich das Esszimmer betrete, glitzert hinter der breiten Fensterfront der Genfer See in der Sonne. Das türkisblaue Wasser hat heute nur wenig Seegang, daher schaukelt das Boot meines Stiefvaters an unserem hauseigenen Steg sachte hin und her. Im Hintergrund recken sich die Alpen in den Himmel. Von hier aus erscheinen sie mir winzig. Sie erinnern mich jeden Tag aufs Neue daran, dass ich mich genau so fühle, seit ich in diese luxuriöse Villa eingezogen bin. Klein. Und nicht wie ich selbst. Genau deswegen muss ich hier so bald wie möglich weg.

»Guten Morgen«, flötet meine Mutter, die mit meinem Stiefvater Ludovico am Esstisch sitzt. Sie reicht mir einen Umschlag. »Der ist für dich mit der Post gekommen.«

Sobald ich den Absender lese, schlägt mein Herz so heftig, als wolle es mir aus der Brust springen. Die Pestalozzi-Stiftung. Endlich! Auf diesen Brief warte ich seit Wochen.

An Ort und Stelle reiße ich den Umschlag auf und ziehe ein einzelnes Blatt mit ein paar maschinengeschriebenen Zeilen heraus.

Sehr geehrte Elora Farraro,

nach hinreichender Prüfung Ihrer Unterlagen müssen wir Ihnen heute leider mitteilen, dass wir Ihnen kein Stipendium durch unsere Stiftung gewähren können. Wir bedanken uns für Ihr …

Ich lese nicht weiter, sondern stopfe das Papier frustriert zurück in den Umschlag. Meine Augen brennen, aber hastig blinzle ich die Tränen weg. Ich werde auf keinen Fall anfangen zu weinen. Nicht vor Ludovico und meiner Mutter.

»Und?«, fragt sie aufgeregt und streicht sich eine honigblond gefärbte Haarsträhne aus der Stirn. Früher war ihr Haar genauso dunkelbraun wie meins. Auch das hat sich geändert, nachdem Ludovico in unser Leben getreten ist.

Ich schüttle nur den Kopf, weil ich nicht fähig bin zu sprechen. Das war meine letzte Chance auf ein Stipendium. Alle anderen Stiftungen haben mir schon vor Wochen abgesagt. Enttäuscht setze ich mich an den Tisch und lege den Brief beiseite.

Ludovico räuspert sich. »Du weißt, dass deine Chancen auf ein Stipendium schlecht standen.«

»Ja, dank dir.«

Mein Stiefvater ist der Inhaber einer milliardenschweren Firma. Als mir meine Mutter vor ungefähr drei Jahren von ihrem neuen Freund erzählte, der ein wohlhabender Unternehmer aus Genf ist, hielt ich das zunächst für einen Scherz. Aber dann ging alles Schlag auf Schlag. Ludovico machte ihr einen Heiratsantrag, sie sagte Ja, und plötzlich zog ich von einem kleinen Dorf in Deutschland in die reichste Stadt der Schweiz. Von einem öffentlichen Gymnasium wechselte ich auf eine teure Privatschule, und statt mit dem Bus zu fahren, wurde ich mit einer Limousine herumkutschiert.

Was ich wollte, spielte keine Rolle. Ich war sechzehn Jahre alt und musste mich fügen. Dass meine gesamte Welt auf den Kopf gestellt wurde und ich alles verlor, was mir etwas bedeutete, spielte keine Rolle. Ich ließ mein Zuhause zurück, genauso wie meine Freunde, die meine Mutter und mich Goldgräberinnen nannten, und schließlich gar nicht mehr mit mir sprachen. Dadurch, dass ich mitten im Schuljahr auf eine neue Schule wechselte, fand ich auch dort keinen Anschluss. Weder im Unterricht noch bei meinen neuen M