: Amy E. Reichert
: Happy Spirits Roman
: Heyne
: 9783641284220
: 1
: CHF 7.10
:
: Erzählende Literatur
: German
: 400
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Manchmal braucht die Liebe Hilfe aus dem Jenseits
Sabrina Monroe hat eine besondere Gabe: Wie alle Frauen in ihrer Familie kann sie Geister sehen. Sie kommen zu ihr, weil sie Hilfe benötigen, die Dinge zu Ende zu bringen, die sie zu Lebzeiten nicht mehr abschließen konnten. Schon seit ihrer Kindheit wird Sabrina von Molly begleitet, einem gut gelaunten Geist, der romantische Komödien liebt. Als Sabrina in ihren Heimatort in Wisconsin zurückkehrt, verdreht ihr der charmante Gastronom Ray den Kopf. Doch was wird Ray sagen, wenn er von ihrem Geheimnis erfährt? Kann sie Molly und die anderen vor ihm verstecken? Dann taucht plötzlich der Geist von Rays verstorbenem Urgroßvater auf und benötigt ihre Hilfe.

Amy E. Reichert hat einen Abschluss in Englischer Literatur und liebt es, Geschichten mit Happy End zu schreiben, deren Figuren man gerne zu sich nach Hause einladen würde. Amy ist glückliche Ehefrau, Mutter und Hobbyköchin und würde zu einem Glas Cider niemals Nein sagen.

2


Als Ray zu der derangierten Frau zurückkam, bewegten sich ihre Lippen, als führte sie Selbstgespräche. Selbst mit ihren roten Flecken hatte sie auf charmante Weise etwas Ehrliches an sich. Womöglich wusste sie nicht, wer seine Familie war, oder es war ihr egal. Mit ihren knappen Antworten und dem Vermeiden jeglichen Blickkontakts wollte sie wohl erreichen, dass er ging. Im umgekehrten Fall hätte er das genauso gewollt, doch er würde sie auf keinen Fall alleinlassen, ohne ihr geholfen zu haben, so gut er konnte, selbst wenn das bedeutete, mit einem Handtuch voller schnell schmelzender Eiswürfel eine Hindernisstrecke über von Urlaubern hinterlassenen Müll abzulaufen. Er hatte gesehen, wie sie vor dem Essenskampf die Handtücher aus der Wasserpfütze rettete, und wusste, dass sie für ihn das Gleiche getan hätte.

»Bitte sehr.« Er hielt ihr das Eis hin wie ein Friedensangebot.

»Danke, Ray.« Die Worte klangen gedämpft durch ihre anschwellende Nase. Sie griff von oben nach dem Eis und vermied den Kontakt mit seinen Händen. »Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße Sabrina.« Sie zog die Brauen zusammen, als wäre sie plötzlich traurig.

»Schön, Sie kennenzulernen, Sabrina.« Er legte seinen ganzen Charme in sein freundlichstes Lächeln, das Lächeln, das ihn auf der Warteliste eines Restaurants nach oben katapultierte oder ihm Zugang zu einer Immobilie verschaffte, bevor sie überhaupt auf dem Markt war.

Das Eis klirrte, als sie es auf ihre Nase legte, und verdeckte den größten Teil ihres Gesichts. Es erschwerte ihm, zu raten, was sie dachte, vor allem, da sie jeglichen Blickkontakt vermied.

»Finde ich auch.« Sie schloss die Augen, nachdem sie das gesagt hatte.

Finde ich auch? Ray presste die Lippen aufeinander, um nicht zu lächeln. Alles klar. Er machte sie nervös. Damit konnte er umgehen. Menschen die Befangenheit zu nehmen, sie sich entspannt genug fühlen zu lassen, dass sie ihm vertrauten, lag ihm im Blut.

»Ich bin letzten Herbst von New York hierhergezogen«, sagte Ray, ohne auf Sabrinas einsilbige Antworten zu reagieren. »Bisher hatte ich kaum Gelegenheit, außerhalb der Arbeit Leute kennenzulernen.«

Sabrina blinzelte ihn hinter dem Eis an.

Als sie nichts sagte, fuhr er fort. »Vielleicht würden Sie ja gern mal mit mir essen gehen?« Ray senkte den Kopf, dann sah er sie mit einemGuck mal, wie harmlos ich bin!-Strahlen in den Augen an.

Bernsteinfarbene Augen blickten zurück. Blickten sie überrascht? Geschockt? Entsetzt? Er bedauerte, ihr das Eis geholt zu haben, weil es so viel von ihrem äuß